Schwarzer Lotus

Schwarzer Lotus ist eine der verbreitetsten und gefährlichsten Drogen der Nord-Westlichen Hemisphäre. In den meisten zivilisierten Reichen ist der Handel und Konsum von Schwarzem Lotus streng verboten. Durch das hohe Suchtpotential ist der illegale Handel mit der Droge für Rauschgifthändler, Schmuggler und andere Kriminelle jedoch äußerst lukrativ. Schwarzer Lotus als GiftIn ungetrockneter Form ist Schwarzer Lotus ein potentes Gift, daß allerdings höchstens als Kontaktgift für Klingen und Pfeilspitzen genutzt werden kann, da es einen intensiven, bitteren Geschmack vorweist, der es als Beigabe für Nahrung und Getränke unbrauchbar macht. Eine Vergiftung durch Schwarzen Lotus äußert sich durch Zittern der Hände und eine spürbare Schwerfälligkeit. Bei Zaubern mit somatischen Gesten besteht eine 20%ige Chance, daß der Zauber fehlschlägt.
Art: Kontaktgift für Klingen und Pfeile; Schwarzer Lotus kann nicht über die Haut aufgenommen werden.
Preis: ca. 50 GM
RW: Zähigkeit, SG 20 / 17
Frequenz: Jede Runde für 7 Runden
Effekt: 2W6 Konstitutions-Schaden (Erstschaden), 2W4 Geschicklichkeits-Schaden (Zweitschaden).
Heilung: 1 erfolgreicher Rettungswurf.
Speziell: Es besteht eine 5%ige Chance, daß der erlittene Schaden permanent wird. In diesem Fall kann er nur durch den Zauber Heilung beseitigt werden.

Dieses Rankengewächs mit den auffälligen, schwarz glänzenden Blüten wächst in tropischen Waldgebieten; üblicherweise an den Stämmen von Schwarzholzbäumen.
Der Schwarze Lotus ist ein Parasit, der das begehrte Holz angreift und es brüchig und mürbe macht. Ein Befall mit Schwarzem Lotus führt innerhalb von Monaten zum Tod des Baumes.
Aus diesem Grund geraten die Drogenbarone tropischer Länder immer wieder in blutige Konflikte mit der Forstwirtschaft. Die Samen des Lotus werden vor allem von Papageienvögeln und Blutkrähen verbreitet, für die die Blüte der Pflanze eine begehrte Nahrung ist.

Seine Wirkung als Droge entfaltet Schwarzer Lotus erst in getrocknetem Zustand. Die Blüten der Pflanze müssen geraucht werden, um den berauschenden Zustand auszulösen. Wird getrockneter Schwarzer Lotus gegessen, löst er starkes Erbrechen aus, weshalb die Droge ironischerweise manchmal als Sofortmaßnahme bei Vergiftungen durch Essen eingesetzt wird. Geraucht löst der Schwarze Lotus eine außergewöhnliche Euphorie und Allmachtsphantasien aus. Konsumenten berichten von immens gesteigerter Selbstsicherheit und Zuversicht und eine bemerkenswerte Furchtlosigkeit selbst bedrohlichster Situationen gegenüber. Berauschte überschätzen sich oft und schreckliche Unfälle durch waghalsige Aktionen sind unter Lotussüchtigen nichts Seltenes. Die Droge wirkt außerdem erstaunlich auf den Verstand und das Gedächtnis des Konsumenten. Er kann sich plötzlich an längst vergessene Dinge erinnern und begreift Zusammenhänge, die ihm zuvor verschlossen blieben.
Schwarzer Lotus ist aus diesem Grund vor allem als eine bevorzugte Droge von Magiern, Hexern und Gelehrten bekannt. Die umgehende und merkliche Verbesserung magischer Fähigkeiten durch die Droge macht sie vor allem für arkane Zauberwirker äußerst verführerisch. Aus diesem Grund wird der Schwarze Lotus in manchen Reichen (z.B. in Gwendell oder dem Reich Craethan in Nova Bakairis) auch Hexerkraut genannt. Auf Grund der erheblichen gefährlichen Nebenwirkungen wird der Konsum von Schwarzen Lotus bei den meisten Magier- und Hexergilden der zivilisierten Länder jedoch streng verboten und ein Zuwiderhandeln führt nicht selten zum Ausschluss.
Meist können sich nur Wohlhabende Schwarzen Lotus leisten, denn eine Anwendung kostet (je nach Verfügbarkeit) zwischen 20 und 100 GM.
Eine Sucht nach Schwarzem Lotus führt – neben den später beschriebenen Schäden für Körper und Verstand – nicht selten in den finanziellen Ruin.
Süchtige und Dauerkonsumenten kann man an der markanten Schwarzfärbung der Lippen erkennen, die eine regelmäßige Einnahme der Droge verursacht. Diese Verfärbung bildet sich erst nach einer Abstinenz von mindestens sechs Monaten zurück.

Ein Rausch durch Schwarzen Lotus dauert 2W4 Stunden. Die Droge verursacht +4 auf Charisma, +2 auf Intelligenz, -2 auf Geschicklichkeit und -2 auf Konstitution. Außerdem gewährt sie einen Bonus von +6 auf Rettungswürfe gegen Furchteffekte. Lotuskonsumenten kann man an ihrem überheblichen Verhalten, ihren geweiteten Pupillen, Grobmotorik und einem unsicheren Gang erkennen. Bereits nach einer Einnahme verursacht der Lotus Verlangen nach weiteren Dosen, dem man aber mit einem täglichen Willenswurf (beginnend mit SG 5) widerstehen kann. Dieses Verlangen setzt üblicherweise 4W4 Stunden nach Ende des Rausches ein. Nimmt man innerhalb von 24 Stunden eine weitere Dosis ein, erhöht sich der SG beim nächsten Versuch der Abstinenz um +5 und steigt für jeden weiteren Tag des Konsums um weitere +5. Misslingt einer dieser Rettungswürfe wird der Konsument abhängig. Abhängige müssen mindestens einmal in 24 Stunden eine Dosis Schwarzer Lotus zu sich nehmen; ansonsten erleiden sie Entzugserscheinungen. Selbst bei erfolgreicher Abstinenz verschwindet das Verlangen erst nach fünf Tagen und erfordert einen täglichen Rettungswurf gegen den aktuellen SG. Für jeden Tag, den der Konsument der Droge erfolgreich widersteht, reduziert sich der SG um -1.

Die Entzugserscheinungen des Schwarzen Lotus sind schrecklich. Sie verursachen -4 auf Konstitution, und -4 auf Geschicklichkeit. Die Entzügigen sind blass, schwitzen stark und verbreiten einen unangenehmen, stechenden Geruch. Die Entzügigen leiden an Schlaflosigkeit und innerer Unruhe. Außerdem verursacht der Entzug Verwirrtheitszustände, die sich auswirken, als würde der Betroffene unter dem Einfluss des Zaubers Verwirrung stehen. Gegen diesen Effekt steht dem Entzügigen kein Rettungswurf zu. Die Auswirkungen der Verwirrung durch Schwarzen Lotus nehmen allerdings einen weitaus aggressiveren Verlauf, als es bei dem gleichnamigen Zauber der Fall ist. Die folgende Tabelle ersetzt die in der Beschreibung des Zaubers (SHB S.352).

W% Verhalten
01 - 60 Der Entzügige greift wahllos Personen an, die sich ihm nähern, die ihn ansprechen oder die sich lediglich im selben Raum befinden. Er erkennt weder Freunde noch Familienangehörige.
61 - 85 Der Entzügige plappert zusammenhangloses Zeug und führt Selbstgespräche.
86 - 100 Der Entzügige ist extrem unruhig, läuft im Zimmer auf und ab und flieht vor der Person, die sich ihm nähert.

Die Handlungen des Süchtigen ändern sich auch nicht ründlich, sondern nur alle fünf Runden. Wenn der Entzügige Gelegenheit zu einem Gelegenheitsangriff bekommt, wird er diesen auch ausführen. In allen anderen Belangen gelten die Vorgaben des Zaubers. Der Verwirrungs-Effekt bleibt für die gesamte Dauer des Entzugs bestehen (4W4 Tage). Es besteht eine 10%ige Chance, daß die Verwirrung permanent bleibt. Bei jedem weiteren Entzug steigt diese Wahrscheinlichkeit um 5%. Zauber wie Heilung usw. wirken nicht gegen die Verwirrung; nur gegen die Attributsverluste und die vegetative Symptomatik. Gegen die Verwirrung wirken nur Zauber wie Wunsch oder Wunder. Der Konsum von Schwarzem Lotus hebt die Entzugserscheinungen inkl. Verwirrung augenblicklich auf.
Entzügige werden auf Grund ihrer Aggressivität und Unberechenbarkeit häufig für die Dauer des Entzugs gefesselt oder an Orten eingesperrt, wo sie weder sich noch andere gefährden können. Unbeaufsichtigte Lotus-Entzügige verunglücken oft tödlich oder verdursten.
Hat ein Entzügiger den Entzug durchstanden, kann er sich meist nur bruchstückhaft oder gar nicht an den Entzug erinnern, was die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls erheblich erhöht.
Wenn ein ehemals Süchtiger erneut mit Schwarzem Lotus in Kontakt kommt (z.B. indem er den Rauch riecht, es ihm angeboten wird oder es auf andere Weise zugänglich ist), muss er einen Willenswurf (SG 15) schaffen, um das sofort einsetzende Verlangen zu ersetzen. Misslingt der Wurf, wird der Betroffene alles tun, um die Droge zu konsumieren und sogar Einschränkungen durch Gesinnung, moralische Werte o.ä. ignorieren.
Jeder erfolgreiche Widerstand gegen das Verlangen senkt den SG bei jedem weiteren Kontakt um jeweils -1.
Schwarzer Lotus ist eine wahrhaft teuflische Droge, die ihre Opfer häufig ihr ganzes Leben nicht loslässt und sie nicht selten ins Verderben führt.

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