Vynvhiraphin

„Mein Diener Margosh war der Erste, der die Kreatur sah.
Aufgeregt deutete er auf den Rand des finsteren Gebüschs. Sie hockte neben meinem schlafenden Gefährten Nurlot und durchwühlte sein Gepäck. Im glühenden Schein des herabgebrannten Feuers sah das Wesen aus wie ein Waldgeist. Seine Haut hatte die Farbe des Laubs und in seinen dunklen Augen spiegelte sich das Glühen der Glut.
Ich griff instinktiv zu meiner Waffe, als die Kreatur mit einem Rascheln ihre Schwingen entfaltete. Sie waren mit schwarzen und schmutzig braunen Federn bedeckt, die im Glutschein merkwürdig schimmerten. Farben huschten über das Gefieder und formten sich zu faszinierenden, leuchtenden Mustern.
Ich merkte kaum, wie die Kreatur flüsterte. Ich nahm ihre arkanen Worte kaum wahr, so sehr fesselte mich der Tanz der Farben auf ihren Schwingen. Dann fiel ich in traumlosen Schlaf.
Als ich erwachte, war das Wesen fort – genauso wie Nurlots Zauberbuch, einige Spruchrollen und mein Beutel mit Edelsteinen. Margosh, der sich von dem Schimmern der Farben nicht beeindrucken ließ, hatte seine Waffe gezogen und wollte das Wesen angreifen, doch er war von zwei merkwürdigen Stacheln in die Brust getroffen worden, bevor er es erreichen konnte. Als ich ihn weckte, war er benommen, als habe er argolytischen Schlafwein getrunken…
Dafür hat die Kreatur eine merkwürdige Markierung auf einer von Nurlots provisorischen Karten unserer Wanderung durch das Zwielicht hinterlassen. Augenblicklich sind wir uns nicht sicher, ob wir den gekennzeichneten Ort aufsuchen oder lieber meiden sollten…“

- Varlus Umberlynn, dhraalscher Gelehrter aus Ambreszand über eine Begegnung mit Vynvhiraphin in den Wäldern des Zwielichts im Jahre 784 n.K.

Vynvhiraphin stammen von den Engeln der Ebenen des Lichts ab.
Sie sind die Geschöpfe des verbannten Erzengels Feister und Feenblut fließt in ihren Adern.
Vynvhiraphin sind von schöner, anmutiger Gestalt.
Weibliche Vynvhiraphin fallen durch ihre üppigen weiblichen Formen auf. Dennoch wirken sie auf gewöhnliche Sterbliche unheimlich, denn ihre Haut hat die Farbe von Herbstlaub. Ihre mächtigen Schwingen sind mit schwarzem und schmutzig braunem Gefieder bedeckt.
Im Licht schimmert das unscheinbare, düstere Gefieder in den Farben des Regenbogens, wobei sie sich ständig zu vermischen und zu verändern scheinen. Nur bei näherer Betrachtung kann man erkennen, daß zwischen dem dichten Federkleid mehrere schwarze Stacheln hervorragen, deren Spitzen feucht glänzen.
Sie haben zarte, androgyne Gesichter. Ihre Augen werden fast gänzlich von großen, schwarzen Pupillen ausgefüllt. Ihre strahlend weißen Zähne sind spitz wie die eines Raubtieres.

Vynvhiraphin hausen tief in den Wäldern des Zwielichts und zeigen sich Sterblichen nur, wenn diese in ihr Gebiet vordringen.
Wenn man Vynvhiraphin an anderen Orten als dem Zwielicht begegnet, sind sie fast immer auf Abenteuer aus oder reisen im Auftrag ihres Herrn. Außerhalb des Zwielichts reisen Feenengel - wie sie oft genannt werden - meist verkleidet und geben sich nicht zu erkennen.
Neben dem Zwielicht verkehren sie vor allem auf Illuminaris oder in bestimmten Schichten des Eisigen Abgrunds.
Als Feenwesen sind Vynvhiraphin eng mit der Natur verbunden und haben ein Gespür für die Tier- und Pflanzenwelt. Sie meiden große Städte und Ballungszentren der Zivilisation und sind höchstens in an Wildnis grenzenden Regionen anzutreffen.

Vynvhiraphin gelten als launisch, aber auch als wankelmütig, sprunghaft und unberechenbar. Sie sind durch und durch chaotisch, doch die Aura des Guten, die andere Engel umgibt, haben sie schon lange verloren. Vynvhiraphin können sich von einander stark unterscheiden.
Man kann sowohl guten und freundlichen Feenengeln genauso begegnen, wie bösartigen und verschlagenen Angehörigen dieses Volkes. Gemeinsam haben alle, daß sie – wie alle Feenwesen – auf Sterbliche rätselhaft und geheimnisvoll wirken.
Manchmal sind sie im Wechsel von Stimmungen, Ansichten und Verhalten so wechselhaft, daß sie den Eindruck erwecken, wahnsinnig zu sein.
Vynvhiraphin lieben die arkane Magie (vor allem die Schule der Illusion) und haben eine Vorliebe für magische Gegenstände. Die meisten Vynvhiraphin scheuen nicht davor zurück, solche Dinge zu stehlen, wenn sie sie entdecken. Viele Feenengel verfügen über eine oder zwei Stufen als Schurke.
Die Liebe der Vynvhiraphin zur Magie sorgt dafür, daß viele von ihnen Stufen als Hexer oder Illusionisten haben.
Die Gesellschaft der Vynvhiraphin ist ein Schmelztiegel von Individuen. Jeder Feenengel verfolgt seine eigenen Ziele und seinen eigenen Vorlieben der Zerstreuung. Nur mächtigen Vynvhiraphin wie dem Erzengel Feister gelingt es, sie zu einer Gemeinschaft zu versammeln, denn im Grunde sind diese Wesen Einzelgänger.

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