Hobgoblins

Das Volk der Hobgoblins ist eine bemerkenswerte Rasse. Früher waren Hobgoblins nicht mehr als wilde Barbaren – den Orks nicht unähnlich – und stellten eine stetige Bedrohung für die zivilisierten Völker dar. Im Gegensatz zu anderen wilden Rassen wie Orks oder ihren kleinwüchsigen Verwandten, den Goblins, erfüllte die Ausbreitung der Zivilisation und des Fortschritts die Hobgoblins nicht mit Furcht, Neid oder Wut, sondern mit Neugier. Hobgoblin-Völker, die in unmittelbarer Nähe von Menschen, Zwergen und anderen hoch entwickelten Völkern lebten, begannen schnell, sich der Errungenschaften ihrer Nachbarn zu bemächtigen – entweder durch friedfertige Kontakte oder mit dem Schwert – und sie zu Gunsten ihres Volkes einzusetzen. Heute haben die meisten Hobgoblins Angraenors die Wildheit und Barbarei ihrer Vorfahren abgelegt und zählen sich nun stolz zu den zivilisierten Völkern. Kaum ein Volk legt einen solchen Ehrgeiz an den Tag, wie die disziplinierten und willensstarken Hobgoblins und ihr Aufstieg wird nicht selten mit dem der menschlichen Völker verglichen. Manche Gelehrte mutmaßen gar, daß Hobgoblins eines Tages den Platz der Menschen in der Hierarchie der Völker einnehmen könnten. An den Ambitionen und dem Ehrgeiz, dieses Ziel zu erreichen, fehlt es den stolzen Hobgoblins sicherlich nicht.

Hobgoblins sind ein robustes, kräftiges Volk, das etwa so groß und schwer wird, wie Menschen. Sie haben harte, kantige Gesichter und kleine Augen, die häufig leuchtend grün, orange oder gar violett sind. Männliche Hobgoblins haben einen starken Haarwuchs, der – neben ihren Gesichtern – auch Rücken, Brust und Unterarme bedeckt. Weibliche Hobgoblins hingegen haben nur einen äußerst spärlichen Haarwuchs, der sich auf das Haupthaar und einen leichten Flaum auf den Wangen beschränkt. Die Haut von Hobgoblins kann unterschiedlichste Farben haben. Sie kann von einem dunklen Gelb über Orange bis zu Braun- und Kupfertönen bis zu dunkler, rostroter Haut variieren. Im hohen Norden haben Hobgoblins nicht selten graue oder gar weiße Haut. Das Gebiss eines Hobgoblin ähnelt denen von Raubtieren, mit prominenten Eckzähnen, die ihnen in früheren Zeiten beim Verspeisen von rohem Fleisch nützlich waren. Bei den Hobgoblins zivilisierter Regionen geht dieses Merkmal mehr und mehr zurück und einige dieser Gemeinschaften ähneln die Zähne denen von Menschen.
Bei Hobgoblins, die noch immer der barbarischen Lebensweise ihrer Vorfahren folgen, sind vorstehende, scharfe Reißzähne noch immer häufig.
Hobgoblins haben in etwa die Lebenserwartung von Menschen und werden nur höchst selten älter als neunzig oder hundert Jahre. Alte Hobgoblins werden von ihren Artgenossen mit großem Respekt behandelt, denn die ehrgeizige, kriegerische Lebensweise der Hobgoblins sorgt nicht selten für ein vorschnelles Ableben.
Ein Hobgoblin, der ein hohes Alter erreicht, beweist damit sowohl seine Klugheit, als auch seine Überlegenheit gegenüber Feinden.
Die Sprache der Hobgoblins – ein Dialekt des Goblin – ist hart und kurzsilbig.
Für andere Völker ist sie recht leicht zu erlernen, da sie über keinen großen Wortschatz und eine simple Aussprache und einfache Grammatik verfügt.
Für Dinge, für die sie in ihrer eigenen Sprache keine Bezeichnung haben, nutzen zivilisierte Hobgoblin-Völker oft Begriffe aus fremden Sprachen, so daß sich die Sprache der zivilisiertesten Hobgoblins wie eine Mixtur aus unterschiedlichen anderen Sprachen anhört, die mit der Muttersprache des Volks häufig nur noch die Grammatik gemein hat. Für ihre Schrift benutzen Hobgoblins ein Runenalphabet, das sich aus dem der Zwerge entwickelt hat.
Hobgoblins kleiden sich gern in weite, bequeme Kleidung, die ihre Bewegungsfreiheit nicht einschränkt. Im Kampf tragen sie nur selten schwere Rüstungen, die ihre Mobilität einschränken. Sie tragen bevorzugt Kleider in natürlichen Farbtönen (braun, grau oder beige), die sie mit einzelnen Kleidungsstücken in auffälligeren Farben kombinieren. Knallrote Mäntel, farbige Halstücher und bunte Westen sind bei Hobgoblins kein seltener Anblick. Hobgoblins tragen stets Kleider, die ihre Kultiviertheit und ihren Reichtum verdeutlicht, was ihren Aufzug oft protzig erscheinen lässt. Sie tragen nur selten Felle oder grobe Lederkleidung, um nicht für Wilde gehalten zu werden. Stattdessen bevorzugen sie robuste aber geschmackvolle und moderne Kleidung. Häufig übernehmen sie modische Strömungen der Menschen. Hobgoblins tragen allerdings immer eine Waffe bei sich. Schon kleine Kinder von sechs Jahren haben Dolche dabei, um sich zu verteidigen.

Hobgoblins sind eines der wenigen ursprünglichen Völker Angraenors und es ist anzunehmen, daß alle Hobgoblin-Völker der Nord-Westlichen Hemisphäre von hier stammen. Ursprünglich lebten sie auf eine wilde, barbarische Weise; nicht unähnlich der Lebensart, der Angraenors Orks noch heute folgen.
Viele Hobgoblin-Gemeinschaften dieser Zeit lebten das Leben von Nomaden.
Die Ausbreitung von Zwergen, Gnomen und vor allem den Menschenvölkern begann zusehends, die Lebensräume der wilden Hobgoblins zu bedrohen und dies führte unweigerlich zu blutigen Kriegen. Im Gegensatz zu anderen primitiven Völkern in ähnlichen Situationen – wie den Orks – begannen die Hobgoblins, sich für die Kulturen ihrer Gegner zu interessieren und zu ergründen, was diese Völker überlegen machte. Die Hobgoblins versuchten dann, sich diese Erkenntnisse und die Errungenschaften der zivilisierten Völker zu Nutze zu machen, um sich dem Feind zu widersetzen.
Diese Entwicklung begann zuerst mit Waffen und der Kunst der Kriegsführung, doch der Erfolg dieser Taktik führte dazu, daß man sich auch in anderen Bereichen – wie Landwirtschaft, Heilkunst und Architektur – die Feinde zum Vorbild nahm.
Die Hobgoblins legten bei diesem Vorgehen allerdings stets Wert darauf, den übernommenen Neuerungen ihre eigene Note zu verleihen, die ihrer eigenen Kultur und ihren Vorlieben entsprach.
Als Folge dieses Verhaltens entwickelte sich die Kultur der Hobgoblins – im Gegensatz zu den Kulturen anderer Völker – geradezu rasant.
Der sprichwörtliche Ehrgeiz der Hobgoblins führte dazu, daß sie sich mehr und mehr gegen die dominanten Menschen und Zwerge behaupten konnten und schon bald begannen, den Respekt ihrer Feinde zu ernten.
Heute sind Angraenors Hobgoblins zweifellos zu den Rängen der zivilisierten Völker und nur die dümmsten und überheblichsten Personen würden sie noch in einem Atemzug mit wilden Völkern wie den Orks nennen.
Im Laufe der Jahrhunderte haben diese ehemaligen Barbaren sogar gelernt, die Kunst der Magie zu meistern und in vielen Bereichen – wie der Seefahrt und der Kriegsführung – haben sie viele der anderen, zivilisierten Rassen bereits überflügelt.
Das Einzige, was die Hobgoblins bisher davon abgehalten hat, die dominierende Rasse Angraenors zu werden, ist ihre Uneinigkeit untereinander.

Ehrgeiz und Disziplin sind die Eckpfeiler in der Gesellschaft der Hobgoblins.
Es gibt kein Volk in Angraenor, das so ambitioniert ist, wie dieses. Hobgoblins halten sich für die rechtmäßigen Herrscher über alle Rassen und arbeiten beständig daran, diesen Anspruch in die Tat umzusetzen.
Hobgoblins leben in einer ausschließlich auf Leistungen ausgerichteten Gesellschaft. Jeder Hobgoblin muss Siege und Erfolge vorweisen können, um sich den Respekt seiner Artgenossen zu verdienen.
Außenseiter sind oft dem Irrglauben aufgesessen, daß sich diese Strebsamkeit der Hobgoblins auf Kampf und Kriegsführung beschränkt, doch das stimmt nicht.
Das Leistungsdenken eines Hobgoblins umfasst alle Bereiche des Lebens; selbst solch banale Aspekte wie Haushaltsführung.
Es liegt in der Natur eines Hobgoblin, immer besser werden zu wollen.
Jeder Hobgoblin versucht, sich sein Leben lang zu entwickeln und seine Fähigkeiten zu verbessern und auszuweiten. Sich eines Tages auf seinen Lorbeeren auszuruhen und lediglich das zu bewahren, was man erreicht hat, wie es viele Menschen ab einem gewissen Alter tun, ist für einen Hobgoblin absurd und ein Zeichen für Schwäche.
Der Einzelne orientiert sich bei seinem Leistungsdenken immer an anderen Mitgliedern seiner Gemeinschaft oder auch an Außenstehenden, die den Respekt des Hobgoblins erwerben konnten; ganz gleich, ob als Freund oder Feind.
Dieses Vorbild, das sich der Hobgoblin gesetzt hat, gilt es zu übertreffen und erst, wenn ihm dies gelungen ist, setzt er sich ein neues Ziel. Natürlich kommt es auch vor, daß ein Hobgoblin mehrere Ziele gleichzeitig verfolgt. Solche besonders ambitionierten Mitglieder des Volkes werden meist hoch angesehen.
Ein Hobgoblin hat stets das ultimative Ziel, in seinem Metier der Beste zu werden.
Wirklich erreichen tun Hobgoblins so ein Ziel nur selten, denn mit jedem Schritt, den sie auf dem Weg dahin tun, wird das Ziel größer.
Ein Hobgoblin, der es sich zum Ziel gesetzt hat, der beste Schwertkämpfer zu werden, wird sich erst zum besten Schwertkämpfer seiner Gemeinschaft aufschwingen und dann zum besten Schwertkämpfer des Reiches, in dem er lebt.
Hat er auch dieses Ziel erreicht, würde er für sich beanspruchen, der beste Schwertkämpfer Angraenors werden zu wollen und selbst wenn ihm dies gelänge, müsste er sich dann das Ziel setzen, zum besten Kämpfer der Nord-Westlichen Hemisphäre zu werden.
Nahezu alle Hobgoblins scheitern auf diesem Weg; meist dadurch, daß ihnen irgendwann das Alter in die Quere kommt.
Aufgeben ist für einen Hobgoblin allerdings niemals eine Option und diese Regung – die anderen Völkern vernünftig erscheinen mag – ist für einen Hobgoblin die ultimative Niederlage.
Hobgoblins, die durch ihren Ehrgeiz irgendwann an physische Grenzen stoßen und in ihrem Metier schlicht nicht mehr besser werden können, wenden sich meist Aufgaben aus anderen Bereichen zu. So kann es sein, daß ein Hobgoblin-Krieger, der über Jahrzehnte seine Kampfkunst perfektioniert hat, sich im Alter plötzlich den Arkanen Künsten oder dem Erlernen von Sprachen zuwendet.
Dies ist der einzige Weg, um sich dem Vorwurf des Aufgebens zu entziehen.
Hobgoblins sind Niederlagen gewohnt und trotz ihres ausgeprägten Stolzes können sie damit erstaunlich gut umgehen; es sei denn, es war eine außergewöhnlich erniedrigende Niederlage. Solche schmachvollen Niederlagen führen nicht selten dazu, daß ein Hobgoblin ins Exil geht oder sich das Leben nimmt.
Ein Hobgoblin wird seine Niederlage stets genau analysieren und ergründen, wie es dazu kommen konnte, um dies bei einem erneuten Versuch zu vermeiden.
Die Hartnäckigkeit, mit der sie ihre Ziele verfolgen, erstaunt Angehörige anderer Völker oft, doch ein Hobgoblin hat schlicht keine andere Wahl, als es wieder und wieder zu versuchen, wenn er sich nicht der Schmach des Aufgebens aussetzen will.
Hat ein Hobgoblin sich zum Ziel gesetzt, einen bestimmten Gegner zu besiegen, taucht er wieder und wieder auf und jede Niederlage spornt ihn um so mehr an.

Die ersten Vorbilder, die ein Hobgoblin in seinem Leben hat, sind üblicherweise die eigenen Eltern. Die Eltern spornen ihre Kinder an, besser zu werden, als sie selbst und von den eigenen Kindern übertroffen zu werden, ist keine Schande, sondern ein Zeichen für gute Erziehung und ein starkes Erbe und bringt den Eltern so Ansehen.
Eine Gemeinschaft von Hobgoblins nimmt sich oft andere Gemeinschaften zum Vorbild; oft menschliche Gesellschaften.
Hobgoblins sehen Menschen als die direkten Konkurrenten um die Vorherrschaft in Angraenor und versuchen stets, diese zu übertreffen. Genauso oft konkurrieren sie jedoch auch mit Gemeinschaften von Artgenossen.
Anzumerken ist jedoch, daß das Vorbild-Denken eines Hobgoblin nichts mit Sympathien zu tun hat. Selbst der ärgste Feind kann für einen Hobgoblin ein Vorbild in Bezug auf dessen Fähigkeiten sein.

Hobgoblins sind ein sehr stolzes Volk, das einen strengen Ehrenkodex kennt.
Sie sind von ihrem Wesen her streng rechtschaffen und rechtschaffen-böse und
-neutral sind die häufigsten Gesinnungen dieses Volkes. Chaotische Hobgoblins sind äußerst selten und finden sich in der streng strukturierten Gesellschaft ihres Volkes nur schwer zurecht. Chaotische Hobgoblins sind deshalb oft Einzelgänger.
Die Errungenschaften ihrer Vorfahren, die ihr Volk von barbarischen Nomaden zu hoch zivilisierten Bewohnern Angraenors mit dem Anspruch der Weltherrschaft geformt haben, werden in höchsten Ehren gehalten und abfällige Worte über diese haben bittere Folgen.
Auch auf ihre eigenen Errungenschaften und Taten sind Hobgoblins sehr stolz und jede abwertende Bemerkung von anderen führt zwangsläufig zum Konflikt.
Man kann Hobgoblins auf diese Weise leicht provozieren, denn das Hinnehmen solcher Beleidigungen ist für sie nicht tolerabel.
In der Gegenwart von Hobgoblins sollte man seine Worte stets genau überdenken, denn auch als Scherz gemeinte Äußerungen können böse Folgen haben.
Wenn es um ihre Ehre und ihr eigenes Ansehen geht, verstehen Hobgoblins schlicht keinen Spaß; selbst nicht durch gute Freunde oder Familienmitglieder.
Zwar neigen Hobgoblins dazu, andere Personen, die sie für schwächlich oder unfähig halten, zu verspotten, doch sie können es nicht ertragen, selbst die Zielscheibe von Spott zu sein und reagieren nicht selten mit Gewalt.
Bescheidenheit ist keine Tugend der Hobgoblins. Ein Hobgoblin erzählt oft ungefragt von seinen Verdiensten und stellt seine Fähigkeiten gern zur Schau. Trotz dieser protzigen Haltung sind sie selten überheblich, sondern kennen sehr genau die Grenzen ihres Könnens.

Hobgoblins leben überwiegend in hierarchischen Gemeinschaften zusammen, von denen die Familie die kleinste Einheit ist. Wildere und ursprünglichere Hobgoblin-Gemeinschaften leben noch in Stammesverbänden zusammen, doch für die meisten Hobgoblins Angraenors trifft das nicht mehr zu.
Die Familienstruktur der Hobgoblins ähnelt der der menschlichen Völker. Üblicherweise ist das älteste oder das angesehenste Familienmitglied das Oberhaupt. Die Rollen von Mann und Frau sind unter Hobgoblins streng geteilt.
Beide Geschlechter sind gleichberechtigt, doch sie nehmen unterschiedliche Rollen in der Gesellschaft ein. Die Aufgabe der Männer ist der Schutz und die Sicherung des Lebensunterhalts durch Jagd, Arbeit, Eroberung o.ä. und die Aufgabe der Frauen ist das Aufziehen der Kinder und das Führen des Haushalts.
Wenn es um die Belange der Gemeinschaft geht, hat das Wort einer Frau ebenso viel Gewicht wie das eines Mannes und so ist es auch nicht selten, daß Frauen zu den Oberhäuptern von Hobgoblin-Gemeinschaften werden. Manche Aspekte, wie die Kunst, das Lernen, Handwerk oder Magie sind Domänen, die sich beide Geschlechter teilen.
Der Familienverbund ist für Hobgoblins sehr wichtig und üblicherweise gibt es ein sehr enges Verhältnis zwischen Eltern und ihren Kindern. Das Urteil der Eltern ist für einen Hobgoblin oft wichtiger als das anderer Artgenossen und ein Hobgoblin versucht immer, seine Eltern stolz zu machen und durch seine Taten ihr Ansehen zu mehren. Wenn die Eltern ein hohes Alter erreichen, wird von den Kindern erwartet, daß sie ihre Eltern pflegen und für sie sorgen.
Zwist innerhalb von Familien ist ein großes Unglück und führt dazu, daß das Ansehen der ganzen Familie in der Gemeinschaft der Hobgoblins leidet.
Gemeinschaften von Hobgoblins sind immer ein Verbund mehrerer Familien unter der Führung eines angesehenen Anführers oder einer dominanten Familie.
Große Gemeinschaften von Hobgoblins haben oft einen Ältestenrat, vor dem der Anführer Rechenschaft ablegen muss und der den Führer der Gemeinschaft in sein Amt berufen und auch absetzen kann.
Der Zusammenhalt in solchen Gemeinschaften ist groß und auch wenn Hobgoblins unter einander ständig konkurrieren, so tun sie das doch auf eine ehrenvolle Weise, die letztlich immer der Gemeinschaft zu Gute kommt.
Auch wenn stets ein gesunder Wettbewerb unter den Hobgoblins besteht, der Verweichlichung und Müßiggang verhindert, kommt es nur sehr selten zu Rangkämpfen innerhalb der Gemeinschaft. Die meisten Hobgoblins stehen ihren Anführern äußerst loyal gegenüber und ein Führer muss schon eine Reihe falscher Entscheidungen treffen, unehrenhaftes Verhalten an den Tag legen oder andere Beweise von Unfähigkeit erbringen, bevor Stimmen gegen ihn laut werden oder jemand gegen ihn antritt, um ihn abzusetzen.
Verrat oder destruktives Verhalten gilt unter Hobgoblins als eines der schlimmsten vorstellbaren Verbrechen und wird mit Exil oder Hinrichtung bestraft.

Wird eine Hobgoblin-Gemeinschaft zu groß, um die Ernährung ihrer Mitglieder gewährleisten zu können, oder kommt es zu internen Streitigkeiten, verlassen Familien häufig die Gemeinschaft und lassen sich anderswo nieder; entweder unter anderen Hobgoblins (was eher selten ist) oder unter anderen Völkern. Streitigkeiten, die zu solchen Abspaltungen führen können, ereignen sich häufig im Rahmen von Machtkämpfen innerhalb der Gemeinschaft. Wenn beispielsweise ein Hobgoblin den Anführer herausfordert, um seinen Platz einzunehmen, und verliert, muss er die Gemeinschaft verlassen. Oft wird er dann von Anhängern und ihren Familien begleitet, so daß es geschehen kann, daß eine Gemeinschaft sich gänzlich auflöst. Üblicherweise versuchen Anführer solche Situationen durch stetige Demonstration ihrer Überlegenheit zu vermeiden.
In der Gesellschaft der Hobgoblins spielt Kampf eine große Rolle. Die Fähigkeiten der Hobgoblins auf dem Schlachtfeld waren über Jahrtausende das einzige Mittel, um sich der Ausbreitung der zivilisierteren Rassen zu erwehren.
Die Kunst der Kriegsführung ist bei Hobgoblins deshalb so weit entwickelt, wie bei kaum einem anderen Volk und ihre Armeen sind gefürchtet.
Nicht nur ihre Fähigkeiten im Kampf, sondern auch ihre hoch entwickelten Taktiken und Strategien in der Kriegsführung sind bemerkenswert.
Die meisten Hobgoblins sind Krieger und wissen sich ihrer Haut zu erwehren, auch wenn sie hauptsächlich anderen Tätigkeiten nachgehen.
Hobgoblins sind immer auf der Hut und bereit, sich gegen Feinde zu verteidigen, so daß jeder Einzelne fähig sein muss, zum Schutz der Gemeinschaft beizutragen.
Hobgoblins sehen es als ihre Pflicht, auch in friedlichen Zeiten ihre Fähigkeiten im Kampf zu trainieren und so verdingen sie sich oft als Söldner und führen anderer Leute Kriege.

Berüchtigt ist die Gier der Hobgoblins nach Ausbreitung und Eroberungen. Eine Gemeinschaft von Hobgoblins gibt sich nur selten mit dem zufrieden, was sie hat und dürstet stets danach, ihren Einflussbereich auszudehnen. Von einer Hobgoblin-Siedlung geht stets Gefahr für die anderen Bewohner der Umgebung aus und nur die Zurschaustellung von Überlegenheit wird eine Hobgoblin-Gemeinschaft davon abhalten, die Länder ihrer Nachbarn zu beanspruchen.
Dieser Gier nach Eroberung folgen Hobgoblins jedoch nicht um jeden Preis. Das Wichtigste ist für sie stets der Erhalt der Gemeinschaft und ihres Besitzes, so daß Hobgoblins stets genau abwägen, ob eine Eroberung machbar ist oder die eigene Existenz dadurch gefährdet wird. Nur verzweifelte Hobgoblins gehen ein solches Risiko ein. Üblicherweise erobern Hobgoblins nur die Ländereien deutlich schwächerer Gegner, bei denen ihr Sieg sehr wahrscheinlich ist. Diese Vorsicht führt dazu, daß sich Hobgoblin-Gemeinschaften vor allem in dicht besiedelten Regionen harmonisch integrieren und nur selten ihre Nachbarn überfallen. Dennoch sind sie äußerst wachsam und bereit, eine sich bietende Chance zu ergreifen, um ihr Territorium und ihre Macht zu mehren, falls sich benachbarte Siedlungen oder Völker eine Blöße geben.

Viele Hobgoblins sind Seefahrer. In den Zeiten, in denen sich Menschen und andere Völker in ihren Gebieten ausbreiteten, mussten sich die unterlegenen Hobgoblins in andere Regionen zurückziehen, um ihr Überleben zu sichern. Häufig schlugen sie dabei den Weg über das Meer ein, so daß Seefahrt heutzutage aus der Kultur der meisten Hobgoblin-Gemeinschaften nicht mehr wegzudenken ist.
Vor allem entlang des Goldenen Stroms, an den Küsten des Brodelnden und des Bleichen Meeres und im Gwandalischen Meer ist das Leben der meisten Hobgoblin-Gemeinschaften eng mit dem Meer verbunden.
In vielen Teilen Angraenors – wie dem Gwandalischen Meer – wird die Seefahrt sogar von Hobgoblins dominiert.
Viele Hobgoblins sind hervorragende Segler und erfahren im Navigieren.
Kapitäne aller Länder ziehen Hobgoblins heutzutage menschlichen Seeleuten vor, weil sie als stärker, zäher und genügsamer gelten und oft größere Kenntnisse und Erfahrungen mit sich bringen.
Viele Hobgoblin-Seefahrer haben sich jedoch der Piraterie zugewandt, wo sie ihre kriegerische Ader und ihren Hunger nach Eroberungen befriedigen.

Magie hat in der Gesellschaft der Hobgoblins Angraenors in den letzten Jahrhunderten an Bedeutung gewonnen. Während die Hobgoblins der Tage der Siedler diese übersinnliche Kraft noch fürchteten und vor jedem Anwender der Arkanen Künste flohen, erfüllt Magie die Hobgoblins der Gegenwart eher mit Neugier als Angst. Mittlerweile hat sich unter den Hobgoblins ein magisches Talent verbreitet und man findet nun in nahezu allen größeren Gemeinschaften des Volkes Arkanisten. Dieses sind zwar überwiegend Hexer, doch die Zahl der Hobgoblin-Magier wächst beständig. Mittlerweile findet man Hobgoblins sogar gelegentlich als Schüler an den renommierten Arkanen Akademien der Reiche. Hobgoblins sehen Magie als eines der vielversprechendsten Werkzeuge zur Ausbreitung ihrer Gebiete und zum Vergrößern ihrer Macht. Magische Gegenstände – vor allem magische Waffen und Rüstungen – sind bei ihnen äußerst begehrt.
Psionik hingegen ist unter Hobgoblins äußerst selten. Die Anzahl von Hobgoblin-Psionikern ist verschwindend gering und die wenigen, die es gibt, findet man überwiegend in Nord-Bornesh. Hobgoblins haben – bisher – wenig Talent für die geistigen Kräfte und auch wenn sie diese nicht verteufeln, so begegnen sie ihnen doch mit gesundem Misstrauen.
Religion hat einen bedeutenden Platz in der Kultur der Hobgoblins; vor allem unter jenen, die noch der ursprünglichen Lebensweise des Volkes folgen. Hobgoblins gelten zwar nicht als sonderlich fromm, respektieren aber die Macht der Götter und sehen es nur als Vorteil, sich mit diesen gut zu stellen. Üblicherweise hat jede Gemeinschaft von Hobgoblins eine Schutzgottheit, die kollektiv verehrt wird. Einzelne Hobgoblins mögen auch zu anderen Göttern beten, aber es wird von jedem Mitglied der Gemeinschaft erwartet, sich an den gemeinschaftlichen Gottesdiensten zu beteiligen, die üblicherweise von einem Priester oder Schamanen (Kleriker oder Druide) gehalten werden. Das Volk der Hobgoblins ist somit das einzige Volk Angraenors, das zwei Schutzgottheiten haben kann.
Die Götter, die am meisten Zuspruch unter Hobgoblins finden, sind Drosh, Navir und Hoztrek. Die Verehrung von Baldaskhan, Xor und Klarakni ist ebenfalls in geringerem Maße verbreitet.

Das Verhältnis zu anderen Rassen ist vielfältig. Erstaunlicherweise ist das Verhältnis zu ihren eigenen Artgenossen äußerst angespannt. Hobgoblins, die sich den meisten anderen Völkern überlegen fühlen, sehen nur ihre eigenen Artgenossen als ernstzunehmende Konkurrenz und Bedrohung. Niemand weiß besser als ein Hobgoblin, welche Gefahren von seinen Artgenossen ausgehen. Während Hobgoblins in friedlicher Koexistenz zu anderen Völkern leben können, kommt es zwischen benachbarten Hobgoblin-Gemeinschaften häufig zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Dies ist auch in den Städten anderer Völker und unter äußerst zivilisierten Hobgoblins der Fall. Blutige Fehden zwischen Hobgoblin-Familien sind keine Seltenheit. Diese Uneinigkeit des stolzen Volkes ist der gravierende Grund dafür, daß sich Hobgoblins bis heute nicht zu Angraenors dominierendem Volk aufschwingen konnte. Hobgoblins sind so uneins, daß der Gedanke an eine ganze Nation oder ein geeintes Volk völlig illusorisch erscheint.
Es bedürfte eines äußerst mächtigen und charismatischen Anführers, um die Zwistigkeiten unter den Gemeinschaften zu unterbinden und die Hobgoblins zu einem Volk zu vereinen. Zum Glück für die anderen Rassen Angraenors ist so ein Führer unter den Hobgoblins noch nicht aufgetaucht, obwohl schon viele diese Ambitionen hatten und scheiterten. In einigen Reichen außerhalb Angraenors sind solche Vereinigungen schon gelungen, doch kaum eine hatte länger als eine Generation Bestand.
Zu Menschen und anderen zivilisierten und dominanten Völkern haben Hobgoblins ein äußerst zwiespältiges Verhältnis. Sie sehen sie als Konkurrenten um die Vorherrschaft über die Länder Angraenors und respektieren gleichzeitig ihre Leistungen. Für viele Hobgoblins haben die menschlichen Völker eine Vorbildfunktion, auch wenn sie es Menschen gegenüber meist nicht zugeben würden. Durch ihre Vorsicht haben Hobgoblins in zivilisierten und dicht besiedelten Regionen jedoch ein überwiegend friedliches Verhältnis zu den anderen Völkern; treiben Handel mit ihnen und verdingen sich als Söldner in deren Armeen.
Schwächere Völker und solche, die den Respekt der stolzen Hobgoblins nicht genießen – wie beispielsweise Gnome, Halblinge oder Tengu – haben in der Gesellschaft von Hobgoblins kein leichtes Dasein. Im besten Falle werden sie ignoriert oder verspottet, im schlimmsten Falle ausgeplündert oder versklavt.
Den größten Hass verspüren Hobgoblins auf ihre entfernten Verwandten: die Goblins. Allein schon der Hinweis darauf, daß diese unterschiedlichen Völker eine gemeinsame Herkunft haben, reicht aus, um einen Hobgoblin in Zorn zu versetzen. In den Augen von Hobgoblins sind Goblins nicht mehr als Kriecher und Parasiten.
In Hobgoblin-Gemeinschaften trifft man Goblins oft als Sklaven an, die dort ein schreckliches Dasein fristen und sich Ignoranz, Gewalt und Erniedrigungen ausgesetzt sehen.
Zivilisierte Hobgoblins können sich in die Gemeinschaften anderer Rassen gut integrieren, solange diese von einem Herrscher regiert werden, dem sie Respekt entgegen bringen können. Sie können sich gut in Gesellschaften einfügen, die strengen Gesetzen unterliegen. In chaotischen, verweichlichten und dekadenten Gesellschaften neigen Hobgoblins jedoch dazu, die Regeln der Gesellschaft zu missachten, wenn kein Anführer zugegen ist, der seine Gesetze durchsetzt.

Am weitesten verbreitet sind Hobgoblins in den Ländern des Gwandalischen Meeres. Entlang der Küste findet man in allen Reichen Siedlungen von Hobgoblins und in manchen Städten existieren ganze Viertel, in denen sie hausen. Die Hobgoblins des Gwandalischen Meeres gelten als die zivilisiertesten Angehörigen dieses Volkes, die man in Angraenor finden kann. Als Hochburg der Hobgoblins gilt das Inselreich Orgish, wo Hobgoblins am zahlreichsten sind.
Dieses Inselreich wird von etlichen Piratenkönigen beherrscht, die mit einander um die Herrschaft über das Reich streiten.
Weiter im Norden findet man Hobgoblins vor allem an der Küste des Bleichen Meeres. Besonders häufig sind sie in Tandiak, Kandamur und Dhraal.
Die Hochburg der Hobgoblins des Nordens ist die Hafenstadt Coldwyn, die von mehreren konkurrierenden Hobgoblin-Familien beherrscht wird.
Die Hobgoblins, die man in den Emnischen Feldern treffen kann, leben noch in Stammes-Verbänden und sind weitaus wilder als die in diesem Artikel beschriebene Variante.

Volksmerkmale der Hobgoblins
▪ +2 Geschicklichkeit, +2 Konstitution, -2 Weisheit.
▪ Mittelgroß: Hobgoblins erhalten keine Boni oder Mali auf Grund ihrer Größe.
▪ Grundbewegungsrate: 9m.
▪ Dämmersicht: Hobgoblins können bei Sternenlicht, bei Mondlicht, im Fackelschein oder unter ähnlich schlechten Lichtverhältnissen doppelt so weit sehen wie Menschen. Sie können unter solchen Umständen weiterhin Farben und Details erkennen.
▪ Volksbonus von +2 auf Überleben.
▪ Volksbonus von +2 auf Zähigkeits-Würfe.
▪ Anfangssprachen: Goblin, Handelssprache.
▪ Zusätzliche Sprachen: beliebig.
▪ Bevorzugte Klassen: Schurke, Kämpfer.

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