Mattheos

Mattheos war der erste Erzengel, der den Tod fand und dieses Ereignis verwandelte ihn und sein gesamtes Gefolge in untote Engel.
Zu Lebzeiten war Mattheos ein mächtiger General der Himmlischen Heerscharen und Sieger zahlloser Schlachten in den Abgründen. Er war ein Erzengel der Hoffnung, der die Sterblichen liebte und bis zuletzt daran glaubte, daß das Böse besiegt werden kann.
Doch bei einer Schlacht vor den Mauern von Dis wurde Mattheos von Dismondias, dem Statthalter der Höllenstadt, erschlagen.
Was dann passierte, ist eines der größten Mysterien des Multiversums.
Im Gegensatz zu anderen Engeln, trat der mächtige Erzengel nicht den Weg zu den Ufern des Jenseits an (wie jede andere Seele, die aus dem Leben scheidet), sondern verblieb im Diesseits. Nur sein Körper starb und so wurde Mattheos in den ersten jener Engel verwandelt, die heute als Todesengel bekannt sind.
Möglicherweise war es Ozuul selbst, der Herr des Jenseits und Gott von Leben und Tod, der den Erzengel und sein Gefolge verschonte.
Möglicherweise schloss Mattheos auch einen Pakt mit dem geheimnisvollen Gott des Schlafs, denn von nun an, trat er für dessen Werk ein.

Seit Mattheos zu einem Todesengel wurde, kümmert er sich mit seinem Gefolge um verirrte Seelen, die ihren vorgesehenen Platz im Jenseits nicht erreichen können.
Teufel und Dämonen und andere Kreaturen, die sich an Seelen laben und ihren göttlichen Funken für Böses missbrauchen, sind seine bevorzugten Feinde.
Mattheos’ Todesengel reisen über die Ebenen und suchen und retten jene nicht-bösen, körperlosen Seelen, die sich verirrt haben oder die sich aus anderen Gründen dem Strom der Seelen ins Jenseits nicht anschließen können (beispielsweise weil sie im Feurigen Abgrund oder einer anderen Hölle verstorben sind).
Finden Todesengel eine solche Seele oder befreien sie aus den Klauen von Scheusalen, begleiten sie diese zum Strom der Seelen, von wo aus sie ihren Weg ins Jenseits finden kann.

Mattheos, der sich nach seiner Verwandlung aus der Gemeinschaft der Seraphin zurückzog, residiert nun in der Kathedrale der Seelen auf der Astralen Ebene, von wo aus er mit seinem Gefolge den Strom der Seelen vor räuberischen Teufeln und Dämonen, die endlos danach gieren, beschützt.
Es heißt, gelegentlich zeige Mattheos Erbarmen mit Helden, die sich um das Gute verdient gemacht haben und beim Verteidigen ihrer Prinzipien getötet wurden, und schickte sie ins Leben zurück. Dies geschieht jedoch äußerst selten.
Ob Mattheos diese besondere Macht von Ozuul selbst verliehen wurde, vermag niemand zu sagen. Mattheos’ Gefolge setzt sich ebenfalls aus Engeln zusammen, die sich schon zu Lebzeiten um verirrte Seelen gekümmert haben und die als Todesengel in seinen Reihen zurückkehren können, wenn sie es möchten.
Trotz seines Rückzugs von den Ebenen des Lichts und seine Abkehr von den Lebenden, unterhält Mattheos noch immer gute Kontakte zu den Seraphin.
Von den Engeln der Ebenen des Lichts wird ihm viel Respekt entgegen gebracht und er gilt als Märtyrer. Dennoch weigert Mattheos sich beharrlich, sich in die Kriege der Seraphin gegen das Böse oder andere Angelegenheiten der Lebenden einzumischen. Gelegentlich besucht er Raziel in ihrem Saal der Seraphin, doch worüber die beiden mächtigen Erzengel bei diesen seltenen Treffen sprechen, bleibt ihr Geheimnis.

Mattheos ist von schrecklicher, bleicher Gestalt.
Die Federn an seinen dürren Schwingen sind pechschwarz und eine Aura eisiger Kälte umgibt ihn.
Er kleidet sich in eine pechschwarze Rüstung, die zu seinen Lebzeiten strahlend weiß war und die geschwärzt wurde, als Dismondias ihm mit seinem Todeshauch das Leben nahm. Doch trotz seiner fürchterlichen, untoten Erscheinung trägt Mattheos noch immer die Macht des Guten in sich. Es heißt, Sterbliche, die in seine tiefschwarzen Augen blicken, sehen dort den Zeitpunkt und den Umstand ihres Todes. Dies mag der Grund sein, warum Mattheos auf den wenigen bildlichen Darstellungen, die von ihm existieren, stets mit geschlossenen Augen dargestellt wird.

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