Bornesen

Bornesen sind ein Volk, das auf eine Geschichte zurückblicken kann, die Jahrtausende alt ist. Als alle anderen menschlichen Völker Angraenors noch primitive Sklavenvölker waren, herrschten die Bornesen schon über eine Hochkultur. Sie sind die Ureinwohner der bornischen Reiche südlich von Angraenor und leben heutzutage zum größten Teil in den Provinzen von Nord-Bornesh und in den Reichen am Gwandalischen Meer. Auch wenn das Zentrum des bornischen Kaiserreichs weit, weit im Süden liegt, fühlen sie sich diesem deutlich zugehöriger, als den Reichen Angraenors. Man sieht ihnen an, daß sie aus warmen Gefilden stammen, denn ihre Haut zeigt die typische bronzene Farbe von Südländern.
Bornesen haben fast immer dunkles Haar, das sich erst im Alter aufhellt.
Wegen ihrer Mandelaugen wurden die Bornesen von den Elfen in den Tagen der Siedler Viremi genannt; die Menschen mit den Elfenaugen.
Bornesen haben ein natürliches Talent für Psionik und Anwender geistiger Kräfte sind unter Bornesen überdurchschnittlich häufig. Auch Magier findet man unter Bornesen häufig, allerdings nur sehr selten Zauberer. Magie hat unter Bornesen eine alte Tradition der Lehre und das spontane Talent für Magie, das viele andere Völker kennen, ist unter Bornesen sehr selten.

Bornesen sind ein stolzes und traditionsbewusstes Volk. Sie sehen sich gern als ein Geschlecht von Kämpfern und Herrschern und als die Elite unter den menschlichen Völkern. Ihre Vergangenheit und das Erbe ihrer Ahnen bedeutet ihnen viel und nur wenige Völker kennen eine solche Menge von Bräuchen, Riten und Traditionen, wie die Bornesen.
Die Gesellschaft der angraenischen Bornesen ist, wie die aller Einwohner des bornesischen Kaiserreichs, einem strengen Kasten-Wesen unterworfen.
Die Bornesen kennen vier Kasten; die Bornuten, die Paya, die Tredeku und die Van. Außerdem kennt man die Pariah, die Ausgestoßenen und Kastenlosen.
Das Kastenwesen ist die Grundlage jeglicher sozialer Strukturen in der Gesellschaft der Bornesen.
Üblicherweise bilden Paya und Bornuten die Oberschicht, doch auch Tredeku können es zu Einfluss bringen. Das Kastenwesen regelt das Ansehen, die Aufgaben in der Gesellschaft und die Zukunft jedes einzelnen. Bornuten sind Lehrer, Wissenshüter und spirituelle Führer. Die Aufgabe der Paya ist es, zu regieren, zu führen und zu verteidigen, während Tredeku für den Wohlstand sorgen müssen. Die Van dienen diesen drei Kasten und setzen ihren Willen in die Tat um. Unter den Bornesen Angraenors hat sich das Kastenwesen durch den regen Kontakt zu anderen Kulturen in den vergangenen Jahrhunderten sichtlich gelockert. Nicht-Bornesen werden meist nicht mehr umgehend als Pariahs gebrandmarkt und mittlerweile kommt es häufiger vor, daß Bornuten oder Tredeku die Herrschaft über eine Gesellschaft ergreifen; etwas, daß noch vor Jahrhunderten undenkbar gewesen wäre.
Heiraten zwischen Angehörigen unterschiedlicher Kasten sind jedoch noch immer verpönt und es ist noch immer schwer, die Kaste zu wechseln, denn viele Bornesen glauben noch immer fest an das System der Kasten und empfinden die Gesellschaftsordnung anderer Rassen oft als chaotisch und primitiv.
Neben den Kasten besteht unter Bornesen auch eine starke Kluft zwischen Männern und Frauen. Bornesen sehen Frauen als das schwächere Geschlecht, das sich den Männern unterzuordnen hat. Frauen gelten nicht als Pariah, doch sie haben nur wenig eigene Rechte unter Bornesen. Der einzige Weg für eine Bornesin zu Respekt und Einfluss zu kommen, ist üblicherweise der, einen angesehenen Mann zu heiraten, womit sie sich diesem jedoch völlig überantwortet. In der Weltanschauung der Bornesen gehört eine Frau ihrem Ehemann und ist sein Eigentum, über das dieser frei verfügen kann. Es ist jedoch geboten, einer Frau den selben Respekt zu erweisen, wie ihrem Mann, weshalb die Ehefrauen hoher Adeliger oder reicher Händler oft einflussreicher sind, als Männer niederen Ranges.
Bornesinnen heiraten deshalb üblicherweise schon in jungen Jahren, denn ansonsten haben sie einen Status, der nur noch über dem der Pariah steht, sobald sie ihr Elternhaus verlassen.
Nicht selten werden Heiraten unter Bornesen arrangiert und Frauen schon im Kindesalter ihrem zukünftigen Ehemann versprochen. Bornesinnen, die sich diesen Traditionen widersetzen, haben es sehr schwer und werden schnell zu Pariah.
Meist wenden sich solche Frauen von ihrem Volk ab und suchen ihr Glück in anderen Reichen Angraenors, wo man solche Unterschiede zwischen den Geschlechtern nicht kennt.
Auch wenn viele Bornesen mit den Bräuchen anderer Völker vertraut sind, ist es doch immer wieder zu beobachten, daß Bornesen die Frauen anderer Völker mit Geringschätzung behandeln, ganz gleich wie ihr Status in ihrer Gesellschaft sein mag. Dies führt immer wieder zu Konflikten, wenn Bornesen ihre Heimat verlassen. Ein weiterer Herd für potentielle Konflikte ist das hohe Ehrempfinden der Bornesen. Es gibt strenge Regeln des Umgangs unter Bornesen, die für andere Völker oft nur schwer zu durchschauen sind. Beispielsweise ist es den Van geboten, vor den Angehörigen der höheren Kasten den Blick zu senken. Tun sie dies nicht, verletzt es die Ehre dessen, der angeschaut wurde und er muss diese Anmaßung sühnen, wenn sein Ansehen nicht dauerhaft befleckt sein soll. Derlei Beispiele gibt es zu viele, als das man sie hier aufführen könnte und so ist der Umgang der Völker mit Bornesen nicht selten eine heikle Angelegenheit. Bereiche, die besonders Eng mit dem Ehrgefühl verbunden sind, sind Familie, Respekt, Wissen und Mut. Doch gerade weltgewandte Bornesen wissen von den kulturellen Unterschieden zwischen den Völkern und üben gegenüber Nicht-Bornesen oft Nachsehen; allerdings nur, wenn diese Ehrverletzungen nicht vor den Augen anderer Bornesen stattfindet.
Bornesen werden von den anderen Völkern oft als verschlossen und unnahbar beschrieben, was jedoch einen sehr weltlichen Grund hat. Bornesen sind stets um ihr Ansehen besorgt und so ist es Brauch unter ihnen, Gefühle für sich zu behalten; sowohl negative, als auch positive. Jegliche Zurschaustellung von Gefühlen wird als unehrenhaft gesehen und findet nur zwischen Eheleuten und guten Freunden statt. Selbst im Familiengefüge wird diese Tradition beibehalten und Eltern würden beispielsweise niemals vor ihren Kindern weinen. Egal, was ein Bornese empfindet, seine Züge bleiben üblicherweise unbewegt. Dies bedeutet jedoch nicht, daß Gefühle an sich keine Rolle unter den Bornesen spielen; ein gängiger Irrtum unter den anderen Völkern der Reiche. Bornesen mögen zwar kein herzliches Volk sein, doch sie sind nicht weniger emotional als andere Völker.
Sie teilen ihre Gefühle nur sehr sachlich und rein verbal mit, um ihr Ansehen zu bewahren. Diese Tradition wird Bornesen von Kindesbeinen auf gelehrt und es fällt ihnen sehr schwer, sie abzulegen, wenn sie es wollen. Das Höchste, was man von einem Bornesen als Reaktion erwarten kann, ist ein Lächeln. Komödianten sind oft erstaunt (und zum Teil erschüttert), wenn sie sich einem Publikum von Bornesen gegenüber sehen, die schweigend lächeln, während die Angehörigen anderer Völker Tränen lachen und sich auf die Schenkel klopfen. Ihre Schweigsamkeit beruht auf der Ansicht, daß es ein Zeichen von Unsicherheit ist, mehr Worte zu nutzen, als nötig ist. Dies bedeutet nicht, das Bornesen keine langen Gespräche führen, doch im Alltag machen sie nicht viele Worte. Unter diesen Gesichtspunkten ist es nicht verwunderlich, daß einer der beliebtesten Zeitvertreibe der Bornesen das Kubaki ist; eine Form von Theater, bei der Maskenträger schweigend ausdrucksstarke Tänze aufführen.
Viele Bornesen treten anderen Völkern oft mit einer gewissen Überheblichkeit gegenüber, denn sie sind stolz auf die Errungenschaften ihrer Vorfahren. Jeder Bornese ist sich bewusst, Abkömmling einer uralten, bedeutenden Zivilisation zu sein und nicht wenige ziehen daraus den Schluss, den anderen Völkern überlegen zu sein. Gerade in bornesischen Ländern bekommen Nicht-Bornesen diese Ansicht zu spüren. Viele Bornesen, die die Reiche bereisen und die anderen Völker und deren Geschichte kennen lernen, legen diese Sichtweise nach und nach ab.
Ruhmreiche Taten und eine unbefleckte Ehre zählt für Bornesen mehr als materieller Reichtum, doch Besitz ist ihnen nicht unwichtig. Bornesh war seit seiner Gründung ein reiches Land, das noch heute eine Vielzahl lukrativer Kolonien sein eigen nennt, die einen stetigen Strom von Reichtum in die Kassen des Kaiserreiches spült. Bornesen legen jedoch mehr Wert auf hochwertige und kunstfertige Reichtümer, als auf reine Masse. Teure Kleidung und hochwertige Waffen sind wichtige Statussymbole unter Bornesen. Vor allem Klingenwaffen haben unter Bornesen eine besondere Bedeutung, denn Schwertkampf hat bei ihnen eine lange Tradition.
Bornesische Schwertkämpfer und deren einzigartige Klingen (Katana) haben in Angraenor einen legendären Ruf. Allerdings ist der Kampf mit Klingenwaffen traditionell den Angehörigen der Paya vorbehalten; Angehörige anderer Kasten wählen meist andere Waffen.
Bornesen können alle Gesinnungen haben, sie verspüren jedoch einen starken Hang zur Ordnung.
Die meisten Bornesen beten zu Barnazul, der traditionellen Göttin des bornesischen Volkes. Der größte Teil der Bornesen wählt die Schlange der Zeit zu seiner Schutzgottheit. Doch auch andere Götter sind unter Bornesen populär, vor allem Drosh, Skelos und Crom.

Bornesen leben wie viele andere menschliche Völker auch in Familienverbänden zusammen, die häufig recht groß sind.
Alter und Erfahrung wird bei Bornesen sehr respektiert, weswegen jede große Familie einen Ältesten oder einen Ältestenrat vorweisen kann, der die Belange der Familie lenkt.
Der größte Teil der Bornesen lebt in den Provinzen von Nord-Bornesh oder in den Ländern am Gwandalischen Meer. Weiter nördlich trifft man sie deutlich seltener, denn viele Bornesen sehen den Norden als barbarische Reiche an und bereisen ihn nur, wenn gute Gründe dafür vorliegen. Auch außerhalb Borneshs bleiben Bornesen gern unter sich und so haben sich in den großen Städten am Gwandalischen Meer ganze Viertel von Bornesen gebildet, in denen diese nach dem Kastenwesen ihrer Heimat leben. Viele Bornesen ziehen es vor, den Kontakt zu den „wilden und barbarischen Völkern“ auf ein Minimum zu beschränken. Ihr Stolz und ihre sprichwörtliche Überheblichkeit machen ihnen den Umgang mit anderen Völkern nicht immer leicht, doch darüber hinaus bestehen kaum Abneigungen oder Feindschaften zu den meisten Rassen und Völkern. Zu Gwandaliern gibt es durch die Kriege in den Tagen der Siedler noch immer gelegentliche Spannungen. Viele Bornesen verspüren – trotz blutiger Konflikte in der Vergangenheit – eine große Verbundenheit zu dem Volk der Hobgoblins mit seinen strengen Hierarchien und sehen sich diesen in vielem näher, als den anderen menschlichen Völkern.

Volksmerkmale der Bornesen
▪ +2 Charisma, -2 Weisheit
▪ Natürliche Psi-Kräfte: 2 Bonus-Kraftpunkte auf der 1. Stufe. Dieses Volksmerkmal gewährt einem Bornesen jedoch nicht die Fähigkeit, automatisch Psi-Kräfte zu manifestieren. Er muss diese Fähigkeiten auf anderem Wege erlangen, beispielsweise durch Klassenstufen in einer Psi-Klasse.
▪ Volksbonus von +2 auf Konzentration.
▪ Anfangssprachen: Handelssprache, Bornesi.
▪ Zusätzliche Sprachen: Gwandalisch, Reptik.
▪ Bevorzugte Klassen: Alle.

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