Grauflucht

- Freie Handelsstadt unter dem Protektorat von Tandiak -

Stand: 999 n.K.

Herrscher

Fürstin Matthilda Polaris, Gwandalierin, ist seit dem Tode ihrer Mutter im Jahre 997 n.K. offiziell die Alleinherrscherin über die Freie Handelsstadt Grauflucht.
Sie entmachtete den traditionsreichen Rat der Bürger und ist somit die erste Monarchin seit dem Tod des Tyrannen Heklur Yrlostur im Jahre 306 n.K.
Ihre Verlobung mit Lord Kirimus Draknis, dem Fürsten von Longmaris und Erstem Gesandten des Eisernen Leichnams und das daraus begründete Schutzbündnis mit Tandiak führte jedoch dazu, daß die so genannte Tandiaksche Gesandtschaft – eine Gruppe von Magiern, Priestern und anderen Spezialisten im Dienst von Lord Draknis – heute großen politischen Einfluss ausübt.
Das Volk munkelt hinter vorgehaltener Hand davon, daß die Fürstin schon längst eine Marionette des mächtigen Fürsten von Longmaris ist und daß eine Hochzeit in naher Zukunft den Anspruch des Nekromantenreichs auf die einst freiheitliche Stadt besiegeln wird.

Gründung: 2866 v.K.

Wappen: Graufluchts Wappen ist eine Rote Burg über blauen Wellen; meist auf braunem Grund. Umringt wird das Symbol von zwölf silbernen Sternen, die die Sitze des Rats der Bürger symbolisieren.

Einwohner: ca. 15.000 (43 % Menschen (Gwandalier, Thalisier, Dhraal, Emnier),
15% Gnome, 10% Hobgoblins, 8% Hügelzwerge, 6% Merkanier, 5% Goblins, 4% Tengu,
3% Skrigg, 3% Wandler, 2% Elementarier, 1% Andere)


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Geschichte

Im Jahre 2866 v.K. siedelten menschliche Flüchtlinge aus Nord-Gwandalien, die vor dem Chaos flohen, das nach dem verheerenden Drachensturm in ihren Heimatländern ausgebrochen war, mit Erlaubnis des kandamurschen Kaiserhofs auf einer sumpfigen Insel in der Mündung des Grauschleier und gründeten die Stadt Grauflucht.
Die Lage an der Mündung des Flusses und außerhalb des kandamurschen Hoheitsgebietes ließ die Siedlung der Vertriebenen schnell zu einem beliebten Hafen für Händler und Schmuggler werden, die den Zoll des Kaiserreichs scheuten. Der Kaiserhof Kandamurs betrachtete diese Entwicklung mit Sorge, doch die hohen Abgaben, die die Herrscher Graufluchts zahlten, verhinderten eine Intervention durch das mächtige Nachbarreich im Westen.
Grauflucht entwickelte sich innerhalb weniger Jahrzehnte zu einer der wichtigsten und liberalsten Handelsstädte am Brodelnden Meer und zu einem Schmelztiegel der Völker.
Der Rat der Bürger trat 2844 v.K. zusammen und legte mit der legendären freiheitlichen Verfassung von 2838 v.K. den Grundstein für Graufluchts Wandel zu einem toleranten, freiheitlichen Hafen, der Angehörigen aller Rassen und Religionen offen stand.
Die Garde von Grauflucht wurde 2833 v.K. begründet und gehört damit heutzutage zu den ältesten Truppenverbänden der Nord-Westlichen Hemisphäre.
Die Rivalität zu Uztamber – Hauptstadt Norbriens im Osten – führte oft zu blutigen Scharmützeln um Handelsrechte, bis im Jahre 2811 v.K. in Norbrien eine geheimnisvolle verheerende Seuche ausbrach. Das so genannte Schwarze Fieber war immun gegen die heilende Magie der Priesterschaften des Reiches und breitete sich in rasender Geschwindigkeit aus.
Innerhalb einer Woche starb der größte Teil des norbrischen Volkes und das einstmals blühende Uztamber verwandelte sich in eine Geisterstadt.
In Panik flohen die Überlebenden in die umliegenden Reiche, in denen sich aus Angst vor einer Ausbreitung der Seuche grauenhafte Szenarien abspielen.
Die Fürsten Graufluchts ließen mehrere Flüchtlingsschiffe auf dem Grauschleier versenken um zu verhindern, dass das Schwarze Fieber auf die Stadt übergriff.
Der größte Teil der überlebenden Norbrier siedelte auf den unwirtlichen Inseln im Brodelnden Meer, die später als Seegrafschaften bekannt wurden.
Im Jahre 2801 wurde der erste Fürst der aufstrebenden Hafenstadt – Konstanz Quelejus – vom Rat der Bürger ernannt.
Die Freie Handelsstadt entging in ihrer bewegten Geschichte nahezu allen Katastrophen, die die Nachbarreiche erschütterten. Das Großreich der Dhraal fiel, die Nekromantenkönige Vandelaris kamen und gingen, Götter wurden geboren und starben, doch Grauflucht wuchs und gedieh.
In seiner langen Geschichte musste sich die reiche, mächtige Handelsstadt etlicher Eroberer in Gestalt von Piraten, Jorum-Seeräubern und den Nachkommen Dhraals erwehren.
Nie gelang es Außenstehenden die Herrschaft über die Stadt zu ergreifen und die einzigen Tyrannen, die Grauflucht in seiner Geschichte hervorbrachte, stammten alle aus der Bürgerschaft der Stadt.
Männer wie Kolus Polaris, Farnash der Sänger, Heklur Yrlostur oder der blutrünstige Konstanz der III. krönten sich zu Königen oder Prinzen und versuchten, eine Monarchie gegen Graufluchts tief verfestigten Glauben an die Demokratie durchzusetzen.
Diese Jahrzehnte der Monarchie, die stets von blutigen Aufständen der Bürger beendet wurden, gelten als die finstersten Zeiten der Geschichte Graufluchts. Nach dem Tode des blutrünstigen Heklur Yrlostur während eines blutigen Volksaufstands 306 n.K. hatte sich der Rat der Bürger geschworen, nie wieder einen Tyrannen auf den Fürstenthron zu lassen.
Die Inschrift Tod den Königen! über dem Nordtor der Stadt – dem so genannten Yrlos-Tor – zeugt noch heute von diesem Schwur.
Doch auch in politisch unruhigen Zeiten gedieh die Stadt und wurde nach der Machtübernahme in Vandelari durch den radikalen Verkünderorden zum Exil für Gelehrte, Philosophen und Künstler. Langsam verwandelte sich die berühmte Hafenstadt mit dem Ruf der Verruchtheit in eine Bastion des Lernens und der Lehre. Die Gründung der berühmten und respektierten Universität im Jahre 421 n.K. stellte den Höhepunkt der intellektuellen Hochzeit dar.
Bedeutende Erfindungen bescherten Grauflucht den Ruf eine der fortschrittlichsten Städte Angraenors zu sein. 757 n.K. wurde in der Universität der Stadt das Schwarzpulver erfunden.
Schon wenig später entwickeln gnomische Mechaniker und Goblins die ersten primitiven Pistolen und Gewehre und bis heute ist die Stadt unter Schützen als Geburtstätte hervorragender Feuerwaffen bekannt.
834 n.K. überfielen Raubsegler der Xurakon Grauflucht. Ein fast dreimonatiger Belagerungskrieg, in dem die Xurakon Teile der Stadt besetzten, entbrannte und richtete schwere Schäden an.
Varkass, der Gerechte – damaliger Fürst der Stadt und Führer der Garde – wurde damals zum legendären Volksheld und Schutzpatron der Stadt und vertrieb schließlich die fürchterlichen Eroberer.
Im Jahre 857 n.K. kam das Fürstengeschlecht derer von Polaris an die Macht.
Die Polaris waren großherzige und fähige Herrscher, die der Tradition der Stadt eng verbunden waren. Beim Volk galten die Fürsten vom Blut der Polaris über Generationen als Heilsbringer und Helden.
Der so genannte Schlächter von Grauflucht, dessen Gräueltaten die Stadt über Wochen in Atem hielten, beendete die gefeierte Herrschaft des Geschlechts, indem er 997 n.K. die greise Fürstin Vivina Polaris bestialisch ermordete. Matthilda Polaris, Tochter Vivinas, beschuldigte ihren Zwillingsbruder Kubrick und den Rat der Bürger für die Morde durch den geheimnisvollen Schlächter verantwortlich zu sein und die Macht über die Stadt ergreifen zu wollen.
Der Schlächter wurde schließlich von Kopfgeldjägern in Matthildas Diensten gefasst und ohne einen Prozess gehängt. Truppen des tandiakschen Fürsten Kirimus Draknis besetzten die Stadt auf Grund eines Bündnisses, das er in aller Heimlichkeit mit der Fürstentochter Matthilda geschmiedet hatte. Matthilda beschuldigte den Rat der Bürger des Hochverrats und löste ihn gewaltsam auf. Sie ließ alle Ratsmitglieder derer sie habhaft werden konnte, inhaftieren oder hinrichten. Nur Wenige entkamen.
Matthilda ergriff eigenhändig die Fürstenkrone und damit die alleinige Herrschaft.
Kubrick Polaris – der Zwillingsbruder der selbsternannten, neuen Fürstin – verschwand spurlos. Tandiaksche Soldaten säuberten über Wochen die Stadt von Sympathisanten des Rates und zerstörten viele Tempel; unter anderen den Hof des Leuchtens, den prächtigen Barandinus-Tempel.
Grausame Berichte über standrechtliche Hinrichtungen, Folter auf offener Straße und Bücherverbrennungen erreichten bald die benachbarten Häfen und lösten Bestürzung aus.


Regierung

Über Jahrtausende wurde Grauflucht vom Rat der Bürger unter dem Vorsitz des vom Volk eingesetzten Fürsten regiert. Doch der zwölfköpfige Rat der Bürger wurde zerschlagen und nun herrscht die Fürstin Matthilda allein. Es ist jedoch ein offenes Geheimnis, daß hinter der Fürstin das Schattenkabinett der Tandiakschen Gesandtschaft steht und Graufluchts Zukunft lenkt.
Kirimus Draknis ist der ungekrönte Fürst der Stadt und seine Braut, die Fürstin Polaris, soll ihm gänzlich verfallen sein.
Eine weitere wichtige Figur hinter dem Thron der Fürstin ist Hargesh Sasgard, ein mächtiger Illusionist in den Diensten von Lord Draknis, der als Oberster Gesandter Tandiaks die Rolle eines Stadthalters erfüllt und die Fürstin während ihrer häufigen Abwesenheit vertritt.
Isbarach Daltro ist der Hohepriester des im Jahre 998 n.K. begründeten Gondrakuul-Tempels und genießt großen Einfluss und Respekt innerhalb der Tandiakschen Gesandtschaft.
Arlena Cvilestry, eine Weiße Frau und Schülerin des Eisernen Leichnams hat die Kontrolle über die Universität ergriffen und ist mir der ideologischen Säuberung der Stadt betraut. Man munkelt sie unterhalte ein weites Netzwerk von Spitzeln und Denunzianten, das unter der Bevölkerung nach Rebellen und Feinden des Regimes sucht.


Politische Lage

Die Besatzung der Stadt durch die Armee des Eisernen Leichnams hat die Stadt völlig überrumpelt und in einen Zustand der Lähmung versetzt.
Die freiheitlichen Gesetze der Stadt wurden zum Zeitpunkt der Besatzung stark eingeschränkt und teilweise gänzlich außer Kraft gesetzt und durch ein Regime der Diktatur ersetzt.
Doch nachdem die Truppen des Lord Draknis ihre Herrschaft über die Stadt gefestigt hatten, kehrte Grauflucht schnell zu seiner freiheitlichen Natur zurück. Den Tandiakschen Gesandten war Graufluchts Reichtum und Status als bedeutender Hafen viel zu wichtig und als sich die Zahl der Schiffe, die Graufluchts Hafen anliefen, stetig verringerte, lockerte die Fürstin ihre Notstandsgesetze merklich. Doch auch wenn Handel und Reichtum wieder nach Grauflucht zurückgekehrt und die unbarmherzigen Soldaten der Nekromanten in den Hintergrund getreten sind, ist das Volk unzufrieden.
Kritiker des Systems werden in aller Heimlichkeit bitter verfolgt und die Geheimpolizei des Lord Draknis wird beim Volk gefürchtet. Zwar sind die Steuern gesenkt worden, um das Volk zu besänftigen, doch das Abschaffen des Rechtes auf Meinungsäußerung und der Demokratie erscheint den meisten Bürgern der Stadt als zu hoher Preis dafür.
Die Fürstin und ihr Bündnis zu Tandiak haben nur wenige Fürsprecher im einfachen Volk.
Nur Reiche, Adel und Händler werden von der Fürstin hofiert und stehen hinter der selbst ernannten Herrscherin. Draknis’ Geheimpolizei sucht derweil fieberhaft nach Rebellen und Gegnern des Regimes. Es existieren etliche Gruppen von Kritikern des Systems bis zu Freiheitskämpfern, die heimlich Mittel und Wege suchen, die Besatzer zu vertreiben.
Diese Idealisten haben großen Rückhalt unter dem einfachen Volk, obwohl die Fürstin drakonische Strafen gegen jene verfügt hat, die mit den Feinden ihrer Herrschaft gemeinsame Sache machen.
Die Gruppierung, die den Besatzern am ärgsten zusetzt, ist gegenwärtig die Graue Garde, ein Teil der traditionsreichen Garde von Grauflucht, die der Fürstin nach ihrem Bündnis mit Tandiak den Gehorsam verweigert hat und in den Untergrund gegangen ist.

Außenpolitisch ist Grauflucht stärker denn je.
Viele benachbarte Reiche haben nach Matthildas Bündnis mit den Nekromanten besorgt nach Grauflucht geschaut und nicht wenige haben gefürchtet, daß Grauflucht als Brückenkopf für eine Invasion Kandamurs durch die Armeen Tandiaks dienen könnte. Die unerwartet ruhige Haltung der tandiakschen Besatzer und das ununterbrochene Florieren des Handels führte jedoch dazu, daß viele ehemalige Verbündete ihre Bedenken über Bord warfen und wieder Handelsschiffe nach Grauflucht entsandten. Heute unterhält Grauflucht diplomatische Kontakte zu Dhraal, Zarelien, den Freien Städten der Gwandalischen Halbinsel und Häfen in Übersee.
Nur wenige Handelsmächte – wie Vandelari und die freie Stadt Severna – haben nach der Besatzung Graufluchts ihre Handelskontakte abgebrochen. Selbst zu Kandamur gab es zaghafte Handelsbeziehungen, die jedoch durch den Fall von Inspirandor und die Invasion des Verkünderordens zunichte gemacht wurden. Flatkin Gordson, der neue König Kandamurs, hat sich bisher verweigert, mit tandiakschen Gesandten zu verhandeln. Nur das Fürstentum Aulhont, direkter Nachbar Graufluchts, hat aus Angst vor einer Invasion friedliche Beziehung zu den Nekromanten aufgenommen.
Selbst mit den Skrigg des südlichen Emniens treibt Grauflucht Handel.
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Armee

In Grauflucht sorgt die legendäre Garde von Grauflucht für Frieden und Ordnung.
Diese traditionsreiche Stadtwache sorgt schon seit den jüngsten Tagen der Stadt für die Sicherheit ihrer Bevölkerung. Die Garde war stets ein leuchtendes Beispiel für Pflichterfüllung, ihre Loyalität zu den Fürsten der Stadt und ihren Dienst an der Bevölkerung.
Durch Matthilda Polaris’ blutige Machtergreifung spaltete sich die Garde, denn ein Teil der Gardisten – unter Leonidas Crusernis, dem charismatischen General der Garde – verweigerte den Dienst unter der brutalen Tyrannin.
Leonidas’ Männer – die Graue Garde – gingen in die Unterstadt und nahmen den bewaffneten Widerstand gegen die Fürstin und ihre tandiakschen Bündnispartner auf.
Der übrig gebliebene Teil der Garde beruft sich auf die traditionelle Loyalität zum Fürstenhaus, hat jedoch unter Matthilda Polaris nur noch eine Repräsentanten-Funktion.
Ihr Anführer ist der alte Gardist Wenrik Pfeilmund, ein Thalisier, der unter Leonidas als Hauptmann gedient hat und nach dessen Verschwinden zum General befördert wurde.
Wenrik gilt als verbitterter, gebrochener Mann, der unter der Knute der Fürstin steht und verzweifelt versucht, gleichzeitig die Ideale der Garde zu vertreten.
Die Garde beschränkt sich völlig auf Patrouillengänge und das Bewachen der Straßen.
Typische Gardisten sind mit Militärflinten, Militärpistolen und Langschwertern bewaffnet.
Sie tragen beschlagene Lederrüstungen oder Kettenhemden und Soldatenmäntel.
Die Männer und Frauen in den markanten, blauen Mänteln sorgen noch immer für die Sicherheit auf den Straßen, wurden jedoch in allen anderen Angelegenheiten zu Erfüllungsgehilfen der Besatzer degradiert.

Alle Ermittlungen und die Bewachung wichtiger Gebäude liegen in den Händen von tandiakschen Soldaten, die die wahre militärische Macht der Stadt darstellen.
Lord Draknis’ Soldaten bewachen den Hafen und die militärischen Anlagen, sichern den Fürstenpalast und die Stadttore und verfolgen Feinde des Regimes und alle anderen Arten von Verbrechen.
Unter den Soldaten der Tandiakschen Gesandtschaft befinden sich sogar einige der gefürchteten Mumienritter aus der Leibgarde des Eisernen Leichnams, die den Status von Generälen in Draknis’ Heer einnehmen.
Der Fürst von Longmaris besitzt eine Flotte von fünfzehn tandiakschen Langschiffen und Kriegskatamaranen, die die Mündung des Grauschleiers bei Tag und Nacht bewachen.
Unter den Soldaten des Fürsten befinden sich mächtige, nekromantische Kriegsmagier und Priester des Gondrakuul. Fürst Draknis befehligt außerdem einen Schwarm von fünf Drachenreitern, die nicht selten Panik auslösen, wenn ihre Schwarzen Drachen über der Stadt kreisen.
Draknis’ Soldaten werden häufig von für den Kampf abgerichteten Ghulen und Skeletten begleitet, wenn sie in der Stadt nach Rebellen suchen.
Die tandiakschen Soldaten haben Kriegsrecht in der Stadt und somit vollste Handlungsfreiheit. Bürgerrechte gelten für die Männer des Fürsten nicht; im Gegensatz zur Garde.
Die Soldaten des Draknis verbreiten die stetig bedrohliche Atmosphäre eines totalitären Regimes, das mit aller Gewalt gegen Andersdenkende vorgeht. Folterverhöre, Durchsuchungen, Verschleppungen und Hinrichtungen auf offener Straße gehören in Grauflucht zum Alltag.
Die Bevölkerung lebt in beständiger Angst vor der allmächtigen Willkür der Besatzer und nur wohlhabende Bürger haben einen Status, der sie vor der Unterdrückung durch das Militär verschont.


Klima

Man kann nicht behaupten, daß die Freie Handelsstadt Grauflucht von den Wettergöttern verwöhnt wird. Graufluchts Klima ist feucht. Fast das ganze Jahr lang wird die Stadt von Regenstürmen gepeitscht, die sich über dem Brodelnden Meer zusammenbrauen. Es regnet fast jeden Tag und Nebel ist das ganze Jahr hindurch ein häufiges Phänomen.
Im Winter sind Schneestürme keine Seltenheit. Nur im Sommer, in der Zeit von Barnazuur bis zum Ende Szinderikas lassen die Stürme nach und schwüle Hitze bricht über Grauflucht hinein.


Architektur

Grauflucht wurde auf sumpfigem Gebiet errichtet und das Fundament der Stadt steht auf einem gewaltigen Heer aus abertausend Pfählen. Die Unsicherheit des Grundes führt immer wieder zum Absinken von Häusern oder ganzen Stadtteilen, die eilig mit höheren Strukturen überbaut werden und so eine gewaltige Unterstadt formen, die in der Finsternis unter Graufluchts Straßen existiert.
Die alten Teile Graufluchts sind im klassischen Stil der gwandalischen Blütezeit angelegt und zeigen eindrucksvoll die phantastische Baukunst dieser alten Kultur. Doch die Jahrhunderte als bedeutende Hafenstadt haben eine Vielzahl unterschiedlichster Baustile nach Grauflucht gebracht.
Man findet einfache, vandelarische Architektur dort genauso vor, wie die prächtigen Bögen und Wasserspeier der Dhraal.
Zu den eindrucksvollsten Bauten Graufluchts zählt zweifellos der Fürstenpalast.
Dieses gewaltige Bauwerk besteht komplett aus schneeweißem Marmor und seine unzähligen Türme und Minarette geben ihm das Aussehen eines Märchenschlosses.
Der Palast erstrahlt bei Nacht in einem unnatürlichen Glanz, als würde der Stein selbst leuchten.
Ein weiterer beeindruckender Bau ist die prächtige, komplett im alt-dhraalschen Stil errichtete Universität mit ihren zahlreichen Nebengebäuden.
Durch den begrenzten Platz, der Grauflucht kaum Expansion gestattet, wird die Stadt nach oben erweitert. Häuser mit bis zu sechs Stockwerken sind in Grauflucht keine Seltenheit.
Die stetig wachsende Bevölkerung stellt ein Problem für die Stadt dar, da der Platz in Grauflucht knapper und knapper wird. Einige Grundbesitzer in der Stadt erweitern ihre Häuser in die Unterstadt hinein, um Platz zu schaffen, während andere ihre Gebäude höher und höher ziehen, oder mit Anbauten und Plattformen versehen, um die Masse der Besucher zu beherbergen.
Die höchste Bevölkerungsdichte befindet sich in den Hafenvierteln. Viertel, die sich nach dem sozialen Status ihrer Bewohner teilen – wie man es aus vielen Städten Angraenors kennt – findet man in Grauflucht nicht. Stattdessen ist es so, daß die Reichen und Mächtigen in den höchsten Etagen der Häuser und Türme residieren, während die einfachen Bürger und die Armen am Boden der Stadt hausen. Der ärmste Teil der Bevölkerung lebt im Fischerviertel, einem Uferstück unterhalb der nördlichen Stadtmauer.


Umgebung

Grauflucht liegt an der Südspitze einer kleinen, sumpfigen Insel in der Mündung des Grauschleier. Diese namenlose Insel – die von ihren Bewohner schlicht Grauflucht genannt wird – beherbergt außer der Handelsstadt ein paar kleine Siedlungen von Sumpfbauern.
Auf den höher gelegen, trockenen Regionen der Insel gibt es auch Landwirtschaft, jedoch viel zu spärlich, um die Metropole zu ernähren. Nord-östlich von Grauflucht gibt es ein sumpfiges Waldgebiet, den Bornwald; ein finsteres, feuchtes Gehölz, in dem degenerierte Sumpfkobolde hausen.
An den Rändern des Bornwalds finden sich ein paar Holzfällerlager und Köhlerhütten. Der größte Teil der Insel wird jedoch von namenlosen Sümpfen bedeckt, die überwiegend unbewohnt sind. Es gibt keine Stämme primitiver Völker auf der Insel und die einzige Gefahr, mit der Reisende rechnen müssen, sind wilde Tiere und Bestien, die in der Einsamkeit außerhalb der Stadt hausen.
Es existiert nur eine gepflasterte Straße auf der Insel und die führt von Grauflucht am Bornwald vorbei zur Varkass-Burg, einer Festung die vor etwa 150 Jahren errichtet wurde, als Grauflucht gegen Schmuggler und Piraten anging, die auf dem Grauschleier ihr Unwesen trieben.
Die Varkass-Burg ist eine gewaltige, massive Trutzburg, die auf einer steilen Klippe über dem Strom errichtet wurde. Sie gilt als uneinnehmbar.
Die Polaris haben die Varkass-Burg zu ihrer Sommerresidenz ernannt und auch Matthilda Polaris verbringt dort die meiste Zeit und kommt nur noch zu offiziellen Anlässen in die Stadt.
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Religion

Seit der Machtübernahme der Fürstin Matthilda ist Grauflucht nur noch ein Schatten der einstigen Hochburg der Religionsfreiheit. Wo über Jahrhunderte zwei Dutzend Götter friedlich verehrt wurden, herrschen nun massive Einschränkungen, Verbote und Verfolgung.
Während der brutalen Säuberungen zu Beginn der Besatzung wurden etliche Tempel zerstört oder gar niedergebrannt und die Priesterschaft vertrieben oder gelyncht. Die Tempel der kromanischen Götter wurden geschliffen und geweiht und auf den Überresten des großen Andrinus-Tempels wird gegenwärtig der Tempel des Gondrakuul errichtet.
Neben dem Gott der Schwarzen Magie dürfen in Grauflucht nur wenige Götter verehrt werden.
Der Xor-Tempel hat den politischen Umbruch unbeschadet überstanden und stellt nach Gondrakuuls Kult die Kirche mit der größten Anhängerzahl dar. Navir, Drosh und Baldaskhan dürfen – neben Benett, Corbanduu und Barnazul – verehrt werden.
Anhänger Kroms, Klaraknis und des Szinderis werden jedoch gezielt gesucht und verhaftet oder erschlagen, denn die Tandiaksche Gesandtschaft sieht diese Kulte als gefährlich an.
Angehörige anderer Götter bleiben meist unbehelligt; es sei denn, sie beginnen zu Predigen. Die Zeit der freien Worte ist in Grauflucht vorüber und Gottesdienste auf offener Straße sind verboten.
Priester und Gläubige werden von den Besatzern aufmerksam und mit Misstrauen beobachtet und die meisten Priester – selbst die der geduldeten Kulte – geben sich oft nicht zu erkennen, um der Aufmerksamkeit der Obrigkeit zu entgehen.
Grauflucht war jedoch stets auch eine Stadt der verborgenen Kulte und daran hat sich auch nach der Besatzung nur wenig verändert. Vor allem in den Katakomben der Unterstadt können geheime Kulte ungestört von der Wache ihre Rituale vollführen und es heißt, daß es in Grauflucht eine außergewöhnlich große Zahl von Teufelsanbetern und Dämonenjüngern gibt.
Nortuma hat hier fanatische Anhänger und auch ein Kult des Vikonas existiert dort.
Unter den Bettlern von Grauflucht hält sich das hartnäckige Gerücht, daß Vikonas' Herold Ublaskyr nach dem Sieg der Inquisition in Kandamur und Splitterhorns Tod in Grauflucht Zuflucht gesucht habe und in den Tiefen der Katakomben einen Kult um sich schart.


Wirtschaft

Wirtschaftlich geht es Grauflucht mehr als gut. Für Handelsfahrer aus Coldwyn oder Dhraal ist Grauflucht (neben dem konkurrierenden Uztamber) der erste Hafen auf dem Weg in den Süden. Waren vom Ewigen Bau und aus den Zwergensiedlungen der Sternhöhen werden hier ebenso umgeschlagen, wie Fracht aus dem Goldenen Süden.
Zoll ist noch immer die größte Einnahmequelle der Stadt.
Da die Insel Graufluchts überwiegend von Sumpf bedeckt ist und die wenigen Felder die Masse der Bevölkerung nicht ernähren kann, müssen fast alle Lebensmittel durch Handel beschafft werden. Handel ist deshalb lebenswichtig für Grauflucht, was die Steuerfreiheit auf Lebensmittel in der Stadt eindrucksvoll belegt. Grauflucht ist vor allem bekannt für hervorragende Feuerwaffen und andere Erzeugnisse der Mechanik, denn in der Stadt sind etliche Manufakturen und Werkstätten und hervorragende Konstrukteure ansässig und schon einige bedeutsame Erfindungen haben in Grauflucht das Licht der Welt erblickt. Die größte Manufaktur ist gegenwärtig die Silberstrom-Manufaktur, die auf den Bau von Konstrukten und Dampfmechanik spezialisiert ist. Lord Draknis baut jedoch seit Anfang 998 n.K. an einer Konstrukt-Manufaktur an den Ufern des Grauschleiers etwa 30 km nördlich der Stadt. Diese Manufaktur hat in der Bevölkerung der Stadt, die auf Arbeitsplätze hoffte, großen Zorn ausgelöst, denn die Arbeiten an der Anlage werden überwiegend von untoten Arbeitern und Konstrukteuren und Architekten aus Tandiak ausgeführt.
Die neuen Gesetze der Besatzer haben die Handelsgesetze der Stadt deutlich gelockert, um neue Kunden in die Stadt zu holen und neue Wirtschaftszweige zu erschließen. Das Verbot des Handels mit Rauschgift wurde aufgehoben und Schwarzer Lotus, Kazred und andere Drogen dürfen in Grauflucht nun frei gehandelt werden, was zu einem bemerkenswerten Besucherzustrom führte. Auch Sklavenhandel – zu Zeiten des Rats der Bürger undenkbar – ist nun in Grauflucht gestattet und jeden Tag kommen mehr Sklavenschiffe aus dem sonnigen Süden, die den neuen Markt erschließen wollen.


Kultur

Grauflucht war stets eine der Hochburgen der Kultur im Norden Angraenors und das ist – zumindest zum Teil – auch unter den Tandiakschen Gesandten so geblieben.
Musik und Schauspiel füllt in Grauflucht noch immer die Sääle und die Stadt verfügt über eine Vielzahl bedeutender Konzerthallen. Das große Opernhaus von Grauflucht gehört noch immer zu den anspruchsvollsten Bühnen Angraenors und zahlreiche Theater stillen das Bedürfnis der Graufluchter Bürger nach Dramen und Komödien.
Auch Malerei, Dicht- und Liedkunst stehen bei den Bewohnern der Hafenstadt hoch im Kurs.
Doch aufmerksame Beobachter merken schnell, daß die Vielzahl der Künste in der Stadt unter den Auflagen der Besatzer leiden. Es gibt keine Stücke mit politischen Themen mehr und jede Regime-Kritik, selbst im Rahmen der Satire, wird erbarmungslos verfolgt und hart bestraft.
Unter der Zensur der Besatzer leidet vor allem Graufluchts Literatur.
Die Treffen der Philosophen auf dem Platz des Wortes vor der Universität sind Geschichte und politische und philosophische Diskussionen in der Öffentlichkeit streng verboten.
Unbedachte Worte am Tresen einer Taverne können Bürger in den Kerker oder ins Arbeitslager bringen, denn Agenten der Nekromanten sind stets inkognito in der Stadt unterwegs und suchen nach Aufrührern und Freigeistern.
Viele der bekannten Philosophen der politischen Fakultät haben die Stadt verlassen oder leben versteckt oder in Angst vor Verfolgung.
Schriften aller Art stehen unter der besonderen Beobachtung der Besatzer.
Es existieren lange Listen verbotener Bücher, deren Besitz einen unbescholtenen Bürger auf das Schafott bringen kann. Die Bibliothek der Universität, das Stadtarchiv und die beschlagnahmte Sammlung aus dem zerstörten Tempel des Terkis befinden sich unter Verschluss und sind der Öffentlichkeit höchstens unter Aufsicht zugänglich. Der Graufluchter Anzeiger, die Zeitung der Stadt, wird von den Besatzern zensiert.
Anhänger von Widerstandsbewegungen verteilen gelegentlich Flugblätter mit Enthüllungen über die Machenschaften der Besatzer und Opfer ihrer Politik, doch dies sind meist primitive Pamphlete mit geringer Auflage.


Bedeutende Organisationen

Viele der einflussreichen Gilden und Gesellschaften Graufluchts wurden von den Besatzern zerschlagen und nur Handelsgilden wurden verschont.
Die Klaue von Nostria ist eine der Handelsmächte, die vom Umbruch in Grauflucht profitierte und viele kleine Handelsgesellschaften aufkaufte, deren Besitzer in den Säuberungen enteignet wurden.
Durch gute Kontakte zu Mutterreich der Nekromanten konnte die zwielichtige Händlergilde in Grauflucht gedeihen und sich zu einer der mächtigsten Händlergilden hocharbeiten.
Auf dem Gebiet des Rauschgift- und des Sklavenhandels besitzt die Klaue von Nostria bereits die Vorherrschaft.
Oberhaupt des Graufluchter Ableger des Handelsimperiums der Klaue ist der Alte Kubanto, ein einarmiger Bornese (und Veteran des Sturms auf Hellnura 944 n.K.), der auf Orgish aufgewachsen ist.
Kubanto ist ein unangenehmer, aufbrausender und paranoider Zeitgenosse, der in gehobenen Kreisen nicht gern gesehen wird, aber auf Grund seiner Macht als unantastbar gilt.
Hinter vorgehaltener Hand wird über eine mögliche Rauschgiftsucht des Bornesen spekuliert.
Der Alte Kubanto hat schon mehr als einen Anschlag auf sein Leben überlebt und seine gefürchteten Rachefeldzüge gegen vermeintliche Konkurrenten haben schon so manches Blutbad angerichtet.
Die Klaue wird wegen ihrer skrupellosen Methoden gegenüber Konkurrenten gefürchtet.
In jüngster Zeit macht sie ein Vermögen durch das Handelsabkommen mit der Triade, die Gefangene aus ihrem Krieg gegen das zerfallende Kandamur an die Klaue verkauft, die diese in den Süden verschifft.
Neben der Klaue gilt der Silberne Beutel, eine alteingesessene Händlergilde, die aus Gnomen und Hügelzwergen besteht, als eine der mächtigsten Handelsgesellschaften.


Gesellschaft

Graufluchts Gesellschaft ist äußerst vielfältig, doch der größte Teil seiner Einwohner ist arm. Die Stadt ist zu jeder Jahreszeit überfüllt mit Reisenden aus aller Herren Länder und selbst für die Einheimischen ist nicht genug Platz in der überbevölkerten Stadt. Eine kleine aber mächtige Elite aus Adelshäusern und Händlerfürsten hat sich mit den Besatzern arrangiert und lebt recht unbehelligt, während sich die spärliche Mittelklasseschicht und die vielen armen Bewohner Graufluchts der Diktatur der Nekromanten ausgesetzt sehen. Die Reichen feiern noch immer die rauschenden Kostümfeste, für die Grauflucht so berühmt ist und geben sich hoch oben in ihren Turmpalästen den exotischsten Genüssen und Exzessen hin.
Grauflucht ist noch immer ein Schmelztiegel der Völker und Kulturen. In keiner anderen Stadt Nord-Angraenors wird man so eine Vielfalt von Besuchern antreffen, wie hier.
Jorum-Seeräuber hocken in den Tavernen der Stadt Schulter an Schulter mit Bornesen und Merkaniern aus dem Süden. Hobgoblins, Zwerge, Gnome und Skrigg und noch exotischere Völker begegnen sich Tag für Tag auf Graufluchts Straßen. Wie in Grauflucht seit Jahrhunderten üblich, verlaufen diese Kontakte erstaunlich friedfertig. Die Stadt gilt seit jeher als neutraler Boden und wird von den meisten Völkern als friedfertige Stadt respektiert. Nicht selten finden Friedensgespräche zwischen verfeindeten Nationen oder Völkern aus diesem Grund in Grauflucht statt.
Die unübersehbare Präsenz der Soldaten des Fürsten trägt zusätzlich dazu bei den Frieden zu wahren, denn Draknis’ Männer sind für ihr hartes Vorgehen berüchtigt.
Goblins haben unter den Tandiakschen Besitzern am meisten zu leiden, denn die Tandiaksche Gesandtschaft hat dem Volk das Bürgerrecht entzogen, was zu zahlreichen Enteignungen und einer Schwemme obdachloser Goblins führte. Die Gesellschaft der Stadt ist noch immer dabei, nach den grauenhaften Säuberungen im Zuge der Besatzung, zu einer Normalität zurückzufinden.
Grauflucht zeichnet sich noch immer als eine Stadt der Toleranz aus, doch die stetige Überwachung durch die Besatzer bereitet dieser Art der Gastfreundschaft einen schalen Beigeschmack.
Es herrscht oberflächlicher Friede in Grauflucht, ein Eindruck den die Besatzer zu Gunsten des Handels auch unbedingt aufrechterhalten wollen. Doch unter der Oberfläche brodelt der Hass auf die Besatzer und auf das, was binnen weniger Jahre aus dem so genannten Juwel des Nordens geworden ist…
Es existieren einige organisierte Widerstandsgruppen, die überwiegend Sabotage nutzen, um gegen den Feind vorzugehen. In den vergangenen Monaten erschütterten mehrere Brandanschläge durch Rebellen – allen voran die berüchtigte Graue Garde – wichtige Gebäude der Besatzer.


Gesetze

Graufluchts Recht hat sich unter der Besatzung stark gewandelt; so stark, daß viele Bewohner der Stadt die Bezeichnung als freie Stadt als blanken Hohn empfinden.
Viele Gesetze aus Tandiak wurden in Grauflucht ausgerufen (wie beispielsweise das Bürgerrecht für intelligente Untote), während die vormals freiheitlichen Gesetze massiv beschnitten wurden.
Die bereits beschriebenen Beschneidungen des Rechts auf Religions- und Meinungsfreiheit ist nur eine Facette der totalitären Herrschaft der Matthilda Polaris.
In Grauflucht gilt noch immer das Kriegsrecht und ermöglicht so ungerechtfertigte Verhaftungen und Gewaltakte durch die Soldaten des Fürsten Draknis.
Hochverrat, Rebellion und Aufrührertum wird in Grauflucht nicht selten mit der Guillotine gesühnt. Schmuggler werden ebenfalls hart bestraft und in jüngster Zeit vermehrt hingerichtet.
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Feiertage

Der erste Feiertag, den Matthilda Polaris in Grauflucht ausrief, war der Jahrestag ihrer Machtübernahme, der in der Stadt mit einem einwöchigen Volksfest begangen wird.
An diesen Tagen verteilt das Fürstenhaus Unmengen von Speisen, Wein und Naschwerk und sorgt so für ein rauschendes Fest. Das Fest beginnt am 9. Tage des Corbanduzaar. Am 13. Corbanduzaar (dem tatsächlichen Jahrestag, der mit einer Militärparade begangen wird) findet es seinen Höhepunkt und am 15. Tag seinen Abschluss. In dieser Zeit herrscht Ausnahmezustand in Grauflucht und viele Geschäftszweige kommen völlig zum Erliegen. Die rauschenden Feste zum Jahrestag ziehen mittlerweile auch Gäste von Außerhalb nach Grauflucht, denn die Geschichten von den rauschenden Orgien der Nekromanten haben sich mittlerweile im Norden Angraenors verbreitet.


Kriminalität

Trotz der stets präsenten Unterdrückung durch die Besatzer floriert Graufluchts Unterwelt mehr denn je.
Die Diebesgilde der Dankenden Hand ist die dominanteste und zahlenreichste Organisation in Graufluchts kriminellen Kreisen. Die Gilde ist so alt, daß man sie schon traditionsreich nennen könnte. Die gesellschaftlichen Veränderungen durch die Besatzung haben die Ränge der Dankenden Hand spürbar ausgedünnt, doch die Gilde ist noch immer mächtig.
Einbrecher, Taschendiebe, Bettler und Betrüger stehen im Sold der Gilde.
Die Gilde ist streng hierarchisch aufgebaut und kaum ein Mitglied hat Einsicht in alle Facetten der Geschäfte der Gilde. Meist kennt ein Mitglied der Dankenden Hand nur die Organisationsebene über und unter der seinen und weiß nichts über die Ziele und Pläne des Herrn der Gilde.
Ermittler beklagen immer wieder, das einzelne Mitglieder der Gilde, die man gefangen nehmen und verhören konnte, stets nur wenig über die höheren Ziele der Diebesgilde wissen und nur über die Informationen verfügen, die sie für ihre Aufgabe innerhalb der Gilde benötigen.
Nur der geheime und sagenumwobene Herrscher der Gilde – die Hand – hält alle Fäden in der Hand und spielt mit seiner Organisation wie mit einer Marionette.
Eine weitere zwielichtige Organisation der Stadt ist das Berstende Netz, ein Bündnis von Schmugglern und Hehlern, die die Hafenpatrouillen der Besatzer umgehen, um kostbare Waren aus dem Goldenen Süden am Zoll vorbei in die Stadt zu schmuggeln.
Anführer des Berstenden Netzes – dessen Mitglieder überwiegend aus Dhraal, Gwandaliern und Hobgoblins bestehen – ist ein älterer Hügelzwerg mit dem Namen Rakbor Steinhaus, der erst 998 n.K. nach einer langen Haftstrafe aus dem Gefängnisturm der Stadt entlassen wurde und nun dabei ist, seine Machtposition in den Rängen der Schmugglergilde wieder zurück zu gewinnen.
Die Vielzahl von Leichen die in den vergangenen Monaten im Hafen der Stadt angetrieben wurden, ist möglicherweise ein Merkmal dieser Machtkämpfe.
In jüngster Zeit machte das Berstende Netz auch mit Erpressungen und Entführungen von sich reden.

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