Dorga-Suun

Die Dorga-Suun beruhen auf einer Idee von Mantis.


In den Reichen südlich von Gwendell erzählen sich die Menschen voller Furcht und mit gesenkter Stimme von den schrecklichen Frauen des Nordens.
Weiber, weiß wie Schnee und mit Herzen so hart und kalt wie Eis.
Frauen, die einem Mann den Verstand rauben können und die Horden blindwütiger Verehrer unter ihrem Befehl haben, die auf ihr Wort hin morden, plündern und brandschatzen. Winterhexen und Töchter von Riesen, die Gedanken lesen und geheimnisvolle Magie weben um jene zu vernichten oder zu versklaven, die ihnen bei ihren Raubzügen in die Quere kommen.
Dies sind die Dorga-Suun, die im kalten, hohen Norden herrschen und bei denen das Wort eines Mannes nichts zählt.

Die Dorga-Suun stammen von einem der menschlichen Sklavenvölker der Riesen von Anghmir ab. Ihr Herr war der Flüsternde König, einer der letzten großen Tyrannen des zerfallenen Großreichs der Riesen. Der Flüsternde König war unter den adeligen Riesen Anghmirs bekannt für die Zucht seiner Leibsklaven, die wegen ihrer überirdischen Schönheit, ihrer Anmut und Kraft Bewunderung ernteten. Der stolze und dekadente Frostriese war stolz auf seine Geschöpfe und auch wenn er sie als Lust- und Leibsklaven schikanierte und quälte, so lehrte er sie doch vieles, damit sie den Sklaven seiner Rivalen überlegen waren. Die Frau Dorga war, den Legenden zufolge, eine Konkubine des Flüsternden Königs und als eine seiner Favoritinnen war sie häufig den Qualen seiner besonderen Aufmerksamkeit ausgesetzt. Doch er lehrte sie auch Magie; die geheime Runenmagie der Riesen von Anghmir. Und während er sie lehrte und sich an ihr verging, begann sie, den Untergang des Tyrannen zu planen. Es dürstete sie nach Freiheit und so gab sie ihr Wissen an ihre Artgenossen weiter und schürte auch in ihnen den Wunsch nach einem Ende der Knechtschaft. Und als der Tag kam und die Sklaven sich erhoben, führte Dorga die Magie der Riesen gegen den Flüsternden König und seine Horde und befreite ihr Volk aus den Ketten der Sklaverei. Es heisst, in dem Augenblick, als sie dem Flüsternden König den Todesstoß versetzen wollte, habe Mitleid Dorga übermannt und anstatt den Tyrannen zu töten, verstümmelte sie ihn bloß. Doch als die Menschen flohen, erhob sich der Flüsternde König und warf den Flüchtenden als Rache für ihren Verrat einen bösartigen Fluch hinterher. Dorga und ihre Leute flohen gen Süden, doch als sie Anghmirs Grenzen überschritten, entfaltete die Nekromantie des Flüsternden Königs ihre grauenvolle Wirkung. Die Männer des Volkes begannen zu sterben; erst die Alten, dann die Schwachen, doch dann auch die Jungen und Starken. Und keine zwei Wochen nach Beginn ihrer Flucht war der letzte Mann tot und nur noch Dorga und ihre Gefährtinnen flohen; weiter und weiter gen Süden.
In den Chroniken der Emnier wird erstmals im Jahre 1101 v.K. von den Frauen berichtet, die aus dem Norden kamen und die sich in den unwirtlichen Regionen Nord-Gwendells niederließen. Die ehemaligen Sklavinnen passten sich den menschlichen Barbarenvölkern an, denen sie im Norden Angraenors begegneten und wurden Nomaden. Sie blieben unter sich und nutzten ihre Magie, um sich gegen die Barbaren zur Wehr zu setzen, die in den einsamen Frauen leichte Beute sahen.
Zu dieser Zeit müssen Dorga und ihre Schwestern auch begonnen haben, kräftige Männer der rivalisierenden Stämme zu entführen, um sie sich auf magische Weise gefügig zu machen und Nachwuchs mit ihnen zu zeugen. Und dann zeigte sich die teuflischste Wirkung des Fluchs des Flüsternden Königs. Alle Kinder, die aus diesen Verbindungen hervorgingen, waren weiblich. Die Kinder waren makellos, gesund und klug, doch keines von ihnen war männlich. Dorga begriff, daß ihr Volk ohne Männer dem Untergang geweiht war; doch sie schwor mit ihren Schwestern, dieses Schicksal nicht hinzunehmen. Und so entwickelte sich unter den ehemaligen Sklavinnen eine Kultur, wie man sie kein zweites Mal unter der Sonne Angraenors finden kann. Die Schwesternschaften der Dorga-Suun (was auf Anghmarin Töchter der Dorga bedeutet) begannen, Männer zu versklaven, um ihr Geschlecht am Leben zu halten. Sie benutzten die alte Magie der Riesen und ihre Kampfeskünste, um ein Gefolge um sich zu sammeln und sich in Gwendells nördlichen Provinzen auszubreiten. Um 400 n.K. kam es erstmals zu Zusammenstößen mit gwendell’schen Truppen, die die Herrschaft über die nördlichsten Provinzen festigen und Überfälle der Dorga-Suun auf den Süden verhindern sollten. Doch was vom Arkanen Rat Gwendells als simple Machtdemonstration gegenüber Barbaren geplant war, entwickelte sich zu einem blutigen Krieg. Der Winterkrieg, wie der Konflikt später genannt wird, dauerte über 200 Jahre und endete erst mit dem Aufkommen des Szinderis-Kults in Gwendell. Durch die wachsenden Revolten der religiösen Fanatiker drohte dem Reich ein zweiter Krieg, der Gwendell womöglich vernichtet hätte. Und so machte der Arkane Rat den Schwestern der Dorga-Suun ein Friedensangebot und trat seine nördlichste Provinz an die Winterhexen ab.
612 n.K. wurde die Region als Orguun, Reich der Schwestern von Dorga-Suun, ausgerufen und die Geschichten über die schönen, bleichhäutigen Zauberinnen des Nordens begannen sich in den Ländern Angraenors zu verbreiten.

Dorga-Suun sind stets hoch gewachsene, schlanke Frauen mit alabasterweißer Haut. Ihr Haar ist meist dunkel, braun oder von einem silbrigen Blond. Von allen anderen menschlichen Völkern wird ihre Erscheinung als attraktiv und einschüchternd zugleich umschrieben. Sie sind von kühler Schönheit, mit hohen Wangenknochen, schlanken Gesichtern und leicht mandelförmigen Augen. Dorga-Suun kleiden sich in weiße, weinrote oder schwarze Ledergewänder, die meist eng anliegen und zu zeremoniellen Anlässen zusammen mit langen, weiten Lederröcken getragen werden. Sie lieben edlen Schmuck, in dem große Edelsteinen verarbeitet wurden und haben eine besondere Vorliebe für magischen Schmuck. Etwas was von Fremden meist zuerst wahrgenommen wird (neben ihrer atemberaubenden Schönheit), sind die Hautmalereien der Dorga-Suun. Sie schminken und bemalen ihre weißen Gesichter mit äußerster Kunstfertigkeit und verwandeln sie in Kunstwerke von Schönheit und Schrecken. Dorga-Suun können in den Bemalungen ihrer Schwestern viel über deren Leben, ihren gesellschaftlichen Status und ihr momentanes Befinden erfahren. Für Außenseiter ist es allerdings äußerst schwer, die Hautmalereien der Dorga-Suun zu deuten, denn den meisten fehlt schlicht der nötige Einblick in die exotische und verstörende Kultur der Winterhexen.
Dorgas Töchter sind Kinder des Nordens und der Kälte. Sie sind die eisigen Winde, die Schneestürme und den lebensfeindlichen Frost ihrer Heimat gewöhnt und das Klima scheint sie nicht zu stören. Sie scheren sich nicht um Kälte und für Außenstehende hat es den Eindruck, als nehmen sie diese überhaupt nicht war. Doch Dorga-Suun sind schlicht unempfindlicher gegen Kälte als andere Völker und beginnen meist erst zu frieren, wenn andere sich schon vor dem Kältetod fürchten.
Die Dorga-Suun sind bekannt für ihr stolzes und herrisches Wesen. In den Jahrhunderten, in denen sie von Sklaven zu Herrscherinnen aufgestiegen sind, haben sie sich daran gewöhnt, dass man ihren Befehlen gehorcht und so sagt man ihnen häufig einen arroganten, jähzornigen Wesenszug nach. Sie sind Stolz auf die Taten ihres Volkes und halten das Andenken an ihre Vorfahren in Ehre. Allen anderen Völkern und Kulturen gegenüber zeigen Dorga-Suun eine ausgeprägte Intoleranz. Sie nehmen Andersartigkeit nur hin, wenn diese sich unterwirft. Sie kennen kein Mitleid für ihre Feinde, denn für diese Regung Dorgas hat ihr Volk teuer bezahlt. Es hat die Winterhexen Leid und Entbehrungen gekostet, ihre Überlegenheit über alle anderen Völker zu erringen und sie sehen es deshalb als ihr Recht an, diese Überlegenheit auch auszuleben. Nur solche können ihren Respekt ernten, die es mit ihrer Magie, ihren tödlichen Klingen und ihrem kühlen Verstand aufnehmen können. Die meisten Winterhexen sind außergewöhnlich intelligent und haben einen kalten, logischen Verstand. Sie lassen sich nur selten von ihren Emotionen führen; es sei denn, es ist Zorn…
Jede Dorga-Suun kann nur Töchter zeugen. Seit fast zweitausend Jahren wurde kein männlicher Dorga-Suun mehr geboren und diese Nomaden sind das einzige bekannte Volk der Welt, das nur aus Frauen besteht. Dorga-Suun können mit fast allen humanoiden Völkern Nachwuchs zeugen, doch das Kind ist immer eine Dorga-Suun. Auch Halbblütler und andere Rasseneinflüsse sind unter den Dorga-Suun gänzlich unbekannt. Während die ersten Generationen der Dorga-Suun noch bemüht waren, den Fluch zu brechen, der über dem Volk liegt, und immer wieder Expeditionen entsandten, um den Palast des Flüsternden Königs und ein Mittel gegen die mächtige Magie zu finden, scheint das Volk sein Schicksal während der letzten Jahrhunderte hingenommen zu haben. Viele sind stolz auf ihre Gesellschaft ohne Männer und schauen herablassend auf männlich dominierte Völker wie Emnier oder Hobgoblins. Der Wunsch, männlichen Nachwuchs zu zeugen, ist bei den meisten Dorga-Suun gänzlich verschwunden.
Durch ihre Jahrhunderte lange Existenz als eingeschlechtliches Volk hat sich unter den Dorga-Suun ein enges Gemeinschaftsgefühl entwickelt. Die Winterhexen leben in so genannten Schwesternschaften zusammen, die ihre Form der Familie darstellen. Es herrschen enge Verbundenheit und unerschütterliche Loyalität unter den Mitgliedern einer Schwesternschaft. Eine Schwesternschaft wird von der so genannten Hochmutter angeführt; meist eine erfahren, weise Frau, die von ihren Schwestern ernannt wird und bis zu ihrem Tod im Amt bleibt. Rangkämpfe und Machtgelüste kennen die kriegerischen Frauen innerhalb ihrer eigenen Gesellschaft nicht. Die Gemeinschaft in einer Schwesternschaft ist von Warmherzigkeit, Liebe und Zusammengehörigkeit geprägt; etwas, das man kaum für möglich halten mag, wenn man die Erbarmungslosigkeit und Kaltherzigkeit der Winterhexen auf dem Schlachtfeld kennt. Das Zeugen von Töchtern zum Sichern des Fortbestandes ihres Volkes gehört zu den wichtigsten Pflichten einer Winterhexe. Die Anzahl zur Welt gebrachter Töchter ist ein bedeutendes Merkmal für die soziale Hierarchie unter den Dorga-Suun. Jene Frauen, die schon Kinder zur Welt gebracht haben, genießen mehr Respekt als kinderlose Schwestern und von jenen, die keine Kinder bekommen können, wird erwartet, dass sie ihrer Schwesternschaft auf andere Weise dienen.
Junge Dorga-Suun wachsen sehr behütet auf und lernen von allen Mitgliedern ihrer Schwesternschaft die Dinge, die eine Winterhexe können und wissen muss.
Schon die jüngsten Mädchen werden in den magischen Künsten des Volkes und
im Kailatash-Stil, dem traditionellen Schwertkampf der Dorga-Suun unterrichtet. Diese Tradition stammt noch aus den Tagen ihrer Flucht aus Anghmir, in denen sich das Volk ständiger Gefahren erwehren musste und die Frauen auf jede Einzelne unter ihnen angewiesen waren. Heute leben die Dorga-Suun als Herrinnen ihrer Heimat und dennoch behalten sie den Brauch der frühen Ausbildung bei. In einem Alter in dem die Magier anderer Völker erst ihre Lehren beginnen und angehende Soldaten noch mit Holzschwertern üben, sind viele Winterhexen schon mächtige Zauberinnen und vollwertige Kriegerinnen ihrer Schwesternschaft.

Viele Schwesternschaften reisen als Nomadengruppen durch die Länder und sind nur zeitweise sesshaft. Zwar haben viele Schwesternschaften seit der Gründung Orguuns ihre nomadische Lebensweise abgelegt und sich den Vorzügen der Zivilisation zugewandt, doch die Tradition des Wanderns hat noch immer eine große Bedeutung unter den Winterhexen. Auch sesshafte Schwesternschaften brechen in gewissen Abständen zu langen Wanderungen auf, um sich auf den Ursprung ihrer Kultur zu besinnen. Reisende Dorga-Suun leben meist in geräumigen Zelten aus Büffelfell, die sie vor den rauen Witterungen ihrer Heimatregionen schützen. Die wandernden Winterhexen leben von der Jagd auf Büffel und Mammuts und von den Vorräten, die sie in den kurzen Sommermonaten beiseite gelegt oder erbeutet haben. Schwesternschaften auf der Wanderschaft verlassen ihr gewohntes Gebiet und machen sich auf die Jagd nach Sklaven und Reichtümern. Diese Horden dringen oft tief in den Süden und den Osten ein und sind häufig Monate unterwegs, bevor sie mit Schätzen und Scharen gefangener Sklaven heimkehren. Dorga-Suun haben keine Skrupel, andere Völker zu berauben, denn sie wissen, dass es ihnen ebenso ergehen würde, wären sie ihren Feinden unterlegen.
Schwesternschaften der Dorga-Suun nutzen ihre geistesbeeinflußende Magie, um Männer anderer Völker zu unterwerfen. Meist haben sie ein großes Gefolge aus Kriegern und Arbeitssklaven um sich geschart, das für ihre Sicherheit, ihr Wohlergehen und für das Zeugen der Töchter zu sorgen hat. Hierfür wählen sie ausschließlich gesunde, kräftige und attraktive Exemplare aus, denn sie haben die Neigung, Männer fast ausschließlich nach Äußerlichkeiten zu beurteilen. Heutzutage dienen viele freiwillig den Winterhexen und die aufsässigen Exemplare werden auf magischer Weise gefügig gemacht. Männer haben in ihrer Gesellschaft nur den Zweck, den Fortbestand ihres verfluchten Geschlechts zu sichern. Sie sind nahezu immer Sklaven und auch wenn sie meist gut behandelt werden, so haben sie doch keinerlei Rechte. Die meisten Männer in von Dorga-Suun dominierten Gesellschaften müssen sich an eine Vielzahl von Geboten halten, wenn sie nicht den Zorn der Winterhexen erregen wollen. Männer dürfen in der Gegenwart einer Dorga-Suun nicht ungefragt das Wort erheben und haben den Blick zu senken. Sie haben jeden Befehl auszuführen und jede Frage zu beantworten, solange es ihr Eid gegenüber ihrer Herrin zulässt. Jene Männer, die sich durch besondere Dienste für die Schwesternschaften auszeichnen, können den Respekt ihrer Herrinnen erwerben und sich so ein angenehmes Dasein schaffen. Liebesbeziehungen zwischen Dorga-Suun und männlichen Gefolgsleuten gibt es jedoch fast nie. Die Winterhexen würden eine solche Verbindung als Bruch der Loyalität gegenüber der Schwesternschaft sehen und darüber hinaus gilt es als moralisch hoch verwerfliche Sünde. Für eine Dorga-Suun ist der Gedanke an eine solche Beziehung absurd und es ist für sie so, als denke man darüber nach, mit seinem Hund oder Pferd eine Liebesbeziehung einzugehen. Dorga-Suun heiraten nur andere Frauen ihres Volkes und wenn sie Liebesbeziehungen zu den Angehörigen anderer Völker aufnehmen, dann ausschließlich zu Frauen. Es kommt vor, dass Dorga-Suun auch Frauen als Sklavinnen nehmen; allerdings niemals andere Dorga-Suun. Eine Dorga-Suun, die eine Artgenossin als Sklavin nimmt, gilt als außergewöhnlich grausam, denn Sklaverei finden die Winterhexen schlimmer als den Tod. Dass sie selbst anderen Völkern dieses Schicksal aufzwingen, bezeugt nur ihre Geringschätzung aller anderen Rassen.
Den selbstbewussten Männern anderer Völker begegnen sie oft mit Zorn, denn sie empfinden ihr Verhalten meist als respektlos und dreist. Wenn eine Dorga-Suun auf eine Gruppe Fremder gemischten Geschlechts trifft, wird sie das Wort an die Frauen der Gruppe richten und die Männer ignorieren. Die Friedensverhandlungen zwischen dem Arkanen Rat von Gwendell und den Dorga-Suun war Gerüchten zufolge nur von Erfolg gekrönt, weil der Rat eine Delegation weiblicher Unterhändler entsandte. Zwar wissen die Winterhexen, dass ihre Kultur einzigartig ist und andere Völker oft von Männern dominiert werden, doch sie hegen keinerlei Toleranz für diese (in ihren Augen minderwertigen) Lebensweisen. Sie erwarten von Fremden, dass diese sich der Kultur der Dorga-Suun anpassen, wenn sie ihnen begegnen. Außenstehende empfinden diese Haltung als extrem arrogant, doch wenn die Alternative dazu der Tod ist, sehen auch dickköpfige Emnier meist über diese Beleidigung hinweg. Doch auch wenn die Winterhexen Männer im Allgemeinen als minderwertig betrachten, so hassen sie diese nicht. Fast jede Dorga-Suun hält sich mindestens einen Leibsklaven, mit dem sie Töchter zeugt und der ihr als Handlanger und Vertrauter dient. Manche Winterhexen nennen eine ganze Schar gebundener Leibsklaven ihr Eigen und unter ihnen ist es Brauch, untereinander Sklaven als Zeichen der Anerkennung, der Verbundenheit und der Freundschaft zu verschenken. Alle Sklaven müssen ihrer Herrin einen Treueid schwören und sind dem Tode geweiht, wenn sie ihn missachten. Viele binden ihre Leibsklaven mittels einer Rune der Herrschaft (ein Symbol der Dorga-Suun, das ein permanentes Person Beherrschen auf das Opfer legt) an sich, doch manche haben auch Sklaven, die ihnen freiwillig oder gar aus Liebe dienen. Es heißt, ein Mann könne den Kuss einer Dorga-Suun niemals vergessen und viele verfallen diesen kühlen Schönheiten nachdem sie ihnen zum ersten Mal begegnet sind. Man hört in den Reichen Angraenors nicht selten von gestandenen Männern, die Hab und Gut, Einfluss und Familie zurücklassen, um einer Dorga-Suun als Sklave dienen zu dürfen.
Auf gewisse Weise sind die Winterhexen ein dekadentes Volk, das den Reichtum liebt. Dorga-Suun genießen es, ihren Besitz zur Schau zu stellen; seien es Reichtümer, Waffen oder stattliche Sklaven.
Auch wenn Schwesternschaften ihren Schutz meist ihren Sklavenwachen überlassen, hat der Kampf unter ihnen noch immer hohe Tradition. Alle Dorga-Suun wissen, dass sie ihren Sklaven im Zweifelsfall nicht trauen können und sind deshalb stets in der Lage, sich selbst zu verteidigen. Traditionell kämpfen die Dorga-Suun mit ihren legendären Bastardschwertern in einem Stil, den sie den Kailatash nennen; den Tanz des Stahls. Die meisten Angehörigen des Volkes beherrschen diesen Stil. Der Kailatash ist berühmt für seine Anmut und gefürchtet für seine Tödlichkeit. Die Winterhexen führen ihre Klingen auf eine Weise, die den Einsatz eines Schildes überflüssig macht und der es ihnen erlaubt, im Kampf zu zaubern. Sie gelten als grauenhafte, erbarmungslose Kriegerinnen, die im Kampf keinerlei Gnade kennen.
Wenn man einer Dorga-Suun im Kampf unterlegen ist, hat man nur die Möglichkeit, sich ihr als Sklave zu unterwerfen, wenn man sein Leben retten möchte.
Dorga-Suun können alle möglichen Gesinnungen haben. Überwiegend sind sie Rechtschaffen-Böse oder Chaotisch-Neutral. Gute Gesinnungen findet man unter den Winterhexen ausgesprochen selten.
Magie ist bei den Dorga-Suun außerordentlich angesehen und kein Volk kennt so viel geistesbeeinflußende Magie wie diese Winterhexen aus dem hohen Norden. Nahezu alle arkanen Magieanwender unter den Dorga-Suun sind Zauberinnen. Magierinnen findet man unter ihnen ausgesprochen selten. Viele Dorga-Suun, selbst jene, die ihr Leben dem Kampf widmen, beherrschen die Grundzüge der Magie (und haben meist eine oder zwei Stufen als Zauberin). Psionik ist unter den Winterhexen bekannt, aber so selten, dass sie keine gesellschaftliche Bedeutung hat. Psioniker unter den Dorga-Suun wählen fast immer die Disziplin der Telepathie.
Mächtige Priesterinnen kann man unter den Winterhexen finden, auch wenn das Volk nicht für seinen ausgeprägten Hang zum Glauben bekannt ist. Die bedeutendsten Götter unter den Dorga-Suun sind Jargush, die Göttin der Kälte, Saluku, Hoztrek und Kreevalta. Manche Winterhexen beten auch zu Skelos, Sistinas oder Barnazul.

Man trifft Dorga-Suun fast ausschließlich in ihrem Heimatreich; den eisigen Ebenen von Orguun. Dort sind sie das dominante Volk und herrschen mit eiserner Faust über ihre Gebiete. In den übrigen Regionen Angraenors sind sie kaum anzutreffen. Am ehesten kann man ihnen noch in Gwendell und den Emnischen Feldern begegnen, doch auch das ist selten und diese Winterhexen sind nahezu immer Reisende. Nicht selten sind Dorga-Suun außerhalb ihrer Heimatländer auf Beutezug oder Sklavenjagd. Abenteurer unter den Winterhexen sind selten und meist in besonderen Aufträgen ihrer Schwesternschaft unterwegs. Von Dorga-Suun, die sich abseits ihres Volkes in anderen Reichen niedergelassen haben, hat man bisher noch nichts gehört. Dorga-Suun halten sich aus den Reichen der anderen Völker fern und bleiben bevorzugt unter sich; eine Haltung, die sie auch von anderen Völkern erwarten. Zwar sind die Winterhexen Fremden gegenüber seit der Gründung Orguuns überwiegend wohlwollender eingestellt und die Zeiten, in denen Fremde umgehend getötet wurden, sind vorbei; dennoch begegnen sie allen anderen Völkern (vor allem Männern) mit Argwohn, Hochmut und Verschlossenheit. Sie begegnen Fremden immer kalt und emotionslos und versuchen, ihre Gefühle und Absichten hinter einer Maske der Verschlossenheit zu verbergen. In den zivilisierten Reichen kommen die Dorga-Suun wegen ihrer extremen Engstirnigkeit und ihrem Hochmut nur schlecht zurecht. Eine einzelne Dorga-Suun würde ihre Haltung nicht lange präsentieren können, ohne mit den Bewohnern dieser Regionen in Konflikt zu geraten. Sie pflegen keine Freundschaften zu anderen Völkern, doch mit den Emniern Gwendells haben sie ein überwiegend friedliches Verhältnis, was auf die wachsende Vertrautheit beider Völker durch Handelsbeziehungen und die gemeinsame Feindschaft mit den Szinderis-Fanatikern Althesiens zurückzuführen ist. Dennoch stellen die Raubzüge der Dorga-Suun dieses lockere Bündnis immer wieder auf die Probe. Bedingt durch die Vergangenheit ihres Volkes hassen Dorga-Suun Riesen und riesenartige Völker und treten ihnen entgegen, wo immer sie auftauchen. Für ihre Sklaven bevorzugen die Dorga-Suun Emnier, Dhraal, Hobgoblins und Merkanier. Gelegentlich findet man jedoch auch Angehörige anderer Rassen unter ihrem Gefolge. Es kommt nur sehr selten vor, dass Dorga-Suun mit den Angehörigen anderer Völker Freundschaft schließen.
Es heißt, man müsse gewaltige Mauern von Intoleranz und Hochnäsigkeit überwinden, um das Vertrauen einer Dorga-Suun zu erwerben. Ist dies jedoch gelungen, hat man für den Rest seines Lebens eine äußerst loyale Begleiterin, die einen als Angehörigen ihrer Schwesternschaft betrachtet.

Volksmerkmale der Dorga-Suun
▪ +4 Charisma, +2 Stärke, -2 Konstitution, -2 Intelligenz
▪ Eine Dorga-Suun ist sehr anfällig gegenüber Hitze und erleidet schon ab 25°C die Auswirkung durch sehr heiße Umgebung (→ siehe DMG S.379). Dafür sind sie ausgesprochen resistent gegen Kälte. Auswirkungen durch kühle Umgebung erleiden sie erst ab -10°C, Auswirkungen durch große Kälte erst ab -25°C und Auswirkungen durch extreme Kälte erst ab -40°C (→ siehe DMG S.380).
▪ Fesselnde Schönheit: Eine Dorga-Suun kann die Zauber Person Bezaubern und Hypnose als zauberähnliche Fähigkeit benutzen. Die Zauberstufe für diese Fähigkeit entspricht der Charakterstufe der Dorga-Suun. Für je zwei Klassenstufen kann sie einen dieser Zauber ein Mal pro Tag anwenden. Eine Dorga-Suun der 8. Stufe könnte also vier Mal täglich Person Bezaubern oder Hypnose wirken. Die Zauber können dabei beliebig kombiniert werden. Sie könnte insgesamt vier Mal Person Bezaubern oder vier Mal Hypnose wirken oder auch zwei Mal Hypnose und zwei Mal Person Bezaubern. Diese Fähigkeit wirkt nur auf Männer.
▪ Anfangssprachen: Handelssprache, Anghmarin.
▪ Zusätzliche Sprachen: Emnisch, Dhraalek, Skrigg.
▪ Bevorzugte Klassen: Hexer, Barbar.

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