Yrok, der Nackte

Söldnerlord von Tauras, Dämonenfürst des Schändens und Brandschatzens

Männlicher Dämonenfürst, HG 26

Heimatebene: Tauras, Schlachtfeld der Reuelosen (Eisiger Abgrund)
Symbol: ein Frauenkopf mit zugenähten Augen, der einen Doppelflegel zwischen den Zähnen hält
Domänen: Chaos, Krieg, Stärke
Bevorzugte Waffe: Schreckensflegel

Niemand vermag zu sagen, ob Yrok ein Mann war, den der Pfad der Wut, der Blutlust und der Zerstörung zur Bestie hat werden lassen, oder ob er nicht doch eine Bestie war, die das unheimliche und erbärmliche Bedürfnis verspürte, das Leben eines Mannes zu führen…
- aus dem Schwarzen Papyrus von Gorgun

Die Geschichte von Yrok, dem Nackten, ist eine finstere, blutige Sage aus den Kindertagen der Reiche Angraenors, einer längst vergangenen Zeit.
Er tauchte während des Krieges um die Emnischen Felder (ca. 2000 v.K.), als sich die Emnier gegen die herrschenden Dhraal erhoben und so den Untergang des allmächtigen Großreichs einläutete, erstmals in Dhraal auf.
Niemand vermag heute zu sagen, von welcher Herkunft er war. Manche glauben, er sei ein Abkömmling der menschlichen Barbaren Anghmirs, andere vermuten, er sei ein Jorum, ein Hobgoblin oder ein Dhraal gewesen. Doch noch heute bestreiten die Angehörigen dieser Völker, daß Yrok der Nackte, einer der ihren gewesen sei.
Mit sich brachte er eine Söldnerarmee, die als Yroks Horde schnell einen blutigen Ruf auf den Schlachtfeldern des Nordens erwarb.
Yroks Horde war eine verwegene Bande von wilden Barbaren, Hobgoblins, Jorum und sogar Ogern, die oft nur auf Grund ihrer blutrünstigen Wut und Wildheit die Schlachten zu ihren Gunsten entschieden.
Yrok, ihr Führer, wurde schnell zu einem gefürchteten, gehassten und gefeierten Söldnerführer, der in dem schrecklichen Krieg auf beiden Seiten focht.
Man nannte ihn den Nackten, weil er stets nackt und nur mit einem gepanzerten Schild und einem schrecklichen Flegel in die Schlacht zog.
Später stellte er sich in die Dienste der Dhraal, die ihn fürstlich entlohnten und für jeden seiner blutigen Siege mit Gold überhäuften und ihm später sogar Titel und Ländereien zusprachen.
Doch noch vor seinen beachtlichen Erfolgen auf dem Schlachtfeld war Yrok vor allem für seinen Blutdurst und seine außergewöhnliche Grausamkeit gegenüber dem Feind berühmt und berüchtigt.

Selbst wenn nur die Hälfte der Geschichten wahr sind, die man sich noch heute in Dhraal und auf den Emnischen Feldern über diese Tage erzählt, gibt es keinen Zweifel, daß es sich bei Yrok um einen der schrecklichsten Feldherren handelte, die Angraenor je gesehen hat.
Yrok schlachtete ganze Dörfer des Feindes ab und brannte komplette Landstriche nieder. Er machte keinen Unterschied zwischen Truppen des Feindes und Zügen von Flüchtlingen.
Stets hinterließ er die hässlichen Spuren von Vergewaltigungen, Plünderungen und schreckliche Hinrichtungen.
Den Emniern , gegen die er zu Felde zog, muss er wie der Teufel in Menschengestalt erschienen sein.
Noch heute kann man in den Regionen, in denen Yrok wütete, die Spuren seiner Grausamkeit entdecken. Einen Tagesritt östlich von Dwaerluun gibt es einen Hügel, der heute Jungfernbluthöhe genannt wird. Dort vergewaltigten und ermordeten Yrok und seine Horde eine Schar Nonnen, die aus einem nahen Kloster der Kreevalta vor den Kämpfen geflohen waren. Noch heute, fast dreitausend Jahre später, ist das Gras auf der Anhöhe rot und feucht vom Blut der Frauen und eine Aura des Unheils liegt über dem Ort. Die Bewohner der Umgebung meiden ihn und sprechen hinter vorgehaltener Hand von nächtlichen Schreien und wütenden Geistern, die dort umgehen und keine Ruhe finden.
Schließlich verbündeten sich die Führer der aufständischen Emnier mit mehreren Häusern der Skrigg aus den nördlichen Sternhöhen, um in ihrem Krieg gegen die Dhraal einen Vorteil zu erringen.
Yrok und seine Horde waren eine mächtige Waffe des Feindes und so beschlossen die Emnier, sich des schrecklichen Feldherren mittels eines Hinterhalts zu entledigen.
Ein Zirkel von mächtigen Beschwörern der Skrigg stellten Yrok eine Falle, während er in einer Heerstadt der Dhraal einen weiteren Sieg in der Schlacht feierte.
Mehrere beschworene Sukkubi in veränderter Gestalt verführten ihn und lockten ihn in einen Hinterhalt, in dem weitere Dämonen lauerten.
Die Ungeheuer fielen über Yrok her und drohten ihn zu übermannen, doch der Wildheit des Nackten konnten selbst Dämonen des Abgrunds nichts entgegen setzen.
Yrok erschlug eine beachtliche Zahl von Dämonen, bevor sich die übrigen ihm unterwarfen. Es heißt, Yrok habe die erschlagenen Scheusale zum Teil verzehrt und ihr Blut getrunken – so sehr schwelgte er im Rausch der Wut und des Blutvergießens.
Ob Yrok schon aus diesem Kampf verändert hervorging oder er zu diesem Zeitpunkt noch ein außergewöhnlicher Sterblicher war, vermag niemand zu sagen.

Erwiesen ist, daß dieser Zwischenfall in jener namenlosen Heerstadt den Beginn einer beispiellosen Orgie der Zerstörung markierte, wie ihn Angraenors Norden seither nicht mehr sah. Zuerst vernichtete er den Beschwörerzirkel der Skrigg und die Heere ihrer Auftraggeber. Dwaerluun und die Städte Insgor und Rudrontar brannten in jenen Tagen lichterloh (Die Flammen von Rudrontar ist in der Region noch immer eine viel gesungene Ballade).
Dann setzte er zu seinem legendären Feldzug der Zerstörung an.
Yrok scherte sich nicht mehr darum, in wessen Diensten er stand. Seine Horde fiel gleichermaßen über Dhraal, Skrigg und Emnier her
Yroks Horde zog mordend und brandschatzend durch den Norden. Selbst seine eigenen Ländereien plünderte er. Ganze Städte verschwanden unter den Stiefeln von Yroks Horde von der Landkarte. Es wurde berichtet, daß zeitweilig zwei Drittel der Emnischen Felder in Flammen standen.
Zwischenzeitlich verbündeten sich gar verfeindete emnische und dhraalsche Truppen gegen die Geißel des Nordens – doch vergeblich.
Zugleich mehrten sich die Berichte über die unaussprechlichen Grausamkeiten, die im Namen des dämonischen Söldnerführers begangen wurden.
Als Yrok schließlich gen Süden zog und eine Schneise der Verwüstung hinterließ, wurden erstmals die mächtigen Seraphin, auf den Ebenen des Lichts auf die Gräueltaten aufmerksam. Erstmals stellten sich Engel der Himmlischen Heerscharen dem Unhold in den Weg, doch auch sie wurden von Yrok und seiner Horde abgeschlachtet.
Als Yrok schließlich über den Grauschleier setzte und seine mörderische Schar ins dicht besiedelte Kaiserreich Kandamur führte, traten die Erzengel auf den Plan.
Mikhail und sein Gefährte Persiel griffen mit einer Zenturie von Engelskriegern ein, als Yrok in Alt-Ehrengard wütete. Legendär war die Schlacht, die auf das Eingreifen der Engel folgte und die Zerstörungen, die die alte Stadt zu erdulden hatte, waren so massiv, daß sie seither den Beinamen Ödfurt trägt.
Vermutlich sind mehr als zehntausend Mann bei der Schicksalsschlacht von Alt-Ehrengard gefallen, darunter auch Yroks gesamte Horde.
Die beiden Erzengel trieben den schrecklichen Heerführer in die Enge und erschlugen ihn schließlich. Doch er riss Persiel ein Auge aus und trank vom Blut des Erzengels, bevor ein vernichtender Hieb des Mikhail ihm ein Ende bereitete.
Die blutigen Tage von Yrok, dem Nackten, schienen vorüber…

Niemand vermag zu sagen, warum Yrok nach seinem Tode als Dämon wiedergeboren wurde. Ob es schlicht ein Zufall im dämonischen Chaos des Eisigen Abgrunds war oder ob seine Boshaftigkeit so immens war, daß sie durch den Tod des Leibes nicht zu vernichten war, bleibt ein Mysterium.
Manche vermuten, daß Yrok kein gewöhnlicher Sterblicher, sondern ein Bastardsohn des Hoztrek war, den dieser mit einer Sterblichen zeugte und daß der Tod ihn deshalb nicht ereilen konnte.
Yrok kämpfte sich durch die Ränge der Dämonen, während man ihn in der Welt der Sterblichen vergaß und er zu einer Schreckgestalt aus Sagen und Legenden wurde.
Er formte eine neue Horde und erkämpfte sich die Herrschaft über eine ganze Ebene des Eisigen Abgrunds – jene Ebene, die heute als Tauras, Schlachtfeld der Reuelosen, bekannt ist.
Yrok wurde zu einem der Dämonenfürsten – ein Prinz des Eisigen Abgrunds – und erneut begann er sein blutiges Werk.
Schnell verbreitete sich auf den Ebenen die Kunde von der unbesiegbaren Horde des Yrok und gierige Herrscher einer Vielzahl von Welten begannen, Tore nach Tauras zu öffnen und seine Dienste zu beanspruchen. Und so kehrte Yrok in die Welten der Sterblichen zurück und zog an der Spitze einer blutdurstigen Meute von Dämonen erneut in die Schlacht.
Er kämpfte auf Nessis, auf Illuminaris und im Staubigen Abgrund.
Er belagerte die Mauern von Dis und triumphierte in den zahllosen Kriegen die andere Dämonenfürsten gegen einander führten.
Auch auf der Materiellen Ebene beschwor man ihn, um Schlachten zu schlagen und zu gewinnen. Während des hundertjährigen Nachtmeerkriegs (ca. 1000 bis 900 v.K.), im Hornkrieg, der zwischen 200 und 250 n.K. zwischen Craethan und den Xurakon der Blutigen Inseln tobte und auch in den furchtbaren Eroberungskriegen des Sultanats Kaspei (340 – 460 n.K.) wütete Yrok unter den Sterblichen.
Berichten zufolge war es stets schwierig, den Dämonensöldner und seine Horde nach Erfüllen ihres Auftrags zur Rückkehr zu bewegen. Nicht selten endete ein Söldnerpakt mit Yroks Horde mit dem Tod des Auftraggebers und der Vernichtung seiner Ländereien.
Doch immer wieder fanden sich machthungrige, überhebliche Herrscher, die sich anmaßten, Yroks Wildheit bändigen zu können und seine Wut gegen ihre Feinde zu führen.

Yrok begann Anhänger unter den Sterblichen zu sammeln – zumeist wilde, barbarische Kreaturen, die seinen Hang zu Gewalt, Zerstörung und Vergewaltigungen teilten.
Sterbliche Anhänger des Yrok waren es auch die etwa im Jahre 500 n.K. die entlegene Zuflucht der Göttin Kreevalta auf Illuminaris entdeckten, die ihr Herr mit Inbrunst hasste. Die Dämonenjünger beschworen ihren Herrn und Yrok richtete ein schreckliches Blutbad unter Kreevaltas Priesterinnen an.
Es heißt, er habe sogar Kreevalta selbst Leid zugefügt, bevor erneut der Erzengel Persiel auf der Bildfläche erschien und den Dämonenfürsten angriff. Ein schrecklicher Kampf entbrannte, auf dessen Höhepunkt Persiel den wütenden Yrok nach Exordias verbannte.
Der Erzengel hoffte, daß das Gefängnis unter den Ebenen mit seinen endlosen Schlachten Yrok zu halten vermögen und so dem übrigen Multiversum Frieden schenken würde.
Exordias, ein Ort grauenvoller Kriege und der Schauplatz des ewigen Konflikts zwischen den Göttern Hoztrek, Szinderis und Drosh, muss dem dämonischen Söldnerführer wie ein Paradies erschienen sein.

Auf Exordias löste Yroks Erscheinen Chaos aus.
Schnell nahm sein vermeintlicher Vater Hoztrek ihn in seine Dienste und errang mannigfaltige Siege über seine Widersacher. Doch Yroks größte Lust war stets das Martern und Leiden von Unschuldigen und diesen Genuss suchte er auf Exordias vergeblich.
Drosh, der Schöpfer von Exordias und Urheber des ewigen Krieges, der die furchtbare Zerstörungswut seiner Widersacher Hoztrek und Szinderis fesseln sollte, sah, daß Yrok für ein Ungleichgewicht im Machtgefüge von Exordias gesorgt hatte und der ewige Krieg zu einem Ende zu kommen drohte.
Der Gott des Kampfes und der Ehre war es schließlich, der das vermeintlich kleinere Übel wählte und Yrok schließlich die Flucht von der Ebene ohne Wiederkehr ermöglichte.
Yrok, der Nackte, kehrte nach Tauras zurück und erkämpfte sich seinen rechtmäßigen Platz unter den Fürsten des Eisigen Abgrunds. Nun, wo er seine Herrschaft über die dämonischen Horden von Tauras erneut gefestigt hat, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bevor Yrok, der Nackte, erneut in die Schlacht zieht.

Yrok ist ein schrecklicher, mächtiger Dämonenfürst.
Er ist groß wie ein Oger und hat die Gestalt eines Mannes mit dem Maul und den Zähnen eines schrecklichen Raubtieres.
Seine Haut ist grau und hart wie Leder. Wann immer er in Wut gerät, nimmt sie ein zorniges Rot an. Sein massiger Schädel ist von einer dichten, schwarzen Mähne bedeckt, die stets vom Blut und den Körpersäften erschlagener Feinde verklebt ist. Yroks Augen sind pechschwarz.
Yroks kräftige Arme gehen in gewaltige Klauen über und zwischen seinen Beinen baumelt ein gewaltiges Geschlecht, dessen Ansturm kaum eine gewöhnliche, sterbliche Frau überleben kann.
Seine Beine enden in schweren, schwarzen Hufen, mit denen er gewöhnliche Gegner wie Ungeziefer zertrampelt.
Yrok bevorzugt es noch immer, nackt in den Kampf zu ziehen und dabei nur seinen mächtigen Flegel des Häutens und ein paar magische Schmuckstücke (wie die Tiara des Tyrannen) zu tragen.
An seinem mächtigen Gürtel trägt er die Schädel seiner mächtigsten Widersacher – darunter die Köpfe solch’ legendärer Helden wie Vunvor, Hüter von Alt-Ehrengard, Darlenas, Hohepriesterin und Tochter der Kreevalta und Fondismar, Heldenkaiser Kandamurs.
Da Yrok seiner Heimat im Eisigen Abgrund aus eigener Kraft nicht entkommen kann, nutzt er seine Anhängerschaft, um für seine Dienste als Söldnerführer an den Höfen mächtiger Herrscher auf den Ebenen zu werben. Die meisten dieser Herolde sind Tieflinge oder Inkubus-Dämonen.
Sein bedeutendster Herold ist der erstaunlich diplomatische Balor Anelkas, der in der Grube von Sorgov – einer berüchtigten Arena in Ormal Shar’Rell – Hof hält und dort jeden empfängt, der die Dienste seines Herrn und Meisters in Betracht zieht.
Meist lässt Yrok sich nicht mit materiellen Reichtümern entlohnen, sondern mit Opfern. Häufig verlangt er – neben den Truppen des Feindes – auch weitere Opfer als Lohn für sein blutiges Handwerk. Er bevorzugt dabei Jungfrauen, Mütter und Priesterinnen der Kreevalta und ergötzt sich daran, diese auf grauenvolle Weise zu quälen, bevor er sie tötet und zuweilen sogar auffrisst.
Yrok hasst Frauen und bevorzugt sie sowohl als Opfer, als auch als Gegner. Gleichzeitig begehrt er sie und liebt es, ihren Willen, ihre Moral und zuweilen auch ihren Verstand im Rahmen blutiger Schändungen zu brechen.
Die Priesterschaft Kreevaltas oder anderer Göttinnen zieht er anderen Frauen vor.
Seine Anhänger auf der Materiellen Ebene und anderswo bringen ihm häufig Jungfrauen oder Schwangere als blutige Opfer dar, um sich seine Gunst zu sichern. Wann immer sich in einer Region das Verschwinden solcher Frauen häuft, liegt der Verdacht nah, daß ein Yrok-Kult in der Gegend sein Unwesen treibt.

Der Nackte ist kein Dämonenfürst, der weitreichende Pläne verfolgt.
Yrok ist ein Sklave seiner Leidenschaften und wie ein Lotussüchtiger durstet er nach dem Rausch der Schlacht und den Todesschreien der Gefallenen.
Der Söldnerlord von Tauras giert nicht nach Macht und Einfluss, sondern nur danach, Blut zu vergießen und die Ebenen ins Chaos zu stürzen.
Selbst gegen den Erzengel Persiel, jenen Widersacher, der zwei Mal schon seine Taten vereitelte, unternimmt Yrok offensichtlich nichts.
Er scheint jeden zu ignorieren, der sich ihm nicht in den Weg stellt.
Auf Tauras residiert er, inmitten seiner Horde, in einem gewaltigen Heerlager, stets umgeben von seinen höchsten Generälen, Sukkubus-Kurtisanen und sterblichen Opfern, an deren Schrecken er sich weidet.

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