Völker des Lichts : Engel

Unter den Völkern der Goldenen Ebenen gibt es sicher kein Volk, das für gewöhnliche Sterbliche so beeindruckend ist, wie das Volk der Engel.
Engel – weitaus älter als jede sterbliche Rasse auf den Ebenen – sind die Verkörperung der Prinzipien von Ordnung und Gutem. Engel, die beides in Einklang bringen, gehören zu den mächtigsten Kräften des Guten, die im Multiversum allenfalls noch von den Göttern selbst übertroffen wird. Sie sind den Göttern ähnlicher, als den Sterblichen.
Das Volk der Engel wurde von Krom selbst erschaffen, als er sich noch der Schöpfung der Welten widmete und die Notwendigkeit sah, sein Werk vor den Mächten des Chaos zu schützen. Warum schwindet das Volk der Engel?
Seit Jahrhunderten hält sich unter Ebenenwanderern, besorgten Gläubigen und Historikern, die sich mit der Geschichte der Goldenen Ebenen befassen, das hartnäckige Gerücht, daß die Zahl der Engel schwindet. Die Scharen der Erzengel schwinden beständig in ihrer Zahl. Kriege gegen die unendlich erscheinenden Horden des Abgrunds, in denen bereits unzählige Engel ihr Leben ließen, fordern ihren Tribut.
Es scheint jedoch auch so zu sein, daß die Erzengel immer weniger und weniger Seelen aus dem Strom zum Jenseits in ihre Scharen berufen. Woran das liegt, vermag niemand zu sagen. Möglicherweise werden die Seelen, die den hohen ethischen und moralischen Erwartungen der Erzengel entsprechen, stetig weniger. Ob die Erzengel in ihrem Urteil strenger geworden sind oder die Zahl Sterblicher, deren Ergebenheit an Gutes und Ordnung ihr Wohlgefallen findet, schwindet, ist nicht überliefert. Möglicherweise hat schlicht der hartnäckige Einfluss von Teufeln und Dämonen unter den sterblichen Völkern seine Spuren hinterlassen. Mahnende Gelehrte stellen allerdings bereits die Frage, was mit dem Multiversum geschehen würde, wenn das Volk der Engel – diese Bastion des Guten gegen die Horden des Chaos und des Bösen – eines Tages einfach ausstirbt? Wie auch immer die Antwort auf diese Frage aussieht, so kündet sie doch von einer düsteren Zukunft für das edelste Volk der Welten…

Diese Engel – die vier uralten Engel der Schöpfung – sind die Urahnen aller Wesen, die man heutzutage zum Geschlecht der Engel zählt. Unbewusst schuf Krom damals das reinste Abbild des lebendigen Guten – lang bevor sich die Wesen des Multiversums in Gut und Böse schieden. Es ist unklar, ob Krom der alleinige Schöpfer der Engel ist, oder auch andere Götter ihre Hände im Spiel hatten.
Bis heute steht Drosh, der Gott des Kampfes und der Ehre, dem Volk der Engel nahe und viele glauben, daß auch er zu ihrer Erschaffung beigetragen hat.

Engel haben eine bewegte Geschichte hinter sich.
Über Äonen hinweg waren sie die Krieger der Götter der Ordnung und Wahrer des Guten, das sich nach dem Pakt der Ordnung im Multiversum manifestierte.
Sie führten Kriege um die Seelen der Sterblichen und fochten gegen die Horden aus den Abgründen, um Frieden und Wohlergehen über die Ebenen zu bringen.
Doch der Bekenntnis der Engel zur Idee des Guten, die über der Ordnung stehen sollte, schlossen sich die meisten Götter der Ordnung – allen voran Krom, der Schöpfer selbst – nicht an, was zum Bruch des verbliebenen Pantheons der Ordnung mit dem Volk der Engel führte.
Seither sind die Engel ein eigenständiges Volk und unabhängig von ihren göttlichen Führern. Die Engel sehen sich als die rechtmäßigen Herrscher über die Ebenen des Lichts, denn kaum ein Wesen kann sich mit der Reinheit des Guten und der Ordnung messen, die in den Engeln schlummert.

Die Gesellschaft der Engel setzt sich aus mehreren Kasten zusammen, von denen die Kaste der Solare die kleinste aber mächtigste Gemeinschaft ist.
Solare verkörpern den höchsten Rang der Existenz als Engel.
Der Kaste der Solare untergeordnet existieren die Kasten der Deva und der Cherubin, die jedoch weitaus zahlreicher sind.
Die meisten Angehörigen des Volkes der Engel sind jedoch gewöhnliche Engel, die in ihrer Macht nur unwesentlich stärker sind, als gewöhnliche Sterbliche und den niedersten Kastenrang bekleiden..
Gemeinsam haben alle Engelsvölker ihre geflügelte Erscheinung und ihre immense Schönheit, die oft so perfekt ist, daß sie auf Sterbliche unnatürlich und leblos wirkt.
Die Hierarchie der Engel ist – obwohl sie sich ebenfalls der Ordnung und unumstößlichen Gesetzen beugt – nicht so streng und unerbittlich wie beispielsweise die Rangfolge unter den Teufeln Szindriskaars.
Ein gewöhnlicher Engel kann weiser und mächtiger sein, als ein Deva und ein besonders herausragender Cherubin kann unter den anderen Engeln mehr Respekt ernten, als ein Solar. Zwar bringt die Zugehörigkeit zu einer Kaste bestimmte Aufgaben und Privilegien mit sich, doch es gerät keinem Engel zum Nachteil, wenn er einer niederen Kaste angehört.
Ein Engel kann durch besondere Taten und Verdienste für die Sache seines Erzengels mit der Aufnahme in eine höhere Kaste belohnt werden. Nur Erzengel können einen Engel in eine höhere Form erheben und dies geschieht nur äußerst selten und gilt als besondere Auszeichnung.
Jeder Engel dient unter einem der mächtigen Erzengel – entweder weil dieser ihn nach dem Tod in seine Schar berufen hat oder weil ein Engel diesem von sich aus die Treue schwört. Es gibt nur wenige Engel, die keinem Erzengel ergeben sind und diese seltenen Exemplare werden von anderen Engeln oft mit Misstrauen betrachtet. Der Treueschwur gegenüber einem Erzengel bedeutet für einen Engel zwar Aufgaben und Pflichten, ist aber nicht mit der Knechtschaft zu vergleichen, die beispielsweise die Fürsten des Feurigen Abgrunds über ihr Gefolge ausüben.

Engel gehören – wie auch Dämonen, Teufel und Dravoten – zu den Völkern, die aus den Seelen verstorbener Sterblicher entstehen. Früher waren es die Götter, die die Seelen besonders edler und guter Sterblicher nach deren Tod zu Engeln erhoben, doch nach dem Bruch der Götter mit den Engeln liegt diese Macht nun ausschließlich in den Händen der Erzengel.
Bemerkt ein Erzengel im Strom der Seelen ins Jenseits eine Seele, die in besonderem Maße seinem Ideal eines Engels entspricht, kann er sie in seine Schar berufen und der Seele so eine neue Existenz als Engel bescheren.
Engel können sich allerdings auch wie gewöhnliche Sterbliche fortpflanzen, was auch geschieht. Weibliche Engel scheinen jedoch nicht sonderlich fruchtbar und trotz ihrer unvorstellbar langen Lebensspanne, bringt während dieser Zeit kaum ein Engel mehr als ein Kind zur Welt.
Der meiste Nachwuchs in den Scharen der Erzengel setzt sich also aus berufenen Seelen zusammen, die sich manifestieren. Meist geschieht dies in der unmittelbaren Nähe zu der Heimstatt des Erzengels, der den jungen Engel berufen hat.
Es gibt immer Engel in den Diensten der Erzengel, deren Aufgabe es ist, nach solchen Engeln zu suchen, die meist desorientiert, verwirrt oder verängstigt sind. Unter der wohlwollenden Begleitung der anderen Engel finden sich die meisten Neuankömmlinge schnell in ihr neues Dasein ein.

Nur wenige Engel können sich an ihr Leben als Sterbliche erinnern.
Meist geschieht dies in Form von Träumen oder Visionen, die nur schwer erinnerbar sind und schnell wieder in Vergessenheit geraten. Allerdings interessieren sich auch nur wenige Engel für ihr Dasein als Sterbliche, denn es verblasst gegen die Intensität ihrer neuen Existenz als Verkörperung von Gutem und Ordnung. Personen, die den als Engel wiedergeborenen Sterblichen kannten, können ihn wieder erkennen, doch finden ihn meist verändert. In ihrer Engelsgestalt ist eine Person schöner und perfekter, wirkt aber auch weniger „lebendig“, als zu Lebzeiten.
Manche Wesenszüge einer Seele zeigen sich auch nach ihrer Wiedergeburt als Engel, doch viele Eigenschaften (vor allem jene, die Sterblichen als „menschlich“ erscheinen wie Humor, Ungeduld, Begeisterung oder auch Ärger) weichen der überirdischen Weisheit, Besonnenheit und Klugheit eines übermenschlichen, göttlichen Geschöpfs. Für Hinterbliebene kann das eine sehr traurige und auch erschreckende Erfahrung sein.

Die Gesellschaft der Engel ist von ihrer engen Bindung des Einzelnen an die Gemeinschaft geprägt. Für einen Engel ist seine Schar wie eine Familie.
Zwar haben Blutsverwandtschaften auch unter Engeln Bedeutung, doch Verwandte werden nicht anders behandelt, als gewöhnliche Gefährten.
Auch wenn Engel Geschöpfe sind, in deren Blut die Ordnung und das Gute fließen, so können sich ihre Charakterzüge und Gesinnungsmerkmale doch deutlich von einander unterscheiden.
Oft prägt der Erzengel, dessen Gefolge ein Engel angehört, die Gesinnung seiner Schar. Die Engel aus dem Gefolge des Mikhail sind beispielsweise als kämpferische, unerbittliche Krieger bekannt, während Anhänger Akuriels sich durch ihre Güte und ihre Barmherzigkeit auszeichnen.
Selbst wenn Engel von Rechtschaffen Guter Gesinnung sind, so werten sie doch eines der beiden Elemente ihrer Gesinnung bedeutender und dies beeinflusst ihre Ansichten und ihr Handeln. Die Engel beispielsweise, die zum Gefolge der abtrünnigen Erzengelin Dominas gehören, sind in ihrer Ergebenheit der Ordnung so fanatisch, daß sie in ihren Taten und Ansichten eher den Teufeln des Abgrunds ähneln, als ihren Brüdern und Schwestern auf den Ebenen des Lichts.

Die Völker der Engel haben eine besondere Bindung zu den sterblichen Rassen, denn es ist ihnen bewusst, daß der ewige Kampf zwischen Gut und Böse und Recht und Ordnung vor allem auf den Schultern der Sterblichen ausgetragen wird und diese meist schwachen Kreaturen und ihr Glaube und ihre Überzeugungen ein bedeutsames Element in diesem Konflikt sind. Engel haben deshalb stets ein Auge auf die Welten der Sterblichen und ihr tun und selbst die niedersten Engel wachen über bestimmte Personen oder Gemeinschaften und versuchen, sie vor dem Einfluss der Kreaturen des Bösen und des Chaos zu bewahren.

Die folgenden Links führen zu Artiklen, in denen die einzelnen Kasten des Engelvolks und ihre Eigenarten beschrieben werden:

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