Iqueri

Die Iqueri stammen aus den Menschenreichen des Ostens; aus dem Reich Iqueria.
Das Reich der Iqueri war eine der ersten menschlichen Hochkulturen der bekannten Welt, die etwa zur selben Zeit wie das Kaiserreich Bornesh aufkam.
Im Gegensatz zu den Bornesen erlebte Iqueria allerdings zu Beginn der Neuzeit einen schrecklichen Niedergang. Die Herrscher Iquerias waren mächtige Beschwörer und einen großen Teil ihres Reichtums und ihrer Macht errangen sie, indem sie Kreaturen von den Ebenen beschworen und sich zu Diensten machten. Das Unheil nahm seinen Lauf, als die Beschwörer Iquerias versuchten, die Bewohner des Staubigen Abgrunds, die Dravoten, ihrem Willen zu unterwerfen. In dem nachfolgenden Chaos ging das Wissen darüber verloren, welche Fehler die iquerischen Beschwörer begangen, doch die Folgen waren verheerend.
Die Dravoten fielen über Iqueria und die kleineren Nachbarländer her und vernichteten den größten Teil der iquerischen Kultur. Den überlebenden Iqueri blieb nichts anderes übrig, als in das Unterreich ihrer Heimat zu fliehen, wo sie sich von den außerweltlichen Eroberern versteckten. Die ehemalige Hauptstadt Iquerias, die Metropole Sereniah, wurde zum Zentrum eines Reiches des Schreckens, das die Dravoten auf den Ruinen Iquerias errichteten und das noch heute besteht. Über Generationen versuchten die Iqueri ihre Heimat zurück zu erobern, doch je mehr sich die Dravoten in Iqueria festsetzten, um so aussichtsloser wurde dieses Unterfangen. Schließlich begannen viele Iqueri ihre verwüstete Heimat zu verlassen, um in friedlicheren Regionen der Welt Zuflucht zu suchen. Die ersten Iqueri kamen etwa zur Zeit der thalisischen Kreuzfahrer nach Angraenor, wo sie überwiegend freundlich empfangen wurden. Einige Reiche, wie das alte Dhraal, kannte die Iqueri durch sporadische Handelsbeziehungen in der Vergangenheit und nahm die Flüchtlinge mit offenen Armen auf. Die Iqueri, die die Länder Angraenors erreichten, waren zu wenige, um eine Gefahr für die Kulturen ihrer neuen Heimatreiche darzustellen. Sie kamen als Flüchtlinge und nicht als Eroberer, weshalb sie sich schnell in die Gesellschaften ihrer neuen Heimatländer einfügen konnten.
Nur die Überlebenden der iquerischen Nomadenvölker, die sich in den südlichen Reichen Angraenors ansiedelten, hielten an ihrer ursprünglichen Kultur fest (→ siehe Nomadenvölker: Sand-Iqueri).

Die Iqueri sind ein Volk schwarzhäutiger Menschen. Sie haben überwiegend helle, grüne oder blaue Augen; gelegentlich auch gelbe. Der lange Aufenthalt des Volkes im Unterreich seiner Heimat hat die Iqueri verändert. Sie sind das einzige menschliche Volk, das eine Dunkelsicht entwickelte. Selbst heute, wo die Iqueri wieder an der Oberfläche der Reiche leben, sind ihnen Nachwirkungen ihres Exils anzumerken. Große, offene Flächen unter freiem Himmel löst ein Unbehagen in Iqueri aus, die sich vermutlich aus der beständigen Angst vor Angriffen der Dravoten entwickelte, unter der ihre Vorfahren zu leiden hatten. Iqueri fühlen sich in engen Räumen und unter der Erde am wohlsten und nicht wenige Iqueri ziehen Unterkünfte in Kellern oder in fensterlosen Räumen vor.
Iqueri sind ein ernstes und gebildetes Volk. Ähnlich wie bei den Dhraal hat die Vergangenheit im Gemüt dieses Volkes seine Spuren hinterlassen, allerdings auf eine andere Weise. Iqueri sind ein ernstes Volk, aber sie sind nicht melancholisch.
Ihre Ernsthaftigkeit lässt sie manchmal steif wirken und sie sind kein ausgelassenes und fröhliches Volk, auch wenn sie Humor zu schätzen wissen. Iqueri legen viel Wert auf Förmlichkeiten und Höflichkeit. Abfälliges Verhalten und plumpe Vertraulichkeiten empfinden Iqueri schneller als beleidigend, als andere menschliche Völker. Sie sind selten herzlich und wirken oft distanziert, auch wenn sie es im Grunde nicht sind.
Iqueri legen viel Wert auf Wissen und eine gute Bildung. Das umfasst Angehörige aller sozialen Schichten und ist nicht, wie es bei vielen Völkern der Fall ist, auf die Obrigkeit beschränkt. Iqueri glauben, daß das Erwerben von Wissen ein Privileg aller Menschen sein sollte und empfinden es als falsch, wenn es den Reichen und Mächtigen vorbehalten bleibt. Iqueri geben ihr Wissen großzügig weiter und erwarten selbiges von den anderen Völkern. Doch natürlich kennen auch die Iqueri geheimes Wissen, das nur unter dem Mantel der Verschwiegenheit weitergegeben wird. Es heisst, daß die Iqueri noch immer das Wissen der Beschwörer Iquerias bewahren, das sie nur unter ihresgleichen weitergeben und wie ein Schatz oder auch ein schreckliches Geheimnis hüten. Ob dies der Wahrheit entspricht, ist nicht zu sagen. In größeren Städten sind Gemeinden von Iqueri oft ein Segen für die niederen Schichten, denn sie unterrichten deren Mitglieder, ohne Bezahlung oder Gegenleistungen zu erwarten; einfach, weil es in ihrem Volk so Tradition ist.
In oppressiven Gesellschaften wie Tandiak und Vandelari wird dieser Brauch der Iqueri allerdings mit Misstrauen gesehen und nicht selten verboten. Iqueri haben ein ungewöhnliches Talent zum Erlernen von Sprachen, ähnlich wie Merkanier. Viele Iqueri wissen sehr viel über Themen, die sie interessieren und werden schnell zu Experten auf ihrem Gebiet.
Dieser Hang zum Wissen und die Kultur ihres untergegangenen Heimatreichs erklärt auch, warum es überdurchschnittlich viele Magier unter den Iqueri gibt. Allerdings gilt die Schule der Beschwörung seit dem Untergang Iquerias als verbotene Schule und es gibt nahezu keine Beschwörer mehr unter den Iqueri, obwohl das Volk ein beeindruckendes Talent für diese Kunst vorweist. Iqueri, die die Geheimnisse dieser Schule erlernen wollen, müssen dies im Geheimen tun, wenn sie nicht das Misstrauen und die Ablehnung ihrer Artgenossen erleiden wollen. Iquerische Beschwörer werden fast immer von Beschwörern anderer Völker und Rassen ausgebildet; nicht selten in der Hoffnung, auf diesem Wege die legendären Geheimnisse der Beschwörung zu erfahren. Zauberer sind unter den Iqueri selten, ebenso wie Psioniker. Für Zauberei hat dieses Volk nur wenig Talent. Iqueri eignen sich zwar im Prinzip für das Erlernen psionischer Kräfte, doch es ist dennoch selten, weil Psionik in der Kultur dieses Volkes nie eine große Rolle spielte.

Iqueri leben in den bei den meisten Menschenvölkern üblichen Familienverbänden zusammen. Frauen und Männer sind unter Iqueri gleichberechtigt. Junge Iqueri können oft schon mit drei Jahren fließend sprechen; ein Zeichen für die überdurchschnittliche Intelligenz dieses Volkes.
Seit dem Untergang Iquerias und der Flucht des Volkes vor den Dravoten spielt Gemeinschaft eine große Rolle unter Iqueri. Einzelne waren meist dem Untergang geweiht und nur Gemeinschaften konnten die Verfolgungen und die Ansiedlung im fremden und gefährlichen Unterreich überleben. Auch wenn die Iqueri Angraenors kaum noch auf diese Vorzüge angewiesen sind, haben sie ein starkes Gemeinschaftsbedürfnis. Dies ist allerdings nicht auf Angehörige des eigenen Volkes beschränkt und Iqueri verspüren dieses Gefühl der Sicherheit auch in der Gesellschaft anderer Völker und Rassen, die ihnen freundlich gesonnen sind. Iqueri hassen es, allein zu sein, denn es gibt ihnen ein Gefühl der Verletzlichkeit und löst nicht selten eine unterschwellige Furcht in ihnen aus. Aus diesem Grunde binden sich Iqueri schnell und heiraten schon in jungen Jahren. Ledige Iqueri leben oft in Gemeinschaften zusammen und häufig vermuten andere Völker bei den Iqueri deshalb einen Hang zur gleichgeschlechtlichen Liebe. Dies tritt bei Iqueri jedoch nicht nennenswert häufiger auf, als bei anderen Völkern und Rassen.
Die Iqueri Angraenors beten häufig zu den cromanischen Göttern und vor allem zu Barandinus. Etliche Iqueri fühlen sich auch zu den radikalen Lehren der Verkünderkirche hingezogen, die den Kontakt zu den Ebenen als Blasphemie ansieht. Allerdings teilen sie meist nicht den Hass der Verkünder auf andere Rassen und deren Verteuflung arkaner Magie. Viele Iqueri beten auch zu Corbanduu, die seit dem Untergang Iquerias und der Flucht in das Unterreich als Schutzpatronin der Iqueri gilt. Auch Skelos und Klarakni sind Götter, die viele Anhänger unter den Iqueri haben.

In Angraenor kann man Iqueri in nahezu allen Reichen begegnen. In den Reichen nördlich der Gwandalischen Halbinsel sind sie jedoch weitaus häufiger, als im Süden. In Dhraal, Kandamur und den freien Städten des Brodelnden Meeres findet man die meisten Iqueri. Sie leben überwiegend in Städten oder in gebirgigen Gegenden. Städte bevorzugen Iqueri durch ihr erwähntes, ausgeprägtes Bedürfnis nach Gesellschaft. Gebirge waren auch in Iqueria ein geschätzter Zufluchtsort des Volkes vor den blutrünstigen Dravoten und so siedeln auch in Angraenor viele Iqueri in solchen Regionen. In ländlichen, wenig besiedelten Gebieten und auf weiten Ebenen, wie sie im Norden Angraenors zu finden sind, trifft man nahezu nie auf Iqueri. Iqueri reisen auch nicht gern und verlassen nur widerwillig ihre gewohnte Umgebung (im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Sand-Iqueri). Wenn Iqueri reisen, dann tun sie das jedoch immer in größeren Gruppen und nahezu niemals allein. Zu den Ebenen zieht es Iqueri nahezu nie, denn der Kontakt zu den Ebenen hat ihrem Volk nichts als Unglück gebracht. Deshalb gibt es auch keine Ebenenwanderer unter den Iqueri und auch Regionen, in denen es Portale zu den Ebenen gibt (und auch Gebiete, in denen vermehrt temporäre Portale auftauchen) meiden Iqueri, wenn sie können.
Es heisst, es würde auch im Unterreich Angraenors Iqueri-Gemeinschaften geben, doch dies beruht auf Erzählungen der Duergar und Beweise gibt es dafür bisher nicht. Es ist jedoch denkbar, daß manche Iqueri unbemerkt nach Angraenor kamen und sich umgehend ins Unterreich zurückzogen, wie sie es aus ihrer zerstörten Heimat gewohnt sind.
Die einzigen Völker, gegen die sie Misstrauen oder Abneigungen haben, sind die Merkanier. Es mag deren Herkunft von den Ebenen sein, die das Volk den Iqueri unheimlich macht. Es kommt jedoch selten zu Hass oder Auseinandersetzungen; die Iqueri gehen den Merkaniern nach Möglichkeit schlicht aus dem Weg. Regelrechten Hass verspüren die Iqueri natürlich gegen die Dravoten des Staubigen Abgrunds (die in Angraenor allerdings kaum anzutreffen sind) und gegen andere Bewohner der Unteren Ebenen. Auch Skrigg, die sich willentlich mit solchen Wesen mischen, werden von den Iqueri abgelehnt. Wesen mit dem Blut von Kreaturen des Abgrunds, wie Tieflinge oder Teufelsblütige, sind ihnen ebenso verhasst.
Mit den anderen menschlichen Völkern und den meisten anderen Rassen kommen Iqueri gut zurecht. Vor allem zu Völkern des Unterreichs unterhalten Iqueri engere Kontakte, als andere menschliche Völker und es heisst, daß Iqueri, neben den Duergar, auch mit den gefürchteten Drow verkehren.

Volksmerkmale der Iqueri
▪ +2 Intelligenz, -2 Charisma
▪ Dunkelsicht: Iqueri können im Dunkeln bis zu 18m weit sehen.
Die Dunkelsicht ist nur schwarz-weiß, funktioniert aber ansonsten wie normale Sicht.
▪ Volksbonus von +2 auf Wissen (Gewölbekunde).
▪ Volksbonus von +2 auf Einschüchtern und Überlebenskunst.
▪ Volksbonus von +1 auf die Zauberstufe, wenn ein Iqueri einen Zauber aus der Schule der Beschwörung wirkt.
▪ Großes Wissen: Ein Iqueri kann eine Wissensfertigkeit wählen, die fortan als Klassenfertigkeit gilt, ganz gleich, in was für einer Klasse er aufsteigt. Diese Fertigkeit kann anschließend nicht mehr geändert werden.
▪ Sprachgewandt: Iqueri können, unabhängig von ihrem Intelligenzwert, eine zusätzliche Sprache ihrer Wahl auf der ersten Stufe nehmen.
▪ Anfangssprachen: Handelssprache, Iqueri.
▪ Zusätzliche Sprachen: Handelssprache des Unterreichs, Dhraalek, Bornesi, Gwandalisch, Belragund.
▪ Bevorzugte Klassen: Alle.

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