Bergzwerge

Die Bergzwerge bilden das größte zwergische Volk in Angraenor.
Sie haben die zwergischen Königreiche unter den Türmen des Winters, den Türmen des Untergangs und dem Sternhöhen-Gebirge begründet und später das Zwergenreich Varnishandor ausgerufen. Die Bergzwerge Angraenors haben lange, blutige Kriege gegen Emnier, Gnome, Orks und Skrigg geschlagen.
Sie sind ein stolzes Volk, dem Mut, Ehrbarkeit und Zähigkeit nachgesagt wird.
Gleichzeitig gelten sie jedoch als mürrisch, geizig, hartherzig und stur.
Bergzwerge legen meist all’ diese Eigenschaften gleichzeitig in unterschiedlicher Ausprägung an den Tag.
Bergzwerge legen viel Wert auf Ehre, auf ihren Ruf und den der Vorfahren, sowie auf Mut und Anstand. Die meisten Bergzwerge sind recht wortkarg, besitzen jedoch im gleichen Zuge das Talent, ihre Ansichten in kurze aber unmissverständliche und oft harsche Worte zu kleiden. Oft wird diese Wortkargheit von anderen Völkern als Ablehnung oder Überheblichkeit gewertet. Bergzwerge sind stolz darauf, ihre Meinung gerade heraus zu sagen und sie nicht mit schönen Worten auszuschmücken.
Fremde, die viel reden werden von Bergzwergen oft als respektlos und beleidigend empfunden. Den Bergzwergen zufolge soll man mit nichts verschwenderisch umgehen; auch nicht mit Worten.
Im Gegensatz zu vielen anderen Völkern legen Bergzwerge wenig Wert auf ausführliche Konversationen und gemeinsames Schweigen stört sie nicht.
Eine Ausnahme stellt dabei jedoch das Erzählen von Geschichten und Singen von Heldenliedern dar. Bergzwerge empfinden es nicht im Geringsten als Verschwendung von Worten, die Verdienste ihrer Vorfahren zu preisen.
Bergzwerge sind außerdem kein Volk, das seinen Gefühlen viel Ausdruck verleiht.
In der Öffentlichkeit und vor allem Fremden gegenüber wirken Bergzwerge oft verschlossen, unbewegt und häufig auch abweisend. Bergzwerge sind immer darum bemüht, ihre Würde zu wahren und treten deshalb anderen Völkern oft sehr bestimmt, ernst und teilweise völlig humorlos gegenüber. Viele Völker empfinden Bergzwerge als steif, mürrisch und verbohrt. Sie pflegen eine natürliche Distanz zu allen anderen Völkern; mit Ausnahme ihrer Vettern, den Hügelzwergen.
Bergzwerge bleiben am liebsten unter sich und begrenzen ihre Kontakte zu anderen Völkern meist auf das Nötigste (z.B. Handelsbeziehungen).
Diese Haltung entspringt nicht aus Arroganz oder elitären Ansichten, wie es bei vielen der Elfischen Völker der Fall ist. Bergzwerge halten sich nicht für etwas Besseres als Menschen oder Gnome; sie wollen schlicht ihre Ruhe.
Bergzwerge legen großen Wert auf ihre Privatsphäre und sind der Ansicht, daß ihre Angelegenheiten andere Völker nichts angeht.
Ihre sprichwörtliche Dickköpfigkeit („stur wie ein Bergzwerg“ ist eine gängige Redensart in den Ländern nördlich des Goldenen Stroms) stellt oft ein Problem im Umgang mit anderen Rassen dar. Diplomatie und Höflichkeit ist bedauerlicherweise keine Tugend der Bergzwerge. Ihr oft schroffer Umgangston und ihre Weigerung, von einmal beschlossenen Vorurteilen und Standpunkten abzuweichen, machen beispielsweise Handelsbeziehungen zu Bergzwergen zu einem zweifelhaften Vergnügen. Wenn sie etwas beschlossen haben, ist es meist schwer, sie wieder davon abzubringen und ihre Sturheit ignoriert selbst die besten Argumente. Bergzwerge sind außerdem äußerst nachtragend und schnell beleidigt und es ist nichts Ungewöhnliches, wenn sich Streitigkeiten zwischen Zwergen über Generationen hinziehen und noch fortgeführt werden, wenn die Urheber des Streites schon längst verstorben sind. Bergzwerge sind in ihren Ansichten und Vorstellungen sehr verbohrt und stehen fremden Sitten und Kulturen oft misstrauisch gegenüber. Toleranz gehört nicht zu ihren Stärken. Bergzwerge in der Fremde sehen meist wenig Anlass, sich an fremde Kulturen anzupassen und werden deshalb oft als ungehobelt und ignorant wahrgenommen.
In der Gesellschaft von Clanangehörigen und guten Freunden sind Bergzwerge meist sehr ausgelassen, heiter und vor allem laut. Feucht-fröhliche Zusammenkünfte, Festgelage und andere Feierlichkeiten sind bei Bergzwergen äußerst beliebt und so kennt das Volk eine Vielzahl von Anlässen, um der Völlerei und dem Alkohol zu frönen.
Bergzwerge legen großen Wert auf Ehrlichkeit und die Wahrheit bedeutet ihnen viel. Feigheit und Lügnerei gelten unter Bergzwergen als Schande und ein Bergzwerg, dem diese Eigenschaften nachgesagt werden, hat ein schweres Leben unter seinen Artgenossen.Die größten Bergzwerg-Clans AngraenorsClan Arkilnor: Clan Arkilnor kann seine Geschichte bis zur Zeit der Urväter zurückverfolgen. Neben Clan Tagrysnir ist Arkilnor der einzige noch existierende Gründerclan der Zwergenreiche Angraenors. Clan Arkilnor hält etliche Minen und Festungen im zentralen Sternhöhengebirge, sowie die Stadt Skarnas Ragnar; eine der
größten Städte der Bergzwerge Angraenors.
Clan Braskyr: Braskyr ist vermutlich der einflussreichste und mächtigste Bergzwerg-Clan der Gegenwart. Clan Braskyr herrscht über Varnishandor und die nord-westlichen Sternhöhen und ist der einzige Clan, der einen König als Oberhaupt hat. Agmund Graufaust, ein Hohepriester des Aulet, ist der gegenwärtige König des Clans und des Reiches Varnishandor. Reichhaltige Mienen und gewaltige, berühmte Manufakturen bilden die Grundlage für den immensen Reichtum dieses Clans. Clan Braskyr treibt vor allem Handel mit Dhraal und Kandamur. Zu den emnischen Menschen Gwendells besteht ein äußerst frostiges Verhältnis. Seit Graufaust den Bau der Steinernen Zuflucht befohlen hat, zieht sich Clan Braskyr mehr und mehr aus der Politik der Reiche zurück und widmet seine Aufmerksamkeit den Ländern des Unterreichs. Einige Gelehrte halten es für möglich, daß Clan Braskyr in der Zukunft den Ländern der Oberfläche gänzlich den Rücken zukehrt.
Clan Hogvyr: Dieser Clan stellt die größte Gemeinschaft von Bergzwergen in der Region ums Gwandalische Meer dar. Clan Hogvyr lebt in der großen Minenfestung Schimmerglamm unter den nord-bornesischen Donnerhügeln. In den letzten Jahrhunderten gab es einige blutige Konflikte zwischen Clan Hogvyr und bornesischen Adelshäusern, die von den Zwergen als Herrscher anerkannt werden wollen. Bisher beharrt Clan Hogvyr auf seine Unabhängigkeit, doch Truppen aus dem südlichen Kaiserreich könnten den Bergzwergen in der Zukunft das Leben schwer machen.
Clan Grimnyr: Die Bergzwerge vom Clan Grimnyr hausen seit Jahrtausenden in den gewaltigen Hallen des Erzbruchs. Sie treiben Handel mit Gwendell und den Dorga-Suun. Clan Grimnyr unterhält eine blutige Fehde zu den Hobgoblin-Stämmen der Region, die immer wieder Außenposten, Mienen und Handelskarawanen der Bergzwerge überfallen. Es heisst, Fenoras Grimnyr, der Jarl des Clans, sucht Mittel und Wege, sich die Bedrohung durch die Hobgoblins ein für alle Mal vom Hals zu schaffen.
Clan Joddnur: Seit sie ca. 700 n.K. von den Skrigg des Hauses Griggskanter aus ihrer Stadt Ghulmor vertrieben wurden, leben die Bergzwerge des Clans Joddnur in den nord-östlichen Ausläufern der Türme des Untergangs. Joddnur gilt als einer der kleinsten, aber auch der kriegerischsten Bergzwerg-Clans der Reiche. Clan Joddnur ist bekannt für seine Söldnertruppen, die der Clan in jüngster Zeit vor allem nach Gwendell schickt, um die westlichen Nachbarn (gegen ein fürstliches Entgelt) im Althesien-Konflikt zu unterstützen. Clan Joddnur macht keinen Hehl daraus, daß die Ausbildung ihrer Söldnertruppen eine Vorbereitung auf die Wiedereroberung Ghulmors ist.
Clan Tagrysnir: Dieser nach einem Kriegshelden der Urväter benannte Zwergenclan hat sich schon vor der Zeit des Niedergangs im gwandalischen Blutschuppengebirge niedergelassen. Der Clan verlor während des Drachensturms viele reiche Minen und bedeutende Festungen und verfügt heute nur noch über einen Bruchteil seines früheren Reichtums. Tagrysnir ist bekannt für die magischen Waffen, die der Clan herstellt und mit denen er oft Handel mit Skaliverni oder den Freien Städten Gwandaliens treibt. Magisches Talent ist bei Clan Tagrysnir weiter verbreitet, als bei anderen Bergzwerg-Clans. Die Magier des Clans sind vor allem für die Herstellung magischer Handelswaren verantwortlich; mit den Tarzuul Tagrys (zwergisch für „mit Macht erfüllte Kinder des Tagrys“) verfügt er aber auch über ein angesehenes Regiment von Kriegsmagiern.
Clan Uthryn: Der Clan Uthryn lebt in den süd-östlichen Ausläufern der Sternhöhen. Der Clan verfügt über reiche Erzminen und handelt vor allem mit der Stadt Korsinth und den südlichen Fürstentümern Kandamurs. Auch die berühmte Silberstrom-Manufaktur aus Grauflucht gehört zu den Kunden dieser Zwergensippe. Clan Uthryn ist seit 993 n.K. in einen blutigen Konflikt mit den Duergar aus den Grauzwerggipfeln verstrickt. Dabei spielen vor allem Schürfrechte und der Transport von Waren des Clans Uthryn durch das Gebiet der Duergar eine Rolle.

Bergzwerge leben in Clan-Verbänden in großen unterirdischen Festungen und Städten zusammen. Der Clan ist die wichtigste Gemeinschaft im Leben eines Bergzwergs. Dort findet er Sicherheit, Unterstützung und die Grundlage eines guten Lebens. In der Gemeinschaft eines Clans ist jeder für jeden da. Solange der Clan existiert, ist ein Zwerg niemals auf sich allein gestellt und kann sich auf die Unterstützung seiner Verwandten verlassen. Von jedem Zwerg wird erwartet, daß er sich bedingungslos für seine Clanbrüder und –Schwestern einsetzt. Waisen sind unter Bergzwergen völlig unbekannt. Selbst wenn die Eltern eines Bergzwerges sterben, finden sich innerhalb des Clans immer Verwandte, die sich seiner annehmen. Die Sicherheit und die Ehre des Clans gelten als höchste Güter im Leben der Bergzwerge und werden nicht selten mit dem Leben verteidigt.
Ein Clan von Bergzwergen wird üblicherweise von einem Jarl angeführt. Ein Jarl ist ein Bergzwerg, der sich in außergewöhnlichem Maße für den Stamm einsetzt und von seinen Artgenossen oder einem Ältestenrat zum Führer des Clans ernannt wird. Ein Jarl hat etwa den Status eines Fürsten und herrscht über einen Clan oder den Teil eines größeren Clans und die Festungen, Mienen und Ländereien seiner Leute. Jarls bleiben gewöhnlich bis zu ihrem Tod im Amt.
In einigen wenigen Clans ersetzen Räte von Ältesten und anderen Würdenträgern die Position des Jarls.
Selbst Bergzwerge, die die Länder anderer Völker bereisen oder das Leben von Abenteurern führen, kehren regelmäßig zu ihren Clans zurück und legen großen Wert darauf, den Kontakt aufrecht zu erhalten. Auch wenn Clans nicht selten strenge Gemeinschaften sind, in denen der Einzelne Rechenschaft über seine Verdienste für den Clan ablegen muss, so geschieht es doch äußerst selten, daß Bergzwerge aus ihren Clans verstoßen werden. Clans sind eine verschworene Gemeinschaft mit großem Zusammenhalt. Selbst „schwarze Schafe“ werden in der Gemeinschaft des Clans toleriert, obwohl Vergehen wie Diebstahl, Betrug und Ähnliches natürlich bestraft werden. Ein Bergzwerg muss jedoch ein wirklich schlimmes Verbrechen gegen die Gemeinschaft begehen (beispielsweise Verrat gegenüber Feinden), um ausgeschlossen zu werden. Die Verbannung eines Clanangehörigen ist nicht nur für diesen, sondern für den ganzen Clan eine furchtbare Schande und die meisten Bergzwerge versuchen dies zu vermeiden.
Das Volk legt großen Wert auf familiäre Verbindungen und vor allem auf ihre Vorväter. Bergzwerge verehren ihre Ahnen in fast schon religiöser Weise und es gibt wohl kaum ein Volk, das so viele Helden und Heilige kennt, wie das Volk der Bergzwerge. Die Abstammung eines Bergzwergs hat eine große, gesellschaftliche Bedeutung und der Ruhm der Vorfahren hat großen Einfluss auf das Ansehen und den gesellschaftlichen Stand des Einzelnen.
Die Ahnen eines Bergzwerges zu beleidigen, ist eine unerhörte Provokation und wird nicht selten mit Gewalt beantwortet, vor allem wenn der Beleidigende kein Zwerg ist.
Bergzwerge bewahren das Andenken an ihre Vorväter, indem sie es als Geschichten weitergeben oder gewaltige steinerne Monumente zu ihren Ehren errichten.
Nicht-Zwerge bekommen oft den Eindruck, daß ein Bergzwerg zur Hälfte in der Vergangenheit lebt und ihr oft mehr Aufmerksamkeit entgegen bringt, als der Gegenwart. Bergzwerge wiederum finden den Umgang mit dem Andenken Verstorbener bei den anderen Völkern äußerst befremdlich und ehrlos. Sie können es nicht verstehen, wenn ein Mensch seinen Stammbaum nicht über den Großvater hinaus aufzählen und etwas über die Geschichte seiner Familie erzählen kann.
Derlei Umstände wecken fast immer Misstrauen und nicht selten Ablehnung auf Seiten der Bergzwerge.
Der Ahnenkult der Bergzwerge hat auch zur Folge, daß Alte ein hohes Ansehen genießen. Oftmals reichen schon ein hohes Alter und ein prächtiger Bart, um sich unter Bergzwergen Gehör zu verschaffen. Das Volk hält seine Greise, deren Wissen und Erfahrungen in Ehren und im Gegensatz zu manchen anderen Völkern gelten Alte unter Bergzwergen als Bereicherung für den Stamm.
Ihr großes Bewusstsein für Traditionen ist eine weitere typische Eigenschaft der Bergzwerge. Viele Clans leben mit Jahrtausende alten Traditionen und Bräuchen, deren Ursprung oft schon in Vergessenheit geraten ist. Für viele Bergzwerge haben Clanbräuche einen fast schon religiösen Charakter und veraltete Bräuche abzulegen ist für Bergzwerge ein unerhörter Gedanke. Eheschließungen, Geburten, Begräbnisse und das Schließen von Pakten und Bündnissen sind nur ein Bruchteil der Umstände, die durch Traditionen geregelt werden und die sich oft über Jahrtausende hinweg nur äußerst geringfügig verändert haben.
Bergzwerg-Clans leben meist vom Bergbau. Sie zählen zu den fähigsten Bergleuten der Nord-Westlichen Hemisphäre und auch in der Weiterverarbeitung ihrer Erträge zählen sie zu den Meistern. Bergzwerge gründen ihre Siedlungen immer in der Nähe reicher Rohstoffvorkommen, wobei sie Metall bevorzugen.
Das Handwerk – vor allem die drei Disziplinen Bergbau, Schmiedekunst und Architektur – haben unter Bergzwergen große Bedeutung. Nahezu jeder Bergzwerg (unabhängig vom Geschlecht) ist in einem dieser Gebiete bewandert.
Bergzwerge sind Meisterschmiede, die Arbeiten anfertigen, von denen die Schmiede anderer Völker nur träumen können. Waffen, Rüstungen, Konstrukte und andere Produkte der Schmiedekunst der Bergzwerge sind in allen Reichen der Nord-Westlichen Hemisphäre hoch begehrt.
Und auch in der Architektur sind Bergzwerge den meisten Völkern der Gegenwart überlegen. Zwerge errichten über und unter der Erde architektonische Wunderwerke, die die Ewigkeit überdauern. Ein großer Teil der weltbekannten Bauwerke wie der Dom des Großen Portals des Ostens oder die Klippenstadt Ghulmor wurden von Bergzwergen errichtet. Viele Herrscher scheuen keine Kosten, um bedeutende Bauwerke wie Festungsanlagen und Paläste von Bergzwergen planen und errichten zu lassen. Die Festungen und unterirdischen Städte der Bergzwerge sind architektonische Wunder, die schon von vielen Barden und Chronisten gerühmt wurden. Bergzwerge haben oft den Wunsch, etwas für die Ewigkeit zu hinterlassen und sich selbst und die Geschichte der Vorfahren so unsterblich zu machen.
Manche Monumente und Gedenkstätten in Siedlungen von Bergzwergen sind Jahrtausende alt und berichten von lang vergessenen Zeiten. Auch die legendären Runenschriften – steinerne Tafeln, auf denen Ereignisse der Vergangenheit verewigt wurden – sind ein bedeutender Bestandteil zwergischer Kultur. Die Tatsache, daß Historiker heute Ereignisse rekonstruieren können, die zu den Tagen der Siedler oder noch früher geschahen, sind vorwiegend diesen Steintafeln zu verdanken, die ganze Gewölbe großer Clanfesten füllen.
Bergzwerge sind außerdem ein sehr materiell veranlagtes Volk.
Der Besitz von Gold, Edelsteinen und anderen Reichtümern ist für Bergzwerge zum einen ein Statussymbol, zum anderen jedoch auch schlicht etwas, das ihnen eine gewisse Sicherheit verleiht. Besitzlos zu sein und von der Hand in den Mund leben zu müssen, ist ein schrecklicher Gedanke für einen Bergzwerg. Dieses Schicksal trifft allerdings fast ausschließlich Bergzwerge, die von ihren Clans verstoßen wurden.
Kampf spielt ebenfalls eine große Rolle im Leben eines Bergzwergs, denn jedes Clanmitglied muss fähig sein, sich und seine Verwandten gegen Feinde des Clans zu beschützen. Bergzwerge sind stolz darauf, sich seit Jahrtausenden gegen die Gefahren des Unterreichs wie Goblins, Kobolde, Morlocks und Schlimmeres siegreich zur Wehr zu setzen. Bergzwerge gelten als disziplinierte, mutige Kämpfer, die in der Schlacht oft erbarmungslos sind. Jeder Bergzwerg, der bei einem Clan aufgewachsen ist, kann mit einer Waffe umgehen. Heere von Bergzwergen sind meist hervorragend organisierte und furchtlose Truppenverbände, die ausgeklügelte Strategien und Taktiken nutzen, um ihre Gegner zu besiegen. Für viele Zwerge ist die Kriegskunst die inoffizielle vierte Kunst der Bergzwerge und Zwerge, die Ruhm in der Schlacht und bei der Verteidigung des Clans ernten, können ein ebenso hohes Ansehen erwerben, wie Clanführer oder bedeutende Baumeister.

Bergzwerge gehören zweifellos zu den Völkern des Unterreichs. Ihre Aufmerksamkeit ist viel mehr auf das Geschehen unter der Erde als auf die Länder der Oberfläche gerichtet. Bergzwerge interessieren sich oft gar nicht für die Geschehnisse in den Reichen Angraenors, solange sie nicht ihr Volk oder ihren Clan betreffen. Viele Nicht-Zwerge werten dies als Ignoranz, während Bergzwerge über das Geltungsbedürfnis anderer Völker oft den Kopf schütteln. Oft stellen Hügelzwerge für Bergzwerge das Bindeglied zu den anderen Völkern dar.
Mit Halblingen kommen Bergzwerge meist gut aus, doch zu den übrigen zivilisierten Völkern ist das Verhältnis (oft auf Grund von Konflikten in der Vergangenheit) oft gespannt. Obwohl sich Bergzwerge und Gnome in manchem ähnlich sind (beispielsweise in ihrer Liebe für das Handwerk) haben die Sternhöhenkriege das Verhältnis stark beschädigt. Meist begegnen sich diese Völker mit friedlichem Misstrauen. Die Skrigg gelten heutzutage als die ärgsten Feinde der Bergzwerge an der Oberfläche. Bergzwerge zögern meist nicht lange, wenn sie die Gelegenheit bekommen, Skrigg zu töten. Jeder einzelne Skrigg gilt als Gefahr für die Existenz der Clans.
Orks, Kobolden, Goblinoiden, Riesen und anderen wilden Völkern begegnen Bergzwerge fast immer feindlich. Gerade mit Orks verbindet Bergzwerge eine uralte Feindschaft, die von beiden Völkern gepflegt und stetig neu entfacht wird. Bergzwerge verlassen nur ungern ihre Clans und reisen nicht gern. Vor allem das Reisen an der Oberfläche ist für Bergzwerge unangenehm. Die Helligkeit der Sonne macht ihnen zu schaffen und die ungewohnte Weite des Himmels erfüllt viele Bergzwerge mit Furcht und einem Gefühl der Schutzlosigkeit und Beklemmung.
In Angraenor findet man Bergzwerge vor allem in und unter den großen Gebirgen.
In den Sternhöhen und den Türmen des Untergangs gibt es viele Clanfestungen und Städte dieses Volkes. Die großen Bergzwergfestungen in den Türmen des Winters, die von den ersten Zwergen Angraenors errichtet wurden, gelten seit der mysteriösen Katastrophe Anfang des Jahrhunderts, die den Clan Reddsgyr nahezu ausradierte, als verloren.
Die größte Gemeinschaft der Bergzwerge und die, die am ehesten auf Kontakte zu anderen Rassen eingestellt sind, findet man in Varnishandor; dem einzigen zwergischen Königreich Angraenors. Bergzwerge leben nur selten in Gemeinschaft mit anderen Völkern. Die meisten bevorzugen reine Bergzwerg-Gemeinschaften und die Bergzwerge, die man in den Ländern und Siedlungen der Oberfläche antrifft, sind überwiegend Reisende. Bergzwerge, die sich in den Städten der Menschen oder anderer Völker niederlassen, sind äußerst selten.
Bergzwerge an der Oberfläche bevorzugen Gebirge und Geröllwüsten als Lebensraum und meiden oft Regionen mit üppiger Vegetation und die Küstengebiete.

Bergzwerge haben meist eine rechtschaffene Gesinnung. Zwar gibt es auch chaotische Bergzwerge, doch diese sind deutlich in der Minderheit und haben es im Gefüge eines Clans meist nicht leicht.
Magie hat eine lange Tradition unter Bergzwergen, doch die Zahl zwergischer Magier ist gering. Göttliche Magie ist unter Bergzwergen weitaus häufiger, als arkane Künste. Bergzwerge sind ein äußerst religiöses Volk, in dem Kleriker und andere priesterlichen Würdenträger hohes Ansehen genießen. Fast alle Bergzwerge beten zu Aulet, dem großen Schöpfer und Beschützer ihres Volkes. Aulet ist in der Kultur der Bergzwerge allgegenwärtig. Seine Lehren bilden die Grundlage des Clanwesens, er wird in unzähligen Monumenten und Kunstwerken verewigt und er setzt sich aktiv für das Fortbestehen seiner Schützlinge ein, indem er Herolde und Avatare in die Reiche der Sterblichen schickt, um seinen Willen zu verkünden.
Neben Aulet haben vor allem Drosh und Corbanduu viele Anhänger. Auch die Zahl der Anhänger Xors wächst unter den Bergzwergen.

Volksmerkmale der Bergzwerge
▪ +2 Stärke, +2 Weisheit, -2 Charisma.
▪ Mittelgroß: Bergzwerge erhalten keine Boni oder Mali auf Grund ihrer Größe.
▪ Grundbewegungsrate: 6m.
▪ Dunkelsicht: Bergzwerge können im Dunkeln bis zu 18m weit sehen.
▪ Volksbonus von +2 auf Würfe für Schätzen, die im Zusammenhang mit Stein-, Metall- oder Schmuckarbeiten, Edelsteinen und Waffen- oder Rüstungsschmiedekunst gemacht werden.
▪ Handwerkswissen: Bergzwerge können zwei Fertigkeiten aus den Sparten Beruf, Handwerk oder Wissen auswählen und diese als Klassenfertigkeiten markieren. Sie erhalten auf der 1. Stufe 4 Bonus-Ränge, die sie beliebig auf diese Fertigkeiten verteilen können.
▪ Standfestigkeit (AF): Ein Bergzwerg erhält einen Bonus von +4 auf Attributswürfe, um einem Ansturm zu widerstehen oder nicht zu Fall gebracht zu werden. Er erhält diesen Bonus, solange er den Boden berührt; selbst wenn dieser uneben oder schief ist. Der Bonus tritt nicht in Kraft, wenn der Bergzwerg klettert, reitet, sich auf Gerüsten bewegt oder auf andere Weise nicht fest auf dem Boden steht.
▪ Steinwissen (AF): Das Wissen über die Beschaffenheit von Stein verleiht einem Bergzwerg einen Volksbonus von +2 auf Würfe zum Entdecken von ungewöhnlichen Steinstrukturen (z.B. Schiebewände, in Stein gearbeitete Fallen, Geheimtüren, instabile Steinflächen etc.). Ein Bergzwerg, der sich einer solchen Struktur auf 3m nähert, kann einen Wurf auf Suchen machen, als habe er aktiv danach gesucht. Ein Bergzwerg kann die Fertigkeit Suchen wie ein Schurke anwenden, um in den Stein gearbeitete Fallen zu entdecken. Außerdem kann der Bergzwerg intuitiv spüren, wie tief er sich unter der Erde befindet.
▪ Lichtempfindlichkeit (AF): Bergzwerge erleiden einen Situationsmalus von -1 auf alle Proben in hellem Sonnenlicht oder im Wirkungsbereich von Tageslicht.
▪ Scharfe Sinne (AF): Bergzwerge erhalten weinen Volksbonus von +2 auf Entdecken-Würfe, die mittels Schmecken und Tasten durchgeführt werden.
▪ Zwergische Zähigkeit (AF): Bergzwerge erhalten einen Volksbonus von +2 auf Rettungswürfe gegen Gift, Zauber und zauberähnliche Effekte.
▪ Anfangssprachen: Zwergisch, Handelssprache.
▪ Zusätzliche Sprachen: Handelssprache des Unterreichs, Gnomisch.
▪ Bevorzugte Klassen: Kleriker, Kämpfer.

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