Erach

Erach, der Mahner, wird dieser uralte Erzengel unter vielen sterblichen Völkern genannt. Er war der Erste unter den Deva und ist als ein Engel der Gnade und Barmherzigkeit bekannt. Erach – einer der wenigen Engel, denen man sein unermessliches Alter ansehen kann – war stets ein Freund der Sterblichen und kaum ein Engel unterhält so viele Kontakte zu den Bewohnern der Materiellen Ebene, auf der er mit seinem Gefolge oft inkognito unterwegs ist, um wichtigen Ereignissen in der Welt der Sterblichen beizuwohnen – oder eine Warnung zu überbringen.
Erach führt seinen Beinamen nicht ohne Grund.
Für eine unvorstellbar lange Zeit war Erach der Gemahl von Ziluvyr, der ersten Göttin des Schicksals, und ihre Nähe brachte ihm Visionen von Nöten und Gefahren, die den Welten der Sterblichen bevorstanden. Oft folgte er diesen Visionen und warnte die Menschen und andere Völker, wenn Gefahren drohten. Jene Geschichten von göttlichen Boten, die Gläubige vor schrecklichen Katastrophen oder Götterzorn warnten, sind häufig auf Erachs Botschaften zurück zu führen.
Erachs Gemahlin Ziluvyr starb während des Aufruhrs der Engel unter der Klinge Garviels, als sie Krom vor dessen Angriff schützen wollte.
Es heißt, Erach habe zuvor bereits gewusst, daß es so kommen würde, aber gefürchtet, was mit dem Multiversum geschehen würde, wenn Ziluvyr überleben und der Schöpfer sterben würde.
Seither trauert Erach um Ziluvyr und verspürt unbändigen Zorn auf Garviel, auch wenn seine Prinzipien es ihm verbieten, das Schwert gegen einen anderen Erzengel zu erheben.

Trotz Ziluvyrs Tod ist Erach die Gabe der Vorsehung geblieben und so wacht er mit seinem Gefolge noch immer über auserwählte Gemeinschaften von Sterblichen, die Erachs Wohlwollen errungen haben.
Erach lebt in einer schwebenden Festung, dem Palast der Hundert Balkone, der hoch über Celestrias seine Bahn zieht. Es heißt, von seinem sagenumwobenen Fenster des Morgens aus könne er über alle Welten und Ebenen des Multiversums schauen.
Der Mahner lebt zurückgezogen und allein und duldet nur selten die Präsenz seines Gefolges oder anderer Erzengel. Die Ankunft Sterblicher, die den Pfad der Bußfertigen gegangen sind, versetzt ihn jedoch meist in Freude. Sterbliche, die die Strapazen und Gefahren einer Reise zu ihm aufgenommen haben, werden immer empfangen und es soll durchaus schon vorgekommen sein, daß er ihnen dringende Wünsche erfüllte, oder ihnen einen Dienst erwies.
Erachs enge Freundschaften zu Sterblichen werden von vielen anderen Erzengeln mit Misstrauen gesehen, denn einige glauben, daß Erach gewöhnliche Sterbliche seinem eigenen Volk vorziehe.
Dennoch folgt Erach stets Raziels Einberufung zur Zusammenkunft der Erzengel.
Oft kommt es dort zu Streit zwischen Erach und Garviel, denn Erach nimmt – gänzlich aus Prinzip – nahezu immer eine sehr gegensätzliche Haltung zu Garviel ein,

Erachs Haut ist fast weiß und von unzähligen Falten überzogen. Im Gegensatz zu anderen Deva hat Erach einen prächtigen, langen und schlohweißen Bart.
Seine Augen sind von leuchtendem Purpur und seine Stimme ist beruhigend und sanft wie eine Sommerbrise. Jede Kreatur, die nicht-böser Gesinnung ist, wird vom Klang seiner Stimme von jeglicher Furcht und Verzweiflung befreit.
Erach besitzt eine Trompete, mit der er die Aufmerksamkeit jener auf sich zieht, die er vor Gefahren warnt. Nur gute Kreaturen können den Klang der Trompete unversehrt überstehen. Wesen mit anderen Gesinnungen werden vom Klang aus Erachs Trompete in die Flucht geschlagen und erleiden qualvolle Schmerzen.
Einer der Legenden der Ebenen des Lichts zufolge, hat Erach einst – in Tagen, in denen er jünger und kriegerischer war, als heute – mit dem Klang seiner Trompete die Mauern von Dis entvölkert und den Fall der Stadt eingeleitet.
Die Trompete ist ein mächtiges, einzigartiges Artefakt, über das nur wenig bekannt ist. Neben den erwähnten Eigenschaften werden ihr in zahlreichen Legenden noch etliche weitere Kräfte zugeschrieben, doch welche davon Märchen und welche Realität ist, vermag niemand zu sagen.

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