Enhaerianer

Die Enhaerianer sind ein Volk, das schon immer in Angraenor lebte. Sie entwickelten sich aus Nomadenvölkern, die die großen Weideländer westlich des Goldenen Stroms besiedelten. Lange Jahre lebten die Enhaerianer (oder Enhaeri, wie sie vielerorts genannt werden) im Schatten des großen Alt-Orkischen Königreichs, das sich von den Schänderspitzen bis ins heutige Ganiordaes erstreckte.
Sesshaft wurden die Enhaeri etwa 3600 v.K., als Fernit, der legendäre Schwertkönig, die enhaerischen Stämme unter seiner Herrschaft vereinte. Die Enhaerianer begannen, die Länder rund um den Gezeitensee zu besiedeln und erste Städte zu errichten. Höhepunkt des enhaerianischen Königreichs war die Gründung der späteren Hauptstadt Orkev und der Bau der gewaltigen Rotdrachenroute, die später Angraenor mit den fernen Reichen von Ernambor und Lugant verband. Das Ende der enhaerischen Hochkultur markierte die Krönung von Karvazon, dem letzten der Schwertkönige, um ca. 500 v.K.. Karvazon war ein Wahnsinniger, der bald befahl, alle Priester des Reiches zu töten und die Tempel niederzubrennen. Er ernannte sich selbst zum Gottkönig und zum Herrscher über die Welt und befahl seinem Volk, ihn zu verehren. Er drohte auch den Dhraal und den Gwandaliern mit Krieg, sollten sie sich ihm nicht unterwerfen. Doch soweit kam es nicht, denn nur wenige Wochen später begannen schreckliche Katastrophen das blühende Königreich zu erschüttern. Erdbeben, gewaltige Steppenbrände, Hungersnöte und Seuchen vernichteten Karvazons strahlendes Reich innerhalb weniger Jahre und brachten den meisten Enhaeri den Tod. Regen blieb aus, daß Reich drohte zur Wüste zu werden und die Gespaltene Erde tat sich auf und verschlang ganze Provinzen. Karvazons Schicksal ist unbekannt. Jene Enhaeri, die auch angesichts der schrecklichen Katastrophen am Glauben zu ihrem Gottkönig festhielten, begannen sich auf unheimliche Weise zu verändern und wurden zu jenem Volk, daß man heute als Ferniten kennt. Von den strahlenden Städten Enhaeriens überlebten nur Kalster und Orkev und der größte Teil der verbliebenen Enhaeri flohen an die Ufer des Goldenen Stroms.
Nur wenige Gelehrte, vor allem Priester, hatten Zweifel daran, daß Karvazons schrecklicher Wahnsinn den Zorn der Götter über sein Volk gebracht hat.
Später ging diese Ära als Zeit der Qualen oder als Götterstrafe in die Geschichte Angraenors ein.
Die überlebenden Enhaeri litten in den ersten Jahrzehnten ihres Exils vor allem unter ständiger Bedrohung durch das sterbende Alt-Orkische Königreich.
Die Orks, die zunehmend wilder und unzivilisierter wurden, begannen Krieg gegen die Siedlungen der Enhaeri zu führen und diese verbündeten sich schließlich gegen die Bedrohung und gründeten das Königreich Ornien. Als 152 n.K. die Heere der thalisischen Kreuzfahrer nach Ornien kamen, fand die Zeit der Qualen ein Ende. In diesem Sommer regnete es erstmals wieder in den Ländern, die einst Enhaerien waren und das Grün kehrte zurück. Allerdings kehrten nur wenige Enhaeri in die Länder ihrer Vorväter zurück, in denen sich wilde Orks und Ferniten ausgebreitet hatten.

Enhaerianer sind ein schlankes, hageres Volk.
Sie haben blasse grünliche Haut, schwarze Augen und sehr weiche Züge, die männlichen Enhaeri ein leicht androgynes Aussehen verleihen. Ihr Haar ist schwarz und schimmert grünlich im Licht. Alle Enhaeri tragen ihr Haar lang und kürzen es gewöhnlich nur selten. Männliche Enhaerianer haben keinen Bartwuchs.
Enhaerianer gelten als freundliches, tolerantes Volk. Enhaeri sind optimistische, fröhliche Menschen, die auch in Zeiten der Bedrohung nur selten ihre Lebensfreude verlieren. Möglicherweise haben die Katastrophen der Vergangenheit sie so unerschütterlich gemacht, wie sie es heute sind.
Man sagt Enhaerianern einen Mut nach, der teilweise an Lebensmüdigkeit grenzt. Ihr Optimismus und der feste Glaube an die eigene Kraft verklären gelegentlich ihren Sinn für Realität und führen Enhaerianer nicht selten in nahezu auswegslose Situationen.
Dennoch gilt die Haltung der Enhaeri in den Reichen Angraenors als glänzendes Beispiel für Heldenmut. Ein Enhaeri lässt sich nicht einschüchtern; weder durch Drohungen oder durch die zahlenmäßige Überlegenheit des Gegners.
Er sieht meist lieber dem Tod ins Auge, als den Rest seiner Tage als Feigling da zu stehen.
Diese Haltung hat sich in der Vergangenheit häufig bewährt; in den Kriegen gegen die Übermacht der Orks oder in jüngster Zeit während der Feindlichkeiten zwischen dem kleinen Reich Ornien und dem mächtigen Vandelari.
Enhaeri sind zwar nicht stolz auf ihre Geschichte, aber stolz darauf, wohin sie es trotz all’ dieser Widrigkeiten gebracht haben.
Jeder Angehörige fühlt sich seinen Ahnen verpflichtet und viele sehen Feigheit nicht nur als Verrat der eigenen Prinzipien, sondern auch als Verrat an den Errungenschaften ihrer Vorväter.
Kampf ist ein wichtiges Element im Leben der Enhaeri. Seit dem Untergang ihres Heimatlandes mussten sich Enhaeri ständig gegen Orks, die Überfälle der Ferniten oder die Aggressoren der Verkünderkirche zur Wehr setzen.
Schon Kindern wird in jungen Jahren das Kämpfen gelehrt und meistens sind Enhaeri bestrebt, ihre Fähigkeiten bis ins hohe Alter zu erhalten oder zu verbessern.
Auch Frauen bilden hier keine Ausnahme. Jeder Enhaeri versteht es, sich, seine Angehörigen und seinen Besitz zu verteidigen und jeder, der einem Enhaeri mit feindlichen Absichten gegenüber tritt, sollte dies beherzigen.
Respekt und die Meinungen anderer bedeuten einem Enhaeri viel und er vermeidet grundsätzlich Dinge, die seinem Ansehen schaden könnten.
Respekt ist es auch, der die Hierarchien in enhaerischen Gemeinschaften (beispielsweise im Reiche Ornien) bestimmt. Enhaeri halten nichts von Macht, die sich durch Familienbande oder Traditionen vererbt. Jeder Anführer unter den Enhaeri, vom Betreiber eines Gutshofs bis zum König, muss sich den Respekt seiner Untergebenen verdienen, denn ansonsten wird man ihm nicht folgen.
Nur weil der Vater ein guter König war, heisst das noch lange nicht, daß man seinem Sohn mit dem gleichen Respekt begegnen muss.
Respektierte Anführer haben unter den Enhaeri jedoch auch stets ein treues Gefolge. Die Gemeinschaft ihres Volkes bedeutet den Enhaeri sehr viel und Verräter findet man unter ihnen nur sehr selten. Enhaerianer sind ihren Brüdern und Schwestern gegenüber stets loyal und hilfsbereit und können im Gegenzug das selbe erwarten.
Die Einigkeit ihrer Gemeinschaft hat die Enhaeri in vielen finsteren Zeiten vor dem Untergang bewahrt und die Angehörigen dieses Volkes sind stolz auf diese Tradition.
Diesen Gemeinschaftssinn findet man auch in enhaerischen Familien. Blutsverwandtschaft ist ein festes Band zwischen Angehörigen, das auch arger Streit und Meinungsverschiedenheiten nur selten zertrennen können.
Enhaerische Familien sind oft recht groß und leben immer gemeinsam; ebenfalls ein Relikt aus bedrohlicheren Tagen. Während sich die Familien anderer Völker sich oft über ganze Reiche verteilen, bleiben enhaerische Familien stets beisammen.
Deshalb ist es unter Enhaeri auch üblich, daß Angehörige von Familien heiraten, die in unmittelbarer Nähe leben, damit kein Teil des Paares auf die Nähe seiner Verwandten verzichten muss.
Magie ist unter Enhaeri recht selten, auch wenn sie über alle Voraussetzungen verfügen, diese Kunst zu erlernen. Magie war bisher schlicht nie Teil ihrer Kultur und Enhaeri erlernen diese Kunst häufig nur, wenn sie nicht in der Gemeinschaft ihrer Artgenossen aufwachsen. Mit Psionik verhält es sich ähnlich; geistige Kräfte sind allerdings noch seltener unter Enhaerianern.
Enhaerianer können jegliche Gesinnung haben, sie haben jedoch einen starken Hang zur Ordnung.
Als Schutzgottheiten wählen sie vor allem kromanische Gottheiten und so sind Andrinus und Barandinus die häufigsten Gottheiten, die unter den Angehörigen dieses Volkes zu finden sind.
Weitere Götter, die unter Enhaeri häufiger verehrt werden, sind Klarakni, Drosh und Tornus. Enhaeri sind oft sehr religiöse Menschen, für die Glaube eine Quelle des Friedens und der Hoffnung darstellt. Unter Enhaeri gibt es außergewöhnlich viele und mächtige Priester.

Enhaeri leben fast ausschließlich westlich des Goldenen Stroms; vor allem in den freien Städten Kalster, Orkev und Trugniss und im Reiche Ornien. Auch wenn Enhaeri überall in den Reichen leben könnten, verlassen nur sehr wenige auf Dauer ihre Heimat oder verspüren den Wunsch dazu. Zwar ist es nicht selten, daß junge Enhaeri ihre Familie verlassen, um anderswo etwas zu lernen und die Welt zu nehmen, doch diese kehren nahezu immer Monate oder Jahre später zu ihrer Familie zurück. Enhaerianer, die dauerhaft abseits ihres Volkes wohnen, sind äußerst selten und werden von ihren Verwandten mit deutlichem Misstrauen bedacht.
Deshalb sind die Enhaerianer, die man außerhalb der erwähnten Orte trifft nahezu immer Reisende und demzufolge sieht man dieses Volk nur selten außerhalb ihrer Heimatländer.
Die Enhaeri hegen nur wenige Feindschaften, doch diese mit Leidenschaft.
Enhaeri hassen Orks und Ferniten. Das Letztere im Grunde ihre Verwandten sind, kümmert die Enhaeri nicht, denn das Band zwischen diesen Völkern ist durch unzählige Überfälle auf enhaerische Siedlungen schon lange zerschnitten.
Im Gegensatz zu Orks begegnen Enhaeri Halborks meist freundlich, wenn auch mit einem gewissen Mitleid. Nur allzu viele Enhaeri haben durch die brutalen Kriege gegen die Orks und deren Folgen selbst orkisches Blut. Man findet unter Enhaerianern deutlich mehr Halborks als unter den anderen menschlichen Völkern.
Allen anderen Völkern (bis auf obligatorische Ausnahmen wie den Skrigg) begegnen Enhaeri neutral.

Volksmerkmale der Enhaerianer
▪ +2 Intelligenz, -2 Charisma
▪ Volksbonus von +4 auf Verstecken in üppiger Vegetation.
▪ Volksbonus von +2 auf Motiv Erkennen und Überlebenskunst.
▪ Anfangssprachen: Handelssprache, Enhaeri.
▪ Zusätzliche Sprachen: Orkisch, Alt-Orkisch, Emnisch.
▪ Bevorzugte Klassen: Waldläufer.

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